ANZEIGE

Pflanzentipp – Das Tränende Herz (Lamprocapnos spectabilis)

Text/Foto Wolfgang Assmann

Das Tränende Herz, eine Herzenssache im wahrsten Sinne des Wortes. Es gehört mit seinen herzförmigen, eleganten Blüten zu den eindrucksvollsten Frühlingsstauden, die für ein romantisches Flair im Gartenbeet sorgen. Ursprünglich beheimatet in China, Korea und Japan, fand es in lichten Laubwäldern ideale Bedingungen vor.

Die zur Familie der Mohngewächse gehörende Pflanze wurde botanisch früher der Gattung Dicentra spectabilis zugeordnet. Seit Mitte der 1990er Jahren hat das Tränende Herz einen eigenen Gattungsnamen erhalten und wird seitdem Lamprocapnos spectabilis genannt. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet, lampro (glänzend), capnos (Erdrauch), und spectabilis (spektakulär). In Europa hat das Tränende Herz, im englischen „bleeding heart“, erst Mitte des 19.Jahrhunderts Einzug gehalten und ist seitdem eine beliebte Zierpflanze, die vor allem in Bauerngärten zu finden ist. Symbolisch steht sie für unsterbliche, aufopfernde Liebe und Trauer.

Das Tränende Herz mit seinen blaugrünen filigran gefiederten Blättern ist eine pflegeleichte, ausdauernde Pflanze die bis zu 90 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter breit werden kann. Die Hauptblütezeit liegt in den Monaten Mai und Juni. An den bis zu 30 Zentimeter langen bogenförmig überhängenden Trieben reihen sich ca. 8 bis 11 herzförmige Blüten dicht an dicht wie auf einer Perlenkette. Die Blüten sind rosarot oder weiß wie die der Sorte „Alba“, die aufgrund ihrer eleganten Ausstrahlung für romantische Gärten besonders gut geeignet ist. An der Unterseite der Blüten befinden sich die tropfenförmigen innenliegenden Blütenblätter, die aussehen, als würde eine Träne aus dem Herz entweichen. Wenn das herzförmige Blütenblatt aufgeklappt wird, entsteht eine Figur, die im Volksmund als „Jungfer in der Badewanne“ bekannt ist.

Als Standort eignet sich eine halbschattige Lage mit einer lockeren, kalkarmen und nährstoffreichen Erde. Obwohl die Staude relativ anspruchslos ist, sollte darauf geachtet werden, dass der Boden im Sommer nicht zu stark austrocknet. Regelmäßige Kompostgaben und organische Düngung stärken die Pflanze und fördern einen kräftigen Wuchs. Da sich nach der Blüte das Tränende Herz zurückzieht und das Laub welk wird, empfiehlt es sich, es mit anderen Stauden wie Funkien oder Farnen zu kombinieren, um die entstehenden Lücken zu kaschieren.

Gepflanzt wird im Frühjahr, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. Man kann getopfte Pflanzen wählen oder Knollen setzen. Bei der Pflanzung mit Knollen werden diese waagerecht in das Pflanzloch gelegt, das die doppelte Tiefe der Knolle haben muss. Je nach Geschmack kann man das Tränende Herz als Gruppe mit 2 bis 3 Exemplaren arrangieren oder solitär setzen, ein Abstand von 50 bis 60 cm ist dabei vollkommen ausreichend. Nach der Pflanzung etwas Kompost zugeben und reichlich gießen. Bei richtiger Pflege entwickelt sich die Staude nach einigen Jahren zu einem kräftigen Busch. Jetzt kann man das Tränende Herz durch Teilung des Wurzelballens vermehren. Der beste Zeitpunkt hierfür ist nach der Blüte, wenn das Laub verwelkt ist. Zu erwähnen bleibt noch, dass alle Teile des Tränenden Herzes giftige Alkaloide enthalten, insbesondere die Wurzel. Um Reizungen der Haut und Allergien zu vermeiden, empfiehlt es sich, im Umgang mit der Pflanze Handschuhe zu tragen.

Text/Foto Wolfgang Assmann

You must be logged in to post a comment Login