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Happy Birthday Timmendorfer Strand!

© Fotos: Schöning Verlag Lübeck

75 Jahre Gemeinde Timmendorfer Strand im Schnelldurchgang
Ab in die Sommerfrische! Timmendorfer Strand hat seine Gäste immer dem Zeitgeist entsprechend begrüßt. Das war vor mehr als 100 Jahren schon so, als die Benutzung eines Badekarrens zum Umkleiden obligatorisch war und ist heute in modernen Zeiten immer noch so. Dabei hat sich der Küstenort seinen Charme bewahrt und die Bodenhaftung nicht verloren. Heute ist er mit seinen zahlreichen unterschiedlichen Topveranstaltungen richtig angesagt und gehört zu den beliebtesten an der deutschen Ostseeküste.

Ein kleiner geschichtlicher Abriss verdeutlicht die Entwicklung der Gemeinde. Gegründet wurde sie nach Kriegsende, als die mit Flüchtlingen und Ausgebombten überfüllten Orte Timmendorfer Strand und Niendorf aus den Nähten platzten. Zu der Zeit zählte die Gemeinde 11.000 Einwohner. Dabei wurden die Verwaltungsaufgaben mehr und mehr von der Kurverwaltung übernommen und nicht mehr von der zuständigen Verwaltung in Ratekau. Die Briten, die die Orte besetzten, erklärten 1945 mittels eines Erlasses, dass Klein und Groß Timmendorf sowie Niendorf und Hemmelsdorf zu einer Großgemeinde zusammengeführt wurden. Natürlich setzte sich das ländliche Ratekau zur Wehr und es gab einige Jahre Streit, denn unter anderem die Steuereinnahmen wollte man sich nicht entgehen lassen. Fortan war Timmendorfer Strand jedoch Sitz der Gemeindeverwaltung und das ist bis heute so geblieben.
Mit den Wirtschaftswunderjahren in den 50ern kamen immer mehr Gäste und genossen das Strandleben. Manche Hotels und Pensionen warben mit Zimmern, die sogar über „fließend kalt und warm Wasser“ und außerdem eine Zentralheizung verfügten. Ein buntes Treiben mit voll besetzten Strandkörben und Sandburgen drum herum zeugte vom wirtschaftlichen Aufschwung. 1951 erhielt Timmendorfer Strand das Prädikat „Ostseeheilbad“ und auch sonst gab es neue Einrichtungen wie zum Beispiel einen Minigolfplatz und ein Jahr später die schicke Meerwasser-Trinkkurhalle, die heute mit Veranstaltungen lockt. Damals „kurte“ man, traf sich in der Rotunde zum Plausch und trank das gereinigte Ostseewasser. Zum Glück wurde das filigrane Gebäude unter Denkmalschutz gestellt, sodass es vermutlich noch weitere Jahrzehnte an seinem Platz steht und Gäste, mit welchen Highlights auch immer, anzieht. Timmendorfer Strand entwickelte sich zu einem eleganten Kurort, der auch nachts einiges zu bieten hatte. Das entdeckten die Hamburger und bevölkerten die Ostseeküste zunehmend an den Wochenenden. Natürlich auch die Hauptstädter aus Berlin, die sich über den Meilenstein mit Bär plus Entfernungsangabe von 336 km freuten.

