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Pflanzentipp – Die Steppenkerze (Eremurus)

Foto: Studio Royal

Die Steppenkerze (botanisch Eremurus) ist eine ausdauernde krautige Staude, die kaum Pflege benötigt. Die Gattung Eremurus gehört zur Familie der Liliengewächse und umfasst ca. 45 Arten. Im deutschsprachigen Raum ist die Steppenkerze auch unter dem Namen Wüstenschweif, Lilienschweif oder Kleopatranadel bekannt.

Ihre ursprüngliche Heimat liegt in den kalten, trockenen und vegetationsarmen Gegenden Zentral- und Westasiens. Der Gattungsname Eremurus stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Worten, eremos (Wüste) und oura (Schweif) zusammen. Abhängig von der Sorte kann die Steppenkerze eine Wuchshöhe von 100 bis zu 250 cm erreichen. Mit ihrer exotisch wirkenden Erscheinung und ihrer reichhaltigen Blütenpracht erfreut sie jeden Gartenliebhaber. Die kerzenartigen Blütenstände ragen nicht nur kathedralenartig in die Höhe, sie verleihen auch jedem Staudenbeet eine majestätische Silhouette und bilden von Juni bis Mitte Juli einen Höhepunkt in jedem Garten. Sowohl in kleinen Gruppen mit zu je 3 bis 5 Exemplaren, als auch solitär gepflanzt, geben sie dem Beet eine vertikale und dekorative Struktur. Beliebte Sorten sind:

1. die lachsfarbene „Romance“ mit einer Wuchshöhe von ca. 1,70 Metern
2. die gelbblühende „Pinokkio“ mit einer Höhe von bis zu 1,30 Metern
3. die orangefarbene „Cleopatra“ mit einer Höhe von ca. 1,25 Metern
4. die weißblühende Riesensteppenkerze „Himalaicus“ mit einer Wuchshöhe von 2,50 Metern

An den Blütenschäften sitzen Hunderte dicht an dicht stehende Einzelblüten, die sich von unten nach oben öffnen. Durch den süßen Duft, den sie verströmen, werden Bienen, Hummeln und andere Insekten in großer Zahl angelockt. Besonders schön zur Geltung kommt die Steppenkerze in Kombination mit anderen Stauden wie Rittersporn, Schwertlilie, Eisenkraut, dem Riesenlauch Allium Giganteum oder auch Gräsern.
Bei der Pflanzung sollte man berücksichtigen, dass die Staude in ihrer ursprünglichen natürlichen Heimat auf kühlen, aber sonnigen Hochebenen vorkommt. Dementsprechend sollte man sie auch im Garten an einen möglichst sonnigen, warmen und windgeschützten Standort mit einem nährstoffreichen und durchlässigen Boden setzen. Freistehende Steppenkerzen können durch das Anbinden an Stäbe gegen Umknicken durch starke Winde geschützt werden. An sehr sonnigen Standorten, die schnell austrocknen, muss regelmäßig gewässert werden, am besten mit kalkhaltigem Leitungswasser, das direkt in den Wurzelbereich gegossen wird.

Auch beim Setzen der Wurzelknollen muss äußerst behutsam und umsichtig vorgegangen werden. Die dickfleischigen Knollen, die ein seesternartiges Aussehen haben, sind sehr empfindlich und können leicht abbrechen, was ein Ausbleiben der Blüte im darauffolgenden Jahr nach sich ziehen würde. Die tiefgründig gelockerte Pflanzgrube sollte ca. 20 cm betragen und die Wurzelknolle so hineingelegt werden, dass ihr Auge maximal 15 cm unter der Erdoberfläche liegt. Schwere und verdichtete Böden lockert man durch die Zugabe von Kies auf, damit keine Staunässe entstehen kann. Staunässe kann zu Fäulnis und zum Absterben der Steppenkerze führen. Für ein gutes Wachstum werden noch Hornspäne und reifer Kompost der Pflanzgrube hinzugefügt. Bei der Pflanzung in Gruppen sollte der Abstand zwischen den einzelnen Exemplaren mindestens 30 cm betragen. Die ideale Pflanzzeit liegt zwischen Mitte August und Mitte September, da die Steppenkerze eine Frostperiode für den Austrieb benötigt. Eine große Gefahr für die empfindlichen jungen Triebe stellt jedoch später Frost im Frühjahr dar. Aus diesem Grund empfiehlt sich ein Winterschutz aus Zweigen und Mulch, bis kein Bodenfrost mehr zu erwarten ist.
Tipp: Die Steppenkerze eignet sich bestens als Schnittblume.

Foto: Studio Royal

Text Wolfgang Assmann

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