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Schön, schöner am schönsten

Foto: © Kurbetrieb Dahme

Erste frühlingshafte Tage mit noch zaghaften Sonnenstrahlen erwärmen die Erde und das Gemüt. Genau die richtige Zeit, Spaziergänge in die Umgebung zu machen, um die schönsten Gebäude, Stätten, Winkel und Flecken im hügeligen Norden Schleswig-Holsteins zu entdecken. Den manchmal noch kalten Winden trotzen wir gut eingemummelt mit einer kuscheligen Jacke und einem Schal. Und schon kann’s losgehen.

Unseren Erkundungstrip beginnen wir in Lübecks Altstadt. Die Hansestadt feiert übrigens in diesem Jahr einen ganz besonderen Geburtstag und wird „Plötzlich 30“. 1987, also genau vor 30 Jahren, erhielt die Lübecker Altstadt den Titel UNESCO Welterbe und damit die Auszeichnung, etwas Besonderes und Schützenswertes zu sein. Das ganze Jahr über finden unterschiedliche Aktionen und Veranstaltungen in den Museen, Kirchen und auf den Straßen statt. Wer gern tiefer ins mittelalterliche Lübeck eintauchen möchte, sollte sich für Anfang Juni eine Eintragung in seinen Kalender machen, denn dann finden besondere Stadtführungen statt. Darauf machen wir rechtzeitig aufmerksam. In der alten Stadt gibt es so viel zu sehen, dass selbst Insider immer wieder über Details erstaunt sind und Neues entdecken. Neben den Backsteinkirchen und Museen lohnt ein Abstecher in Gänge, Torwege und Höfe. Etwa 90 von ihnen sind noch erhalten. Schlüpft man in sie hinein, das kann man zum Teil ganz wörtlich nehmen, denn manche der Gänge sind so schmal, dass gerade ein Mensch hindurchpasst, fühlt man sich zurückversetzt in mittelalterliche Zeiten. Doch wir bewegen uns Richtung Stadtausgang, überqueren die Untertrave und stehen vorm Wahrzeichen Lübecks, deren Türme sich einander zuneigen. Jeder kennt das Holstentor, das stolze Symbol der Geschichte der Hansestadt, aber viele Menschen haben das Museum im Inneren noch nie betreten. Es lohnt aber. Hinter den bis zu 3,50 Meter dicken Mauern befindet sich die Ausstellung „Die Macht des Handels“, die vom Erfolg der Lübecker Kaufleute durch den Handel erzählt. Errichtet wurde der markante Bau in den Jahren 1464 bis 1478 vom Stadtbaumeister Hinrich Helmstede nach niederländischen Vorbildern. Er diente natürlich der Repräsentation, gleichzeitig aber auch der Verteidigung. Kanonen beschützten die Stadt vor Eindringlingen. Dass das Holstentor überhaupt noch an seinem Platz steht, verdanken wir einer Abstimmung 1863 nach einer zehn Jahre dauernden Abrissdiskussion. Die Bürgerschaft beschloss mit 42:41 Stimmen, das Tor zu erhalten. Wer Näheres erfahren möchte: Immer wieder samstags finden die beliebten Führungen um 15 Uhr statt. Alles Weitere
finden Sie unter >>www.museum-holstentor.de.

Von Lübeck machen wir einen Abstecher zur schönen maritimen Schwester an der Travemündung. Der Alte Leuchtturm in Travemünde ist ebenfalls immer einen Besuch wert. 1539 haben holländische Maurer ganz ohne Gerüst den 39 Meter hohen und ein Meter dicken Leuchtturm aus Ziegelsteinen errichtet und sie haben gute Arbeit geleistet. Wir raten unbedingt die 142 Stufen bis zur Aussichtsgalerie zu erklimmen. Auf jeder Etage kann man Museumsgegenstände wie Signalbälle, Laternen und Tonnenleger ansehen und ausruhen, wenn man möchte. Von Etage zu Etage werden die Stufen steiler; die letzten fast senkrecht. Öffnet man oben die Tür zur Galerie, schlägt einem der Wind ins Gesicht und man drückt sich an die Mauer, wenn man nicht schwindelfrei ist. Lediglich eine Metallumzäunung trennt vom Abgrund. Die Aussicht ist fantastisch. Auf der rundumlaufenden Galerie erblicken Sie den Skandinavienkai, die Travemünder Altstadt und die Lübecker Bucht bis Grömitz. Auch die Küste Mecklenburg-Vorpommerns mit ihren Stränden ist zu sehen. Wer einmal hier war, kommt immer wieder. Informationen unter >>www.leuchtturm-travemuende.de.

Diese Aussicht macht fast süchtig. Wer noch mehr fantastische Ausblicke genießen möchte, macht sich von Travemünde auf den Weg bis nach Niendorf – am Strand entlang natürlich. Oder erst auf dem bequemen Wanderweg oberhalb des teils turmhohen Kliffs. Sie erwarten traumhafte Panoramaweitblicke auf das Meer und in das hügelige Hinterland. Das Steilufer ist bezeichnet nach dem nahe gelegenen Dorf Brodten (aus dem Slawischen: „Der Ort nahe des Wassers“). Direkt am Ufer liegen riesige und kleine Steine im Wasser und auf dem Sand. Herabgestürzte Bäume und Uferabbrüche versperren den Weg. Schwemmholz, Tang und Treibgut sind schöne Fotomotive.

Wenn Sie gut zu Fuß sind, marschieren Sie weiter durch Niendorf an der neuen Seebrücke vorbei bis zum Hafen. Dort haben Sie sich ein Päuschen verdient, vielleicht mit einem Fischbrötchen auf die Hand. Doch, wer zu lange rastet, der rostet. Daher empfehlen wir einen kleinen Abstecher ins Hinterland von Niendorf durch die Aalbeek-Niederung. Der kleine Fluss verbindet den Hemmelsdorfer See mit dem Niendorfer Hafen. Wählen Sie einen klaren Tag für Ihren Spaziergang, dann haben Sie vom Hermann-Löns-Turm eine fantastische Sicht und können sogar die sieben Kirchtürme Lübecks erspähen. Infos unter >>www.timmendorfer-strand.de.

Gar nicht weit entfernt, im Achterland von Scharbeutz, begegnen Ihnen erneut Naturschönheiten mit viel Wasser. Die Pönitzer Seenplatte mit dem Kleinen und Großen Pönitzer See und dem Taschensee eignen sich ganz besonders für Rad- und Fußwanderungen. Im Sommer auch zum Baden und Angeln. Die Region ist wunderschön in eine Moor- und Waldlandschaft eingebettet, umgeben von hügeligen Feldern. Was will man mehr an einem ersten Frühlingstag?
Vielleicht eine wunderschöne alte Feldsteinkirche besuchen, die mit zu den besterhaltenen dieser Art in Ostholstein gehört. Die Vicelinkirche in Ratekau aus dem 12. Jahrhundert ist im romanischen Stil errichtet. Wer gern mehr zur Geschichte des Wahrzeichens erfahren möchte, kann sich die kostenlose Soundinstallation anhören. Infos unter >>www.ratekau.de.

Noch mehr zur Geschichte der Region und insbesondere des Hafenstädtchens Neustadt erfahren Sie im zeiTTor, einem modernen Museum im Kremper Tor mit vielen Mitmachmöglichkeiten und Aktionsbereichen. Die „Übrigenstexte“ sorgen für einen unterhaltsamen Ausflug in die Vergangenheit vor 7.000 Jahren genauso wie vor 50 Jahren. Das zeiTTor hat die Sammlungsschwerpunkte „Mensch und Umwelt in der Steinzeit“ und „Leben im alten Neustadt“. Berühmt sind vor allem die archäologischen Funde vom „Marienbad“, einem steinzeitlichen Siedlungsplatz auf dem Grund der Ostsee. Sie sind einzigartig und machen den menschlichen Alltag vor über 6000 Jahren erlebbar. Infos unter >>www.zeittor-neustadt.de.

Ganz in der Nähe von Neustadt bei Altenkrempe befindet sich das Kultur Gut Hasselburg – auch hier lohnt ein Besuch. Durch den Torhausbogen gelangen Sie auf die Hofanlage, die heute noch zum Teil von einst schützenden Wassergräben umgeben ist. Das Torhaus und das Herrenhaus mit der Wendeltreppe sind ein Zeugnis der einzigartigen Gutsarchitektur Schleswig-Holsteins. Unterschiedliche Konzerte werden im Herrenhaus und der großen Scheune aufgeführt und im Sommer finden dort im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals die Musikfeste auf dem Land statt. Weiteres unter >>www.hasselburg.de.
Leider müssen wir uns auf eine kleine Auswahl besonderer Orte und Sehenswürdigkeiten im Norden beschränken, wollen Ihnen aber ein Schloss auch nicht vorenthalten. Ein Spaziergang am Großen Eutiner See unter alten Buchen und Eichen ist gerade im zeitigen Frühjahr immer wieder ein besonderes Erlebnis. Schlendern Sie durch den bis heute erhaltenen englischen Landschaftsgarten mit Blick auf das Schloss. Es öffnet seine Tore wieder am 17. März. Infos unter >>www.schloss-eutin.de.

Eine ebenfalls wunderschöne Parkanlage finden Sie in Malente. Der Kurpark wurde 2009 zur zweitschönsten Parkanlage Deutschlands gekürt und das soll schon was heißen. Verantwortlich für die grüne Oase waren der Gartenarchitekt Karl Plomin und der Architekt Peter Arp. 1962 bis 1964 schufen sie die Gärten mit standortgerechten, farbenfrohen Kombinationen aus Gehölzen und Stauden unter Berücksichtigung der topografischen Gegebenheiten und der einzelnen Blütezeiten. Rhododendren, Waldstauden und Magnolien wachsen im Schatten mächtiger Eichen und Buchen auf dem Brahmberg. In der Schwentineniederung gedeihen Sumpfzypressen, Flügelnüsse und Katsurabäume. Mehrere Teiche werden von zahlreichen Wasservögeln und Insekten bewohnt. Infos unter >>www.kurpark-malente.de.
Für unseren nächsten Stopp begeben wir uns wieder an die Küste und besuchen das Kloster Cismar. Die Außenanlage des Klosters, mit dessen Bau 1231 begonnen wurde, ist immer zu besichtigen. Die interessanten Klosterführungen sind wieder ab Anfang April jeden Mittwoch und Samstag um 17.00 Uhr möglich. Aber auch außer der Reihe sind sie telefonisch zu buchen unter Tel.: 04366 648,(Frau Bergeest). Dort erfahren Sie ganz viel über die Geschichte und die Verbannung der Mönche des Johannisklosters in Lübeck durch den Erzbischof in Bremen in die Einöde von Cismar. Was mögen sie wohl angestellt haben, dass sie derart bestraft wurden? Aufmerksam machen möchten wir noch auf die Kunstausstellung „Ich habe einen Vogel“, in der die ausdrucksstarken Bilder von Albert Christoph Reck vom 9. April bis zum 29. Oktober in den barocken Räumen und im Gewölbesaal im Westteil der Klosterkirche gezeigt werden. Infos unter >>www.kloster-cismar.de.

Last but not least geht’s direkt an die Küste zum Dahmer Leuchtturm. Von dort haben Sie einen fantastischen Ausblick über den Küstenverlauf der Lübecker Bucht. 1878/79 ist der Leuchtturm Dahmeshöved an einem Küstenvorsprung auf einer Geländehöhe errichtet worden. Natürlich diente er der Schifffahrt als Orientierungsfeuer und zu Zeiten der deutsch-deutschen Teilung hatte er eine besondere Bedeutung, denn er gab DDR-Bürgern einen Orientierungspunkt bei Fluchten über die Ostsee und war ihr „Licht der Freiheit“. Ab April können Sie ihn jeden Sonntag und Donnerstag wieder unter fachkundiger Führung besichtigen. Und Heiratswillige besteigen gern die 108 Stufen zu ihrem Glück. Die Terminvergabe für Eheschließungen im Leuchtturm erfolgt ausschließlich über das Standesamt Grömitz (Tel.: 04562 9237). Alles Weitere unter >>www.dahme.com.

Wir wünschen viel Spaß auf Ihren Erkundungstouren!

 

Foto: © Kurbetrieb Dahme

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