Die Verschönerung der Hafenwestseite in Neustadt ist schon seit Langem im Gespräch. Allmählich nehmen die Details in der Gestaltung Konturen an. Schließlich soll die Westseite zum maritimen und touristischen Vorzeigeprojekt werden. Dabei sollen auch Nachhaltigkeit und Klimaschutz eine große Rolle spielen. Die beiden roten Speichertürme stehen unter Denkmalschutz: In den rechten soll eine Meerwasserpumpe installiert werden und auf dem ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Förderband wolle man die Leitungen in die Ostsee verlegen. Versorgt werden sollen in etwa zwei Jahren damit das Haus der Manufakturen, das geplante Hostel, die Gogenkroghalle und weitere Gebäude.
„Wir wollen zehn Grad Celsius warmes Wasser ansaugen und es mit acht Grad wieder zurückleiten“, erklärt Arne Beilfuß, technischer Leiter der Stadtwerke. Anschließend würde man die Temperatur des Wassers mittels eines Blockheizkraftwerks weiter anheben, um damit dann die Gebäude beheizen zu können. Doch bevor die Bauarbeiten beginnen, müssen Gutachten erstellt werden. Es müsse geprüft werden, welche möglichen Folgen das Einleiten des leicht abgekühlten Wassers für Fische und Pflanzen haben könnte, so Vera Litzka, Werkleiterin der Neustädter Stadtwerke. „Für uns spielen Wirtschaftlichkeit und CO2-Bilanz eine Rolle. Es geht auch darum, was für den Nutzer bezahlbar ist“, sagt Vera Litzka. Kosten wird die Meerwasser-Wärmepumpe zwei Millionen Euro und das Netz 1,5 Millionen Euro. Aber es sei mit einer Förderung von 70 Prozent vom Umweltministerium zu rechnen. In schätzungsweise zwei Jahren wird sich die Hafenwestseite dann in ein attraktives Areal verwandelt haben – mit hoffentlich nachhaltiger Energiegewinnung.