Timmendorfer Strands Seepferdchen gibt es auch schon eine ganze Weile. 1956 kam der damalige Kurdirektor auf eine geniale Idee und ließ zehn Seepferdchenfiguren im Berliner Strandbad Wannsee im Sand einbuddeln. Die Kinder, die die Figuren fanden, durften eine Woche Ferien in Timmendorfer Strand machen. Das Seepferdchen wurde zum Logo der Tourismus GmbH und aktuell im frischen Design angepasst. Einige Jahre war der anmutige Fisch aus der Familie der Seenadeln als Bild-Marke gar nicht mehr im Werbekonzept zu finden. Doch zum Glück hat man sich besonnen und das Seepferdchen 1999 wieder zum Leben erweckt. Es musste allerdings etwas abnehmen und erscheint nun trendig, leicht und frisch. Die kleine Schwester Niendorf ist immer mal wieder stiefmütterlich vom Verwaltungssitz behandelt worden und wird es vielleicht heute noch. Dabei hat der charmante Ort mit seinem kleinen Hafen und dem urigen Brodtener Steilufer einiges zu bieten. Doch halt – einen Hafen hat es nicht immer gegeben. Der musste erst aufwendig gebaut werden. Das Leben der Fischer mit Netztrocknung und Verkauf der Fische spielte sich am Strand ab. Dass sich Badegäste, die zunehmend ihre Sommerfrische dort verbringen wollten, abgeschreckt fühlten, kann man sich vorstellen. 1912 setzten sich viele der Fischer zur Wehr und forderten einen Hafenplatz zu bauen, denn die Fischerei sei „Volksnahrungsquelle“ und diene zudem „zur Heranbildung seetüchtiger Matrosen für die Kriegs- und Handelsflotte“. Von 1920 bis 1922 wurde ein Fischereischutzhafen gebaut. Zuvor mündete dort lediglich der kleine Fluss Aalbek aus dem Hemmelsdorfer See. Es gab eine Schleuse und eine Wegbrücke – sonst nichts. Heute dümpeln Fischkutter und Ausflugsdampfer im Hafen. Im Hafeninformationszentrum finden Veranstaltungen statt und Sie erfahren alles Wissenswerte. Natürlich können Sie frischen Fisch in den Buden kaufen und an manchen Tagen frisch gebratene Meeresfrüchte kosten. Natürlich gibt’s Geräuchertes im Angebot und die leckersten Fischbrötchen. Gar nicht weit vom Hafen entfernt finden Sie den Niendorfer Vogelpark, der 1973 eröffnet wurde, idyllisch eingebettet in die Schilflandschaft der Aalbeek-Niederung.

Es geht hoch hinaus in Timmendorfer Strand. 1969 wurde die alte Strandhalle abgerissen und das Maritim Hotel- und Kongresszentrum (heute Maritim Seehotel) wächst mit 11 Stockwerken in die Höhe. 500 Betten stehen zur Verfügung, ein Seewasser-Hallenbad, ein Freibad und ein Kongresshaus mit großem Saal und einer Bühne. Vollklimatisierung, Simultanübersetzungsanlage und Tiefgarage inklusive – damals internationale Spitzenklasse im modernen Stil. Noch höher hinaus, nämlich genau 31 Stockwerke, wächst das später errichtete Maritim Golf- und Sporthotel in den Himmel. Tennisplätze, ein Golfclub und Bowlingbahnen bieten sportliche Abwechslung.

Nicht nur Kinder freuen sich über eine weitere besondere Einrichtung in Timmendorfer Strand, die 1995 den Platz des damaligen Seewasser-Hallenbades eingenommen hat. Im SEA LIFE entdecken Sie eine sensationelle Unterwasserwelt in Aquarien und offenen Becken mit 2500 Tieren aus den unterschiedlichsten Regionen, aber auch der Ostsee. Seepferdchen sind zu bewundern, possierliche Otter, Hummer, Rochen und ganz viele andere Wasserwesen.

Vieles ist anders geworden, aber vieles ist auch fast so geblieben. Der Timmendorfer Platz zum Beispiel. Dort haben sich die Gebäude nicht wesentlich geändert. Statt der Normaluhr in der Mitte plätschert ein Springbrunnen. Im Rathaus gegenüber finden Sie die Tourismus GmbH und die Bücherei. Die wichtigsten Neuigkeiten über die Prominenz, Stars und Sternchen erfahren Sie immer noch in den Cafés am Platz. Heute finden Sie in Timmendorfer Strand alles, was Ihr Herz begehrt. Neben trendigen Shops und angesagten Events ein vielfältiges kulinarischen Angebot von der Sterneküche bis zum Streetfood. Wer es gern etwas ruhiger möchte, weicht nach Niendorf aus und wer die wildwüchsige Einsamkeit sucht, macht einen Spaziergang unterhalb des Brodtener Steilufers. Oder umrundet den nahgelegenen romantischen Hemmelsdorfer See. Doch wir raten: Kommen Sie mal vorbei und überzeugen Sie sich selbst!

© Fotos: Schöning Verlag Lübeck

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