Als Kind war das Skateboard mein bester Freund. Ich träumte von einer eigenen Halfpipe. Doch trotz allen Weinens und Flehens ließen sich meine Eltern nicht erweichen, mir so ein hölzernes Ungetüm in den heimischen Garten zu zimmern. Natürlich würde ich alles besser machen, sollte ich selbst einmal Kinder haben. 26 Jahre später schmückt tatsächlich eine kleine Halfpipe meinen Garten – ein wahr gewordener Traum, bestehend aus Siebdruckplatten, Kanthölzern, Eisenrohren und exakt 848 verzinkten Torx-Schrauben. Der Lütte, der jüngst seine Leidenschaft für den Tretroller – neudeutsch auch Scooter – entdeckte hat, war natürlich sofort Feuer und Flamme für die Idee.
Ein wenig mehr Überzeugungsarbeit musste ich bei meiner besseren Hälfte leisten. „Wo willst du das Ding denn hinstellen und was ist mit den Blumen, die wir gerade gepflanzt haben?“, fragte meine Frau, als ich ihr von dem „brennenden Wunsch“ unseres Sohnes berichtete. Dass ich das Thema zuerst ins Spiel gebracht hatte, musste sie ja nicht unbedingt wissen. Ich erzählte, was mir als Kind so eine Rampe bedeutet hätte und flickte das Totschlagargument „Mehr Bewegung – weniger Videospiele“ in meine perfiden Ausführungen ein. Meine Frau ließ sich schließlich überzeugen. Wir steckten probeweise eine kleine Nischenfläche im Garten ab und ich begann mit der Recherche. In den kommenden Wochen sann ich in jeder freien Minute den verschiedenen Detailfragen nach. Welche Materialien eignen sich für den ganzjährigen Außeneinsatz?
Wie muss das gute Stück dimensioniert sein, um einen Spagat zwischen den Bedürfnissen des rollenden Teils der Familie und meiner Frau zu gewährleisten? Zum Glück ist das Internet randvoll gefüllt mit den unterschiedlichsten Bauanleitungen inklusive Materiallisten. Dank vieler helfender Hände und des Werkzeug-Arsenals meines Vaters stand die Halfpipe schon rund zwei Wochen später auf soliden Beinen. Während sich unser Sohn nach anfänglicher Euphorie nun doch wieder vermehrt seiner Playstation widmet, erfreue ich mich mit meinem neuen Skateboard nach wie vor täglich an dem wahr gewordenen Kindheitstraum und schmiede schon die nächsten Pläne. Einen eigenen Automaten für Retro-Videospiele wollte ich schon immer in der Stube haben. Mal sehen, was meine Frau dazu sagt. pa
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