Es gibt ja die verschiedensten Arten mit einer Krise umzugehen beziehungsweise, sich auf die nächste vorzubereiten. Ein Bunker im Garten, prall gefüllt mit Lebensmitteln und alten Ausgaben des Praline-Magazins, ist eine davon. Manch anderer setzt sich vielleicht lieber einen Aluhut auf den Kopf, um einer Gedankenmanipulation durch Regierung oder Außerirdische präventiv entgegenzuwirken. Auch meine Frau und ich zogen diese und weitere Möglichkeiten für einen Moment in Betracht, verwarfen sie aber alsbald wieder. Stattdessen wurden wir im Baumarkt fündig, dem wohl einzigen öffentlichen Ort, an dem Mann sich dieser Tage noch vergnügen darf. Während wir also an Hochdruckreinigern, Schlagbohrmaschinen und Winkelschleifern vorbeiflanierten, machte meine bessere Hälfte eine Entdeckung. Auf einem Ramschstapel in der Sanitärabteilung lag da ein weißer Karton mit dem Aufdruck „Dusch-WC-Aufsatz“ und dem Bild einer futuristisch anmutenden Klobrille. Während ich an dem komischen Ding, das auf einen Bruchteil seines ursprünglichen Preises reduziert war, achtlos vorbeiging, zeigte sich meine Frau auf einmal freudig erregt. Sie hatte diese Art der Toilette während einer Asienreise kennengelernt. „Das ist einfach viel hygienischer. Außerdem brauchen wir dann so gut wie kein Klopapier mehr.“
Touché! Kein schlechtes Argument in Zeiten, in denen so mancher kriminell wird, um des weißen Goldes habhaft zu werden. Wir kauften das Ding also und ich installierte es noch am selben Tag. Der auf die Popomitte gerichtete und wohlig temperierte Wasserstrahl war anfangs ein wenig ungewohnt, konnte nach mehrmaliger Benutzung aber umso mehr überzeugen. Dank des integrierten Föns bewegt sich unser Klopapierverbrauch nun in homöopathischen Dosen. Wenn ich im Supermarkt also mal wieder jemanden beim Horten der Knödelpappe erwische, ringt mir das nur noch ein müdes Lächeln ab. Auch der Bunker im Garten und der Aluhut waren seit der Anschaffung der Klobrille nie mehr ein Gesprächsthema. pa