25. Juli 2026
Anzeige
Anzeige

Aktuelle Beiträge

Look at Art!

Kühlere Regentage kommen bestimmt wieder nach Norddeutschland.
Sie eignen sich immer ganz vorzüglich, um zu schauen, welche neuen Angebote in den Museen der Region für Inspiration sorgen. Jetzt im Spätsommer eröffnen allerhand Sonderausstellungen, die wir Ihnen nahebringen möchten.

In der Kunsthalle St. Annen sind ab 29. August die Werke eines politischen Gastes zu betrachten. Dann beginnt die Sonderausstellung „Manaf Halbouni – Ostwind“, die bis zum 8. November zu betrachten ist. Wie kaum ein anderer zeitgenössischer Künstler setzt sich der in Syrien geborene Manaf Halbouni mit dem Zustand der Demokratie und der Frage nach einer offenen Gesellschaft auseinander – in Europa und darüber hinaus. Der vorwiegend in Dresden lebende Künstler beschäftigt sich in seinen Werken unter anderem mit seinen Erinnerungen an den Bürgerkrieg in Syrien. Des Weiteren finden Themen wie Migration, Freiheit und Demokratie eine Resonanz in seiner Arbeit. 1984 als Sohn einer Deutschen und eines Syrers in Damaskus geboren, musste er als Kriegsdienstverweigerer Syrien verlassen. Halbounis Schaffensprozesse in Bildhauerei, Zeichnung und Video reflektieren seine Lebenserfahrung zwischen der arabischen Welt und Europa. Besonders mit dem Projekt „Monument“, drei vertikal vor der Frauenkirche in Dresden und später vor dem Brandenburger Tor in Berlin positionierten Bussen, erregte der Künstler 2017 nationale wie internationale Aufmerksamkeit. Nach zahlreichen Ausstellungsbeteiligungen widmet ihm die Kunsthalle St. Annen nun erstmals eine museale Einzelausstellung. Die speziell für das Lübecker Museum für Kunst nach 1945 bis zur Gegenwart entwickelte Schau wird verschiedene Werkgruppen vorstellen und andere Künstler einbeziehen. Zu sehen sein werden Fotografien, Videoarbeiten, Grafiken, Gemälde und installative Arbeiten. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Antje-Britt Mählmann, Lotte Laub und einem Künstlerinterview mit Manaf Halbouni von Ann-Kristin Jürgensen. Weitere Informationen unter www.kunsthalle-st-annen.de.

Das Völkerkundemuseum ist ab 17. September zu Gast im St. Annen Museum. Unter dem Titel „NORDWÄRTS | SÜDWÄRTS“ wird es Begegnungen zwischen dem Polarkreis und Lübeck geben. Mit ihrer ersten Ausstellung unter neuer Leitung möchte die Völkerkundesammlung andere Sichtweisen auf ihre Objekte und die Geschichte der Stadt eröffnen. Zu den Exponaten aus Skandinavien, Sibirien, Grönland, Kanada und Alaska zählen einige der ältesten und viele noch niemals gezeigte Stücke der Lübecker Museen. Fotografien bis heute isolierter Weltgegenden, Videos und Hörstationen mit Legenden, Reiseberichten und Musik erlauben es, tiefer in vergangene Zeiten und fremde Kulturen einzutauchen. Mit speziellen Angeboten für Kinder richtet sich die Ausstellung auch ausdrücklich an Schulklassen und Familien. Lübeck, die „Königin der Hanse“, galt lange Zeit auch als „Zivilisationsbringerin“ für den Norden. Um diese alte Sichtweise zu hinterfragen, rücken wir die Länder rund um den Polarkreis und insbesondere die indigenen Gemeinschaften der Arktis wie die Sami und Inuit in das Zentrum der Ausstellung. Wir präsentieren ihre traditionelle Lebenswelt zwischen Schamanismus, Rentierzucht und Jagd und stellen ihre genialen Erfindungen wie die Skier, das Kajak oder den Anorak vor, die heute auch Teil unserer eigenen Sprache und Lebenswelt sind. Dass die Indigenen keine bloßen Relikte der Vergangenheit sind, zeigen Beispiele ihrer zeitgenössischen Kunst und Phänomene wie der Klimawandel oder der Rohstoffboom in der Arktis, die ihre und unsere Welt gleichermaßen verändern. Vor allen Dingen