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April, April! Oder auch: Lachen bis zum Umkippen

@yupiramos-depositphotos.com

Hätte nicht nur dieser Text, sondern auch der 1. April eine Überschrift, dann würde diese ebenso „April, April“ lauten. Menschen und auch Medien setzen jedes Jahr aufs Neue an diesem Tag die (virtuelle) Clownsnase auf und reißen aberwitzige April-Scherze, die natürlich sofort als solche auffliegen werden. Denn wenn wir ehrlich sind ist der Großteil der Aprilscherze durchschaubar, katastrophal schlecht oder schlimmstenfalls sogar beides…bis auf ein paar Ausnahmen natürlich.

Traditionelles „Verkackeiern“ an einem festgelegten Tag ist per se schon irgendwie witzlos. Wie jeder weiß entspringen gelungene Witze nämlich dem Nichts und nicht dem Kalender. Zudem braucht es für einen wirklich guten Aprilscherz das Unwissen der anderen Seite und ein ausgeprägtes Feingefühl, denn nicht selten ist so mancher Scherzempfänger schon mit Ohnmachtsanfällen vor Schreck im Krankenhaus gelandet. In diesen Fällen haben die Aprilscherze ein so niedriges Niveau erreicht, wie der Pegelstand der Nordsee bei Ebbe. Aber gibt es in der heutigen Zeit von „Fake-News“ und selbsternannten Ganzjahres-Komikern überhaupt noch gute Aprilscherze?

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber an der Spitze der Aprilscherz-Charts steht wohl der Aprilscherz über den Aprilscherz selbst. Demnach erzählte ein Professor von der Boston University einer Presseagentur, er wisse, woher die beliebte Tradition kommt. Konstantin der Große hat im vierten Jahrhundert spaßeshalber seinen Hofnarr für einen Tag zum König ernannt. Dieser hätte dann per Rechtsakt erlassen, dass an diesem Tag nur noch Absurdes in „seinem“ Königreich erlaubt sei – und damit den 1. April für immer geprägt. Obwohl das natürlich frei erfunden ist, haben zahlreiche Medien die Story gutgläubig und blauäugig von der Agentur übernommen. Wir sind natürlich schlauer und haben uns auf die Suche nach der Mutter aller Aprilscherze begeben. So ganz definieren lässt sich Ursprung allerdings nicht, denn er könnte in Deutschland oder auch Frankreich liegen.

Die deutsche Version der Geburt des Aprilscherzes fand im bayerischen Augsburg statt. 1530 wurde auf dem Augsburger Reichstag neben dem Religionsstreit auch das Münzwesen geregelt. So soll für den 1. April 1530 zur Vereinheitlichung ein „Münztag“ angekündigt gewesen sein, auf den zahlreiche Spekulanten setzten. Doch der Münztag fiel aus, da die Klärung des Streits vorrangig war. Die Spekulanten verloren ihr Geld und wurden als Narren ausgelacht.

Weit verbreiteter ist aber die Annahme, dass eine Kalenderreform des Karl IX. in Frankreich der Auslöser für den Aprilscherz war. 1564 verschob dieser kurzerhand den Jahreswechsel vom 1. April auf den 1. Januar. Dank des fehlenden Informationsflusses zu dieser Zeit wurden alle, die aus Unwissenheit weiter am 1. April Neujahr feierten, verspottet.

Auch das wechselhafte Wetter im April wird oft als Ursprung für Aprilscherze definiert. Es tut bekanntlich was es will und hält die Menschen mit seiner Launenhaftigkeit zum Narren.

Inwieweit es der Mensch dem Aprilwetter nachmacht muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden. Am Ende ist es so wie mit dem Valentinstag—entweder man macht ihn mit oder eben nicht. Und auch genau wie beim Beschenken des oder der Liebsten gilt auch beim Aprilscherz das Motto: Verscherzen Sie es sich nicht! In diesem Sinne wünschen wir allen Lesern, dass sie gut durch den 1. April kommen.

Foto: @yupiramos-depositphotos.com

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