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Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen?

Foto: tepic - depositphotos.com

Auch im Norden werden vermehrt Südfrüchte angebaut!
Wie rasant sich auch bei uns im Norden das Klima entwickeln wird, ist schwer vorauszusagen. Auf jeden Fall gedeihen schon jetzt in Schleswig-Holstein und Niedersachsen Früchte, die eher in Südeuropa zu finden sind. Beispielsweise werden Weinreben schon seit einigen Jahren erfolgreich angebaut, etwa bei Malente. Eingebettet in die hügelige Endmoränenlandschaft reifen jetzt an einem Südhang die Reben.

Auch im Alten Land werden vermehrt für unsere Breitengrade exotische Früchte gepflanzt und gerade geerntet. Ein Landwirt auf einem familiären Obsthof in Buxtehude lässt Nektarinen und Aprikosen wachsen. „Die Sonne reicht aus, damit die Früchte reif werden“, sagt der Obstbauer Peter Stechmann. „Die Ernte ist in vollem Gange.“ Noch werden diese Früchte vereinzelt gepflanzt, aber sicher wird es in Zukunft mehr Landwirte geben, die sie anbauen.
„Wir haben einen großen Vorteil gegenüber den Anbaugebieten im Mittelmeerraum“, sagt Stechmann: „Wir können reif ernten, das wirkt sich sehr positiv auf den Geschmack aus.“ Etwa 80 Nektarinen- und 350 Aprikosenbäume stehen bei Stechmanns unter einem von ihm selbst entwickelten Ganzjahresdach aus Holz und Spezialfolie. Es schützt die Früchte vor Regen, aber auch vor Frost. „Die Aprikose ist und bleibt eine südeuropäische Art“, betont der Landwirt. Weil sie bereits im Februar zu treiben beginnt, können Nachtfröste ihr Blütenorgan zerstören. Ohne dem sogenannten geschützten Anbau mit Folien, Dächern und Netzen oder Gewächshäusern ist ein solcher Anbau mit Südfrüchten nicht möglich. Dieser Trend sei aktuell im Alten Land der wohl größte und auffälligste. Das sagt Matthias Görgens vom Obstbauzentrum in Jork, das zur Landwirtschaftskammer Niedersachsen gehört. Die Forschungs- und Beratungseinrichtung testet an mehr als 40 000 Bäumen den Anbau von rund 300 verschiedenen Sorten und gibt hiesigen Landwirten Empfehlungen für den Obstbau der Zukunft.

Extreme Wetterverhältnisse machen Landwirte erfinderisch. Sie möchten möglichst unabhängig von äußeren Umständen sein. „Kirschen vertragen keinen Regen, Äpfel keinen Hagel. Beides wird mehr, daher stehen die Bäume unter Folien“, sagt der promovierte Gartenbauer. Laut Görgens ist der „zaghafte Trend“ zu Südfrüchten im Alten Land auch eine Folge des Klimawandels. In den vergangenen drei Jahrzehnten sei die Durchschnittstemperatur in der Region um fast zwei Grad gestiegen: „Daher können wir heute andere Arten anbauen.“ Zwar handele es sich bei den Pfirsichbäumen im Alten Land um eine Anzahl im niedrigen vierstelligen Bereich: „Aber das können sicherlich mehr werden“, fügt er noch hinzu.
Auch in Gartencentern werden immer häufiger Aprikosen- und Pfirsichbäume angeboten. Wenn Sie eine sehr geschützte Ecke in Ihrem Garten oder an einer Südwand haben, kann der Anbau des Kernobstes durchaus funktionieren. Sie sollten nur dafür sorgen, dass die Blüten keinen Frost bekommen. Eine gute Ernte wünschen wir! Auf jeden Fall schmecken reif gepflückte Früchte viel aromatischer.

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