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Zähne putzen das gilt auch für Hunde!

Dr. med. vet. Thomas Hinz (c) R. Tams

Ganz selbstverständlich putzen wir uns als Menschen mindestens zweimal am Tag für zwei bis drei Minuten die Zähne. Das ist Routine und wird schon den Kleinsten von früh auf vermittelt. Dass Mund-hygiene bei Hunden und auch Katzen genauso wichtig ist, wissen manche Haustierbesitzer nicht oder vernachlässigen das Putzen häufig.

Das Magazin Lübecker Bucht sprach mit Dr. med. vet. Thomas Hinz, der jetzt in Timmendorfer Strand seine Tierarztpraxis eröffnet hat. „Damit es erst gar nicht zu Problemen kommt, trainieren Sie das Zähneputzen schon mit dem Welpen. Das erspart später die Narkose, um den Zahnstein zu entfernen. Und das ist eine richtige Vollnarkose“, sagt Thomas Hinz. Es solle einfach zur Erziehung schon von klein auf dazu gehören, dem Welpen spielerisch ein- bis zweimal die Woche mit einer weichen Bürste die Zähne zu putzen. Steigern könne man das Ritual bis zu einmal täglich. „Das ist individuell sehr verschieden“, erklärt der Tierarzt. „Manche Rassen wie Yorkies haben häufig Zahnprobleme, andere wiederum kaum,“ ergänzt er. Bei erwachsenen Hunden mit der Zahnhygiene anzufangen, ist natürlich schwerer, aber auch möglich. „Sehr gut geeignet ist in solchen Fällen ein Fingerling, der mit ein wenig Zahngel oder –creme bestrichen wird. Beginnen Sie mit den oberen Schneidezähnen und dem Fangzahn bis hin zu den Backenzähnen und den Zähnen des Unterkiefers.“ Auch hier steigern Sie die Häufigkeit.

Irgendwann wird Ihr tierischer Freund sich auch daran gewöhnt haben. Wichtig sei es, kommen Sie mit dem Fingerling nicht klar, die weichste Zahnbürste zu wählen. „Machen Sie lieber etwas, als gar nichts“, so Hinz. Als Alternative, wenn das Zähneputzen gar nicht funktioniert, könne man Chlorhexidin-Gel unter die Lefzen verteilen. Der Wirkstoff breite sich im Mund aus und dämme zahnsteinverursachende Bakterien ein. Ganz entscheidend, genau wie bei uns Menschen, ist natürlich die Ernährung. „Auch bei den Haustieren gilt, auf eine möglichst hochwertige Ernährung zu achten und dabei einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen. Zucker und Zusatzstoffe wie Konservierungs- und Farbstoffe sollten vermieden werden“, erklärt Thomas Hinz. Bei manchen Futtersorten sei es noch nicht einmal üblich, die Proteinquelle zu deklarieren. Bereitet man die Speisen selbst zu, muss natürlich auf Ausgewogenheit und die jeweiligen Bedürfnisse des Tiers eingegangen werden. Zu beachten ist, wie viel Bewegung Ihr Hund hat und auch die Rasse spielt eine Rolle. Manche neigen zu Übergewicht; da ist es besonders ratsam, auf die Zusammensetzung der Ernährung zu achten. Denken Sie auch daran, dass Leckerlis und Kaustangen immer zusätzliche Kalorien sind. Und auch bei den beliebten Snacks lohnt es, einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen.

Bemerken Sie Folgendes bei Ihrem Haustier, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen:
– Kaut oder frisst das Tier unnormal oder meidet es feste Futterbestandteile?
– Speichelt oder blutet es aus dem Maul?
– Fehlen ihm Zähne?
– Riecht es unangenehm aus dem Maul?
– Entdecken Sie Beläge auf den hinteren und oberen Zähnen?

Foto: Dr. med. vet. Thomas Hinz (c) R. Tams

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