Sie sind wieder in Mode gekommen – Arten wie Rote Bete, Schwarzwurzeln, Pastinaken, Steckrüben und Topinambur. Und da sie bestens mit unserem Klima klarkommen, sind sie vor Ort zu bekommen. Gut für unsere Umwelt.
Nehmen wir die Steckrübe, die in den Weltkriegen vielen Menschen geholfen hat zu überleben. Daher galt sie als Arme-Leute-Essen und wurde in der Nachkriegszeit verschmäht. Doch heute wird sie immer beliebter und kann vielseitig zubereitet werden. Kaufen Sie nicht zu große Exemplare, denn kleinere sind zarter. Für Suppen und Eintöpfe ist das Gemüse bestens geeignet. Auch Gratins und Pürees schmecken lecker. Letztere lassen sich auch gut mit Wurzeln, Kartoffeln und Sellerie verfeinern. Ein Schuss Sahne oder etwas Butter rundet das Gericht ab. Tipp: Können Sie für eine Mahlzeit nicht eine ganze Rübe verwenden, hält sie sich in einem Gefrierbeutel im Kühlschrank etliche Tage frisch. Steckrüben haben wenig Kalorien, dafür Vitamin C, Kalium und Beta-Carotin.
Pastinake, Topinambur und Schwarzwurzel
Auch bei den Pastinaken lieber kleinere Rüben kaufen. Sie haben weißes Fleisch und halten sich einige Tage im Kühlschrank. Am besten wickeln Sie sie in ein feuchtes Küchentuch, rät das BzfE. Sie sind eher süßlich im Geschmack und sehr bekömmlich. Tipp: Säuglinge und kleine Kinder mögen einen Gemüsebrei aus Kartoffel und Pastinaken meist sehr gern. Schälen Sie sie mit einem Sparschäler vor der Zubereitung. Sie können wie Wurzel zubereitet werden, man kann sie aber auch bestens gerieben als Rohkost essen. Ein Püree aus Kartoffeln und Pastinaken passt ausgezeichnet zu Lamm und Wild. Noch ein Tipp: Die Blätter der Pastinake nicht wegwerfen! Klein geschnitten verfeinern sie Salate und Pastinake-Gerichte. Die Pastinake sättigt gut, da sie viel Stärke enthält.
Etwas wie Ingwer sieht Topinambur aus, schmeckt aber süßlich-artischockenähnlich und heißt daher auch Erdartischocke. Meist wird das Gemüse in Süddeutschland angebaut. Sie können es in einem geschlossenen Behälter mehrere Wochen im Kühlschrank aufbewahren. Entfernen Sie auch hier die Schale vor dem Zubereiten. Wie die anderen Gemüsesorten sind die Möglichkeiten in der Küche vielfältig. Für Suppen, Aufläufe oder Quiche eignet sich das Gemüse ebenso wie als knusprig gebratene Puffer. Auch als Rohkost sollten Sie es mal ausprobieren. Tipp: Topinambur enthält einen hohen Inulingehalt und ist deshalb gut für Diabetiker geeignet, da der Blutzuckerspiegel nach dem Genuss nicht so schnell steigt.
Unbedingt probieren sollten Sie die Schwarzwurzeln, wenn Sie sie noch nicht kennen. Meist erhält man die dünnen Stangen noch mit Erde drum herum. Gut lagern kann man sie in einem feuchten Küchentuch im Kühlschrank. Vor dem Zubereiten schälen oder wie Möhren schaben. Es empfiehlt sich beim Säubern Einmalhandschuhe zu tragen, da ein klebriger Saft austritt, der die Hände verfärbt. Legen Sie die Stangen nach dem Putzen am besten in Zitronenwasser mit etwas Mehl vermischt, dann werden sie nicht braun. Schwarzwurzeln sind sehr lecker, schmecken nussig und würzig. Man kann das kleingeschnittene Gemüse in Salzwasser 20 Minuten garen und wie Spargel mit einer hellen Soße reichen. Auch einfach nur mit Petersilienbutter beträufelt schmeckt es köstlich. Für Suppen, Eintöpfe und Aufläufe lassen sich die Stangen verwenden ebenso wie zu einem Rohkostsalat mit Äpfeln.
Tipp: Schwarzwurzeln enthalten viel Eisen und sind daher zum Beispiel für Vegetarier und Veganer eine sehr gute Eisenquelle.
Im Märchen Kochbuch, was wir Ihnen einige Seiten zuvor vorstellen, haben wir noch eine Tarte mit Wintergemüse entdeckt, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.
Tarte mit Wintergemüse
Für 6 Personen – bzw. 1 Tarteform (20 cm Ø)
Zutaten
- 1 Rolle Blätterteig (275 g)
- 350 g Frischkäse
- 2 große Möhren
- 2 große Petersilienwurzeln
- 150 g Topinamburen
- 2 Knoblauchzehen
- 2 rote Zwiebeln
- 20 g Mandeln
- 2 EL Olivenöl
- 2 EL Honig
- 1 TL Salz
- 1 Orange
- 1 Zweig Thymian
Außerdem:
- Butter für die Form
- Meersalz zum Bestreuen
Die Tarteform buttern. Den Blätterteig ausrollen und die Tarteform damit auskleiden, dabei die Teigränder leicht einschlagen. Den Frischkäse glatt rühren und den Tarteboden damit gleichmäßig bestreichen.
Möhren, Petersilienwurzeln und Topinamburen putzen, schälen und am besten mit einer Schneidemaschine längs in feine Streifen schneiden. Knoblauch und Zwiebeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Mandeln grob hacken. Alle vorbereiteten
Zutaten in eine Schüssel geben und mit Olivenöl, Honig und Salz vermengen. Die Orange halbieren und den Saft auspressen. Thymian abbrausen, trocken schütteln und die Blättchen abstreifen. Orangensaft und Thymian unter das Gemüse mischen
und alles 10 Minuten ziehen lassen.
Inzwischen den Backofen auf 190 °C vorheizen. Das Gemüse auf dem Frischkäse verteilen. Die Tarte im heißen Ofen (Mitte) ca. 50 Minuten backen, bis das Gemüse weich, aber noch bissfest ist. Mit Meersalz bestreut servieren.
Bildrechte für die Tarte mit Wintergemüse:
Das Copyright liegt bei Melina Kutelas, Hölker Verlag