Ach ja, Urlaub damals – das war noch echte Erholung! Keine Fernreise, keine Planungspanik, keine Instagram-Hotspots. Wenn bei uns das Thema „Urlaub“ aufkam, stand das Ziel schneller fest als Papa „Tank ist voll“ sagen konnte: Dänemark. Fertig. Keine Diskussion. Vorne im Auto thronte die Elterngeneration, Papa mit Kartenmaterial und Mama mit Thermoskanne bewaffnet. Hinten machten es sich meine Schwester und ich gemütlich – richtig gemütlich. Gurtpflicht? Ja, theoretisch schon. Aber praktisch lagen wir wie kleine Walrösser unter unseren Bettdecken, ein tragbares Kassettenradio zwischen uns und ein Stapel TKKG-Kassetten, der jede Autofahrt in ein Abenteuerland verwandelte. Tarzan, Karl, Klößchen und Gaby waren quasi unsere Reisebegleiter. In Dänemark dann: Entspannung pur. Ein Häuschen mitten in den Dünen, der Sand unter den Füßen, das Meer in Hörweite. Keine Animation, kein All-inclusive-Buffet. Dafür: Baden von früh bis spät, matschige Pfannkuchen, Sand in der Unterhose und Abende mit UNO und „Mensch ärgere dich nicht“. Damals reichte das völlig – und war sogar ziemlich genial. Heute? Da scheint Urlaub eine Art Wettbewerb zu sein. Türkische Riviera, Bali, Thailand – am besten mit Yoga-Retreat, Surfkurs und Streetfood-Erleuchtung. Wir zerbrachen uns wochenlang den Kopf: Wo müssen wir dieses Jahr hin, damit unser Kind später sagen kann, seine Kindheit sei „Instagram-worthy“ gewesen? Ich war fast erleichtert, als die Flugpreise so schockierend hoch waren, dass wir unseren Weltreise-Traum mit einem herzhaften „Ach nö!“ beerdigten. Stattdessen: Koffer ins Auto, Frau rein, Kind rein – auf nach Dänemark! Ein bisschen langweilig? Vielleicht. Aber manchmal ist genau das das Schönste: den Wind um die Nase wehen lassen, Sandburgen bauen und abends mit der Familie TKKG hören. Denn seien wir ehrlich – Urlaub wie früher fühlt sich manchmal einfach mehr nach echtem Urlaub an. pa