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Pflanzentipp – Die Kaiserkrone

Fritillaria Imperialis

(Fritillaria Imperialis) Die botanische Bezeichnung für die Kaiserkrone“ Fritillaria“, stammt vom lateinischen Wort ‚Fritillus‘, (Würfelbecher) ab. Die zur Familie der Liliengewächse gehörende Pflanze stammt ursprünglich aus Persien. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht von Afghanistan bis in die Türkei, wo sie in Höhenlagen bis zu 3000 Metern gedeiht. Als eine der ersten Kulturpflanzen der Welt ist sie durch eine lange Geschichte voller Erzählungen und Legenden geprägt. Eine Legende besagt, dass sich die Blüten aus Respekt vor Jesus verneigt haben sollen, als dieser auf seinem Weg nach Golgatha am Garten von Gethsemane vorbeigekommen ist.

Nach Mitteleuropa gelangte die Kaiserkrone im 16. Jahrhundert, wo sie sich seitdem einen festen Platz in den Gärten erobert hat. Von den ca. 140 Arten der Kaiserkrone sind bei uns am häufigsten verbreitet: die gelbblühende Fritillaria Lutea, die rotblühende Fritillaria Rubra Maxima, die orangeblühende Fritillaria Aurora, die Fritillaria Persica mit ihren dunklen, pflaumenfarbigen Blütenglocken, die einen angenehmen Duft verströmen, die Zwergkaiserkrone Raddeane mit schwefelgelben, grünlichen und cremefarbenen Blüten.
Eine Besonderheit stellt die in Mitteleuropa natürlich verbreitete Fritillaria Meleagris (Schachbrettblume) dar, die in Deutschland stark gefährdet und vor dem Aussterben bedroht ist. Kaiserkronen sind winterharte, robuste Pflanzen, die bei richtiger Pflege den Gartenliebhaber über mehrere Jahre erfreuen werden. Als eindrucksvoller „Hingucker“ lenkt sie mit ihrer stattlichen Größe und ihrer imposanten Blütenkrone die Blicke auf sich. Die kräftigen Blütenstiele können eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen und schließen oben mit einem Kranz von Blütenglocken ab. Der intensive Duft, den die Blüten verströmen, wird je nach Empfindlichkeit der Nase als angenehm oder unangenehm empfunden. Oft ist zu lesen, dass dieser strenge Duft angeblich Wühlmäuse und Maulwürfe vertreiben soll. Diese Aussage ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt und darauf verlassen sollte man sich auch nicht. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge hingegen lieben Kaiserkronen wegen ihres reichhaltigen Nektars, der ihnen als wichtige Nahrungsquelle dient.

Als Frühlingsblüher lässt sich die Kaiserkrone in Rabatten und Beeten gut mit Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und Traubenhyazinthen kombinieren. Die ideale Pflanzzeit ist August bis September, wenn der Boden noch genug Wärme gespeichert hat, die förderlich für die Wurzelbildung ist. Die Zwiebel sollte drei Mal so tief eingepflanzt werden, wie sie selbst hoch ist, also zwischen 25 cm und 30 cm. Dabei muss darauf geachtet werden, dass sie richtig herum in die Erde kommt. Ober- und Unterseite der Kaiserkrone können leicht verwechselt werden. Die Oberseite der Zwiebel ist an den kleinen rötlichen Knospen zu erkennen. Auch sollte man sie leicht schräg in den Boden setzten, damit sich kein Wasser in der Vertiefung der Zwiebelmitte sammeln kann, was unter Umständen zum Faulen der Pflanze führen könnte.
Für die Bildung von traumhaft schönen Blütenkränzen beansprucht die Kaiserkrone nährstoffreiche und durchlässige Böden. Schwere und lehmige sollten mit Sand aufgelockert werden. Um den hohen Nährstoffbedarf zu decken, wird Ende März oder Anfang April, wenn sich der erste Austrieb zeigt, reifer Kompost und mineralischer Dünger hinzugefügt. Eine zweite Düngung erfolgt dann nach der Blüte im Mai oder Juni. Für ein ungestörtes Wachstum über mehrere Jahre ist die Kaiserkrone dankbar, wenn sie an ihrem Standort belassen wird. Ein Umpflanzen kann zu einem Ausbleiben der Blüte führen.
Eine Gefahr für die ansonsten robuste Kaiserkrone stellt das Lilienhähnchen dar. Hierbei handelt es sich um einen ca. 8 mm großen roten Käfer, der die Blätter anfrisst und seine Larven an der Blattunterseite ablegt, die ebenfalls einen gewaltigen Appetit entwickeln. Um die Pflanze zu schützen, müssen sowohl die Käfer als auch deren Larven, regelmäßig abgesammelt werden.

Zu erwähnen bleibt noch, dass die Kaiserkrone Giftstoffe wie Fritillin und Imperalin enthält. Aus diesem Grunde sollte man Kinder und Haustiere von ihnen fernhalten.

Text: Wolfgang Assmann

Foto: Fritillaria Imperialis

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