24. Juli 2026
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Im gespräch mit Florian Fitz

Sie sind ein bekannter Theater- und Fernsehschauspieler. Sind Sie durch
Ihre Eltern, die beide Schauspieler waren, zu diesem Beruf gekommen
oder wie hat es sich entwickelt?

Ja, meine Eltern waren beide Schauspieler, und dadurch bin ich ganz selbstverständlich mit diesem Beruf aufgewachsen. Für mich war das nichts Besonderes, sondern einfach eine ganz normale Art, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Eine Zeit lang wollte ich allerdings Kameramann werden und habe mich an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam beworben. Das Studium konnte ich jedoch nicht antreten, da ich als Westberliner hohe Studiengebühren hätte zahlen müssen. Daraufhin bin ich nach Wien zurückgegangen, habe dort meine Schauspielausbildung abgeschlossen und bin Schritt für Schritt in den Beruf hineingewachsen.

Gibt es eine Rolle in Ihrer Fernsehkarriere, die Sie am liebsten gespielt haben?

Ich habe immer besonders gerne komische Rollen gespielt. Ich finde, die Komödie ist eine der Königsdisziplinen unseres Berufs. Sie fordert viel Feingefühl und
Timing und macht bis heute große Freude.

Welche Theaterrolle würden Sie unbedingt gern mal spielen?

Es gibt keine konkrete Rolle, die ich unbedingt noch spielen möchte. Natürlich gibt es Klassiker, aber aus manchen bin ich inzwischen altersmäßig herausgewachsen. Eine besondere Erfahrung war jedoch meine Rolle als Mephisto in „Doctor Faustus Lights the Lights“ unter der Regie von Robert Wilson – das war eine sehr prägende Arbeit für mich.

Gibt es Rollen, die Sie schon abgelehnt haben und wenn ja, aus welchen
Gründen?

Ja, ich habe schon Rollen abgelehnt. Die Gründe sind meist entweder inhaltlicher oder terminlicher Natur. Grundsätzlich sehe ich mich aber auch als Dienstleister und bin der Meinung, dass man aus fast jeder Rolle etwas machen kann – vorausgesetzt, das Drehbuch ist nicht völlig unzureichend.

In diesem Jahr sind Sie prominenter Gaststar bei den Karl-May-Spielen in
Bad Segeberg. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich besonders auf die Arbeit mit den Pferden und das Spielen unter freiem Himmel. Seit Ende letzten Jahres nehme ich Reitunterricht in Berlin, um mich darauf vorzubereiten. Die körperliche Arbeit und die besondere Atmosphäre eines Open-Air-Theaters reizen mich sehr. Außerdem freue ich mich sehr auf die Zusammenarbeit mit dem Ensemble, vor allem auf die wunderbaren Kolleginnen und Kollegen, die ich größtenteils zum ersten Mal kennenlerne. Ich bin gespannt auf die gemeinsame Arbeit und die Zeit, die wir zusammen verbringen werden.

Sie spielen bei dem Stück „Im Tal des Todes“ den skrupellosen Geschäfte-
macher Roulin. Wie bereiten Sie sich auf Ihre Rolle vor?

Ein großer Teil meiner Vorbereitung besteht tatsächlich im Reittraining. Zusätzlich beginne ich natürlich rechtzeitig mit dem Textlernen und arbeite mich Schritt für Schritt in die Figur hinein. Wichtig ist mir, dass ich körperlich und mental gut vorbereitet bin.

Spielen Sie lieber Bösewichte oder die Guten und warum?

Beides hat seinen Reiz. Bösewichte sind oft unkonventioneller und müssen sich nicht an moralische Regeln halten, was sie spannend und unberechenbar macht. Gleichzeitig macht es Spaß, die „Guten“ zu spielen, weil man die Sympathie des Publikums auf seiner Seite hat. Letztlich steckt in jeder Figur etwas Gutes und etwas Böses – das macht sie interessant.

Sie werden in einem Open-Air-Theater mit über 7.500 Sitzplätzen spielen.
Haben Sie Lampenfieber?

Momentan habe ich kein Lampenfieber. Ich glaube auch, dass es weniger von der Anzahl der Zuschauer abhängt, sondern eher davon, wie nah man ihnen ist. In Bad Segeberg ist die Distanz relativ groß, was fast schon abstrakt wirkt. Wie es bei der Premiere sein wird, werde ich sehen – aber grundsätzlich kann ich gut mit Lampenfieber umgehen.

Was sind Ihre Wünsche für die Spielzeit in Bad Segeberg?

Ich wünsche mir vor allem gutes Wetter, ein begeistertes Publikum und dass wir alle gesund bleiben. Es wäre schön, wenn wir gemeinsam eine tolle Atmosphäre schaffen und den Menschen Freude bereiten können. Vielleicht gelingt es uns sogar, mit dem Stück eine kleine Botschaft zu vermitteln – dass es im Leben um mehr geht als nur um Reichtum und materiellen Erfolg.

© Foto Karl-May-Spiele – Claus Harlandt

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