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Interview – Im Gespräch mit Dr. Umes

© Foto: Umeswaran Arunagirinathan

„Dr. Umes“ (Umeswaran Arunagirinathan) lange Reise begann in Sri Lanka und führte ihn letztendlich in die fränkische Provinz. Der 39-jährige angehende Herzchirurg hat es nicht immer leicht gehabt. Uns verriet er, was ihm dazu animiert hat, stets weiter zu machen und nie aufzugeben…

Moin Moin, Dr. Umes. Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Was war Ihr schönstes Sommererlebnis?
Am ersten Augustwochenende am Jungfernstieg neben der Binnenalster beim Christopfer Street Day mit Freunden zu tanzen und Hamburg zu genießen.

Wie oft wird Ihr vollständiger Name im Durchschnitt falsch geschrieben? 😉
Sehr oft, aber es hat mich nie gestört. Ich lache meist mit. Selbst bei einem Vorstellungsgespräch ist das eigentlich ein guter Start, denn das falsche Aussprechen meines Namens lockert die ganze Situation etwas.

Sie tätigten einmal über sich die Aussage, kein besonders intelligenter Mensch zu sein. Kaum zu glauben bei jemanden der Medizin studiert hat…

Ich bin in meinem Leben sehr vielen intelligenten Menschen begegnet und wünsche mir in der Zukunft noch mehr davon um mich herum. Das Studium habe ich mit Fleiß geschafft, weil mir einiges nicht leicht gefallen ist. Man könnte auch von Ehrgeiz sprechen.

Können Sie uns stichwortartig schildern, wie aus Ihrer Sicht eine gelungene Integration funktioniert?
Es ist wichtig, dass der Ankommende die fremde Umgebung zu seiner eigenen macht. Er darf die Menschen und die Gesellschaft um sich herum nicht als fremd ansehen. So bekommt man die Chance, ebenfalls nicht als fremd wahrgenommen zu werden. Dies ist sehr wichtig für die Integration. Die Grundvoraussetzung ist auch das Erlernen der deutschen Sprache. Kurz oder langfristig wird es klappen, wenn man sich öffnet. Integration funktioniert durch den Dialog und dafür ist es wichtig, dass sich die Ankommenden unter die Gesellschaft mischen. Dies kann zum Beispiel in der Arbeitswelt geschehen. Jeder Zugewanderte benötigt außerdem einen Botschafter oder Pate, der seine Aufnahme in die Gesellschaft fördern kann – das kann der Arbeitskollege, der Klassenkamerad oder der Nachbar sein.

Darüber berichten Sie ja auch in Ihrem Buch „Der fremde Deutsche“. Möchten Sie noch weitere Bücher schreiben?
Ich habe vom Rowohlt Verlag die Anfrage für das nächste Buch. Ich freue mich in den nächsten ein bis zwei Jahren das nächste Buch zu veröffentlichen. Diesmal zum Thema „Gesundheitspolitik“.

Fühlen Sie sich noch immer in Deutschland fremd?
Ich fühle mich wie zu Hause in Deutschland.

Ihre Vergangenheit ist sehr bewegt. Woraus haben Sie die Kraft geschöpft, sich nicht unterkriegen zu lassen?
Aus den Worten meiner Mutter und meinem Glauben. Dazu kommt, dass ich aus Erfahrungen gelernt habe, dass das Leben kein gerade Linie, sondern eine Sinuskurve mit Gewinn und Verlust ist. Ich freue mich auf die Zukunft wenn ich eine Niederlage erlebe, denn dann kann es ja nur besser werden…

Sri Lanka hat eine traumhafte Landschaft. Vermissen Sie das Land?
Ich vermisse manchmal meine Kindheit, das Zusammenleben mit meinen Eltern und meine Geschwister – auch mal das Streiten mit den Geschwistern. Aber ich bin sehr glücklich hier zu sein und den Frieden genießen zu können.

Sie haben Medizin in Lübeck studiert. Welche Erinnerungen haben Sie an diese schöne Stadt an der Lübecker Bucht?
Ich habe wunderbare lehrreiche Erinnerungen an Lübeck. Wenn ich mit meinem Facharzt zum Herzchirurgen fertig bin kann es sein, dass ich eventuell in Lübeck an der Uniklinik, wo ich studiert habe, einen passenden Job finde. Die Altstadt in Lübeck ist sehr inspirierend!

Herzlichen Dank für das freundliche Gespräch.

Wir wünschen Ihnen alles Gute!

© Foto: Umeswaran Arunagirinathan

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