25. Juli 2026
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Papa, deine Popel sind nicht fremd

Manche Gespräche kommen als Eltern einfach völlig unerwartet. Neulich war wieder einer dieser Abende, an denen alles nach Plan lief. Zähneputzen, Kuscheln, eine Gute-Nacht-Geschichte – der übliche Ablauf. Alles schien friedlich, bis mein 3,5-jähriger Sohn mir plötzlich eine Frage stellte, die ich wirklich nicht kommen sah: „Papa, kann ich auch mal deine Popel probieren?“ Ich musste kurz innehalten. Als Elternteil ist man ja auf viele Fragen vorbereitet: „Warum ist der Himmel blau?“, „Wo kommen die Babys her?“ – solche Klassiker. Aber das? Ich musste schlucken, bevor ich ruhig und pädagogisch antwortete: „Äh, nein. Wenn du schon Popel essen möchtest, dann bitte nur deine eigenen. Niemals fremde Popel!“ Ich dachte, das wäre ein vernünftiges Argument. Doch mein Sohn war schneller, als ich dachte. Ohne zu zögern, entgegnete er: „Aber Papa, du bist doch nicht fremd!“ Tja. Was soll man da noch sagen? Rein logisch hatte er natürlich recht. Für ihn war ich definitiv kein Fremder, also warum sollten meine Popel „fremd“ sein? Trotzdem hielt ich an meiner Linie fest: Jeder bleibt bei seinen eigenen Popeln! Am nächsten Morgen, als ich noch müde über meinem Kaffee saß, kam das Thema erneut auf. Mein Sohn schaute mich mit demselben ernsthaften Blick an wie am Vorabend und sagte: „Papa, ich wollte dir nur noch mal sagen: Deine Popel sind echt nicht fremd.“ Ich konnte nicht anders, als laut loszulachen. Der kleine Kerl hatte wirklich darüber nachgedacht! Es war so einer dieser Momente, die dich als Elternteil zwischen Lachen und Staunen zurücklassen. Gleichzeitig dachte ich mir: Vielleicht sollte ich mich doch ein wenig mit dem Thema Popeln beschäftigen – schließlich war es bei meinem Sohn anscheinend ziemlich präsent. Ich stellte Nachforschungen an und fand heraus: Mukophagie, wie das Popelessen in der Wissenschaft genannt wird, ist nicht nur harmlos, sondern hilft sogar dem Immunsystem. Die Bakterien im Nasenschleim trainieren den Körper, zwischen guten und schlechten Mikroorganismen zu unterscheiden. Dennoch bleibe ich als Vater eisern: Jeder bleibt bei seinen eigenen Popeln!

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