25. Juli 2026
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Mit Günther Jauch in der Weihnachtshölle

Da stehe ich also, mitten im vorweihnachtlichen Chaos des Citti-Parks, der an diesem Samstagmorgen so überfüllt ist, dass man meinen könnte, es gäbe eine Gratis-Runde Geschenkkarten für die ersten 1000 Kunden. Meine Frau hat eine Einkaufsliste in der Hand, die länger ist als meine Geduld in einem überheizten Einkaufszentrum. Schon beim Betreten drückt mir eine aufdringliche Frau einen Flyer für „Weihnachtsfotos im Winterwunderland“ in die Hand und ich sehe eine kitschige Kulisse bestehend aus Kunstschnee, blinkenden Lichtern und dem obligatorischen Plastik-Weihnachtsmann. Während ich dankend ablehne, schiebt sich eine Menschenmenge an mir vorbei, als wäre ich nur ein Hindernis auf dem Weg zu den reduzierten Weihnachtspullis. Ich schwitze, nicht nur wegen der Menschen, sondern auch, weil es gefühlt 30 Grad in diesem vorweihnachtlichen Hexenkessel sind. Der Grund für das Gedränge wird schnell klar: Günther Jauch stellt heute seinen neuen Wein im Citti-Park vor. Kein Scherz. Die Leute sind wild entschlossen, einen Hauch von Prominenz und vielleicht ein Schlückchen des Jauch-Fusels zu erhaschen. Inmitten dieses Tumults entdeckt unser dreijähriger Sohn einen Spielzeugladen. Seine Augen leuchten auf, als wäre er in die Schatzkammer des Weihnachtsmanns gestolpert. Weil wir jedoch einen weiten Bogen um das Geschäft machen wollen, setzt unser Filius zu einem Wutanfall an und rollt sich geschlagene fünf Minuten über den Boden. In diesem Moment möchte ich nur eines: ganz laut schreien und flüchten – raus aus dieser Weihnachtshölle, zurück in die gemütliche Normalität meines Wohnzimmers. Doch dann kommt mir ein Gedanke: Die Wunder der Weihnachtswelt, auch wenn sie für mich heute noch so nervig sein mögen, erlebt unser kleiner Sohn heute vielleicht zum ersten Mal bewusst. Also besinne ich mich eines Besseren. Wir gehen in den Spielzeugladen, kaufen dem Lütten eine Kleinigkeit und setzen uns am Ende auf eine Bank, um eine Kugel Eis zu genießen. Alles halb so schlimm. Die Menschenmassen, der Kunstschnee, Günther Jauch und der Weihnachtsmann – sie gehören zu diesem verrückten Weihnachtstreiben einfach dazu und bevor auch unser Sohn zum Grinch wird, ziehen hoffentlich noch viele Jahre ins Land. pa

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