Wasser ist in allen möglichen Varianten zu haben – einen Mangel daran gibt es zum Glück bei uns im Norden nicht. Denn ohne Wasser könnten wir nicht überleben. Es fließt aus der Leitung, wird in Glas- oder Plastikflaschen angeboten und ist mit oder ohne Kohlensäure versetzt. Doch es gibt Qualitätsunterschiede. Kann man Leitungswasser bedenkenlos trinken oder muss es gar abgefülltes Heilwasser sein? Wie ist es mit Rückständen der Verpackung? Hier gibts Antworten.
Unterschiedliche Sorten
Neben Leitungs- und Quellwasser gibt es Mineral- und Tafelwasser. Wie unterscheiden sich die einzelnen Sorten? Aussehen tut es immer gleich, doch Wasser unterscheidet sich je nach Herkunft, Zusammensetzung und schließlich geht es um die amtliche Anerkennung, die Wasser und Quelle erfüllen muss. Mineralwasser braucht eine amtliche Anerkennung. Zur Qualitätskontrolle sind mehr als 200 Einzeluntersuchungen notwendig. Das Naturprodukt aus unterirdischen Quellen muss vor Ort abgefüllt werden und darf kaum behandelt werden. Lediglich Kohlensäure darf hinzugefügt oder entzogen werden. Aber die enthaltenen Mineralstoffe dürfen nicht verändert werden. Rund 800 anerkannte Mineralwasser gibt es in Deutschland.
Quellwasser stammt ebenfalls aus unterirdischen Quellen, die aber nicht amtlich anerkannt sein müssen. Der Mineralstoffgehalt darf variieren. Beim Tafelwasser ist es so, dass Mineralstoffe und Kohlensäure hinzugefügt werden dürfen. Es kann aus verschiedenen Quellen kommen. Sogar Leitungswasser darf als Tafelwasser verkauft werden.
Leitungswasser – beste Qualität
Welche Mineralstoffe und Spurenelemente Mineralwasser enthält, hängt von der Quelle und Gesteinsart ab. Auch Leitungswasser unterscheidet sich je nach Region in seiner Zusammensetzung. In Neustadt zum Beispiel haben wir 100 mg Calcium und 353 mg Hydrogencarbonat pro Liter im Leitungswasser. Im Vergleich dazu enthält ein Liter Evian 80 mg Calcium und 360 mg Hydrogencarbonat. Leitungswasser ist in Deutschland das am stärksten kontrollierte Lebensmittel und unterscheidet sich nur wenig im Verhältnis zu zahlreichen Mineralwassern. Die Trinkwasserverordnung regelt alle Details bezüglich des Leitungswassers. Dennoch kann es zu Verunreinigungen durch Rohre kommen, durch die es fließt. Hausbesitzer tragen hier die Verantwortung.
Leitungswasser zu trinken ist bei uns in Deutschland unbedenklich, selbst für Babys. Vielfach wird sogar dazu geraten – so auch von der Zeitschrift Öko-Test – eher Leitungswasser als Mineralwasser zu trinken. Immer wieder tauchen in getesteten Mineralwassern Schadstoffe auf.
Wie viel soll es sein?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, täglich etwa 1,5 Liter zu trinken. Das reiche aber nur aus, wenn noch ein Liter durch Nahrung wie Obst und Gemüse dazukomme. Trinken Sie regelmäßig am besten ein Glas pro Stunde. Im Sommer bei hohen Temperaturen ist der Wasserbedarf natürlich größer. Sportler, die stark schwitzen, sollten Mineralwasser mit einem hohen Mineralstoffgehalt zu sich nehmen oder gleich elektrolythaltige Getränke. Es werden auch spezielle Sportwasser von manchen Wassermarken angeboten.
Welche Verpackung?
Am umweltfreundlichsten ist es, Leitungswasser zu trinken oder Glasflaschen zu wählen. Die werden bis zu 50-mal wieder befüllt im Gegensatz zu PET-Einwegflaschen, die im Schredder landen. Mehrwegflaschen aus Plastik können immerhin 15- bis 25-mal genutzt werden. In Deutschland kaufen die meisten Menschen, so Stiftung Warentest, Einwegflaschen.
Neben der Umweltfreundlichkeit gibt es bezüglich Verpackung noch weitere Aspekte, die zu beachten sind. Kunststoffflaschen geben Weichmacher wie BPA (Bisphenol A) ab, die in Verdacht stehen, Krankheiten auszulösen. Das Umweltbundesamt rät zur Vorsicht: Vor allem bei Hitze können erhöhte Mengen aus PET-Flaschen ins Getränk gelangen. Außerdem ist es sehr bedenklich, dass im Wasser aus Plastikflaschen sehr viel Mikroplastik gemessen wurde.
Infused Water
Wer gern geschmackliche Abwechslung ins tägliche Wasser bringen möchte, kann sein Getränk auch selbst mit Kräutern, Obst und Gemüse aromatisieren. Schneiden Sie dazu frisches regionales Obst oder Gemüse je nach Jahreszeit in Scheiben und geben es in eine Karaffe, die Sie z. B. mit Leitungswasser oder einem kohlensäurehaltigem Mineralwasser auffüllen. Frische Kräuter wie Minze, Thymian oder Rosmarin sind das i-Tüpfelchen. Stellen Sie die Getränke immer frisch her und verbrauchen Sie sie zügig. Überraschen Sie Ihre Gäste bei der nächsten Party mal mit einem leckeren Früchtewasser mit verschiedenen Beeren aus dem Getränkespender. Das ist nicht nur fürs Auge gut, sondern löscht auch prima den Durst.