Im Winter erwarten Sie in Lübeck und der Region einige spannende Sonderausstellungen, die wir Ihnen vorstellen möchten.
Arbeiten der Gruppe YIUP sind in der Lübecker Overbeck-Gesellschaft anzuschauen. Es ist die erste YIUP-Ausstellung überhaupt. Vor 50 Jahren haben sie bei Joseph Beuys in Düsseldorf studiert. Jetzt zeigt die Overbeck-Gesellschaft die erste Ausstellung der Gruppe. Lange existierte sie nicht: Gegründet wurde sie Ende der 60er Jahre und Anfang der 70er lösten sie sich auch schon wieder auf. Die Ausstellung „YIUP – Die Welt ist schön“ fügt sich in Joseph Beuys’ Jubiläum, der im Mai 100 Jahre geworden wäre. Der Gruppe gehörten an: Peter Angermann, Robert Hartmann, Joseph Heininger, Hans Henin und Hans Rogalla, die damals etwa 20 Jahre alt waren.
Oliver Zybok, der Overbeck-Direktor, hatte schon lange vor, eine solche Ausstellung zu realisieren. Zwar sei die Overbeck-Gesellschaft auf zeitgenössische Kunst ausgerichtet, aber es sei legitim, auch deren Wurzeln zu beleuchten, sagte er. Jetzt können Sie im Pavillon Zeichnungen und Gemälde sehen, Fotos, Videos und Skulpturen. Auch Hasenpfoten und eine Fettecke sind zu entdecken. Es gehe gut gelaunt und subversiv zu in den Arbeiten. Ihnen sei rasch der Kult um Beuys auf die Nerven gegangen, „dieser Sektencharakter“, erklärte Peter Angermann.
Zu finden ist in der Ausstellung auch Beuys‘ Hut. Sein Markenzeichen wurde ihm damals unter Helaurufen vor laufender Kamera entwendet. Dabei saß er für eine Kunstaktion in der Badewanne und ließ sich mit Wasser begießen. 10.000 DM für Vietnam verlangten sie, als er seinen Hut wiederhaben wollte. Jetzt ist er in einer Vitrine zu sehen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 16. Januar. Infos unter www.overbeck-gesellschaft.de.
Eine besondere Fotoausstellung, die sich mit den 60er Jahren beschäftigt, erwartet die Besucher im Willy-Brandt-Haus Lübeck. Unter dem Titel „Lübeck in Bewegung. Die 1960er Jahre“ werden Aufnahmen des bekannten Fotografen Hans Kripgans aus dem Archiv der Lübecker Nachrichten gezeigt. Die Aufnahmen spiegeln auf lokaler Ebene die bundesweiten Veränderungen jenes Jahrzehnts wider und umfassen die Themen „Kinder und Jugend“, „Bauen und Wohnen“, „Verkehr und Einkaufen“, „Proteste und Demonstrationen“ und „Willy Brandt“. Die sehenswerte Schau zeigt einzigartige Aufnahmen von Alltagssituationen und bedeutenden politischen Ereignissen wie den Jugendprotesten. Zu sehen sind die Fotos bis zum 30. Januar. Infos unter www.willy-brandt.de.
In seiner Winterausstellung zeigt das Ostholstein-Museum Arbeiten der in der Region bekannten Eutiner Malerin Louise M. Wagner (1875-1950), der bereits in der Vergangenheit zwei vielbeachtete Ausstellungen hier vor Ort gewidmet wurden. In Elmshorn geboren und in Eutin aufgewachsen ließ sich Louise M. Wagner trotz anfänglicher Widerstände der Familie ab 1900 in Berlin, München und Weimar künstlerisch ausbilden. Sie unternahm in dieser Zeit zahlreiche Studienreisen im In- und Ausland, die sie zu einem umfangreichen malerischen Oeuvre inspirierten, blieb aber trotz ihrer regen Studien- und Reisetätigkeit hauptsächlich in Eutin ansässig. Das künstlerische Schaffen Louise M. Wagners ist vielschichtig: Während sie sich in ihrem grafischen Werk in erster Linie der Landschaft und den Stadtansichten ihrer norddeutschen Heimat widmete, dominieren in der Malerei vor allem Porträtdarstellungen, aber auch die Aktdarstellungen. Die retrospektive Ausstellung in Eutin zeigt neben einzelnen Ölbildern der Künstlerin aus den älteren Beständen des Museums vornehmlich Grafiken und Zeichnungen einer privaten Sammlung, die 2020 dem Ostholstein-Museum als Schenkung überlassen wurde. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 30. Januar. Details dazu finden Sie im Internet unter www.oh-museum.de.
© Foto: Overbeck Gesellschaft