Nach ihrer Sanierung ist die Synagoge bei einem Festakt feierlich wiedereröffnet worden. Es gab mehrere Redner, die sich besorgt über den wachsenden Antisemitismus geäußert haben. In „normalen“ Zeiten hätte die Eröffnung schon vor einem Jahr stattgefunden, aber durch Corona gab es auch hier Verzögerungen. Und das Ereignis musste entsprechend mit Polizeipräsenz und Sprengstoffhunden gesichert werden. „Jüdisches Leben darf nie wieder etwas sein, das man verstecken muss“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in seinem Grußwort. „Diese Synagoge soll nach dem Willen aller ein offenes Haus sein. Dass diese Offenheit mit Sicherheitsmaßnahmen einhergehen muss, ist und bleibt bestehen.“ Als ein Geschenk bezeichnete Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in ihrer Rede das Vertrauen, das Jüdinnen und Juden in Deutschland setzen.
„Das Vertrauen nicht zu enttäuschen ist Aufgabe des Staates und der Gesellschaft.“ Umso erschreckender sei, welches Ausmaß Antisemitismus wieder angenommen habe. „Antisemitismus ist ein Angriff auf Menschlichkeit, auf die Demokratie und damit auf uns alle.“ 1994 gab es einen Brandanschlag auf die Synagoge. Seit den Novemberprogromen von 1938 war das der erste Anschlag in Deutschland. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) sagte, dass ihn das Ereignis als 14-Jährigen politisch geprägt habe. „Die Freude darüber, dass es gelungen ist, das wiederherzustellen, was die Nationalsozialisten für immer vernichten wollten, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir ein echtes Problem haben. Wir müssen uns fragen, ob wir etwas falsch gemacht haben“, sagte er dazu.
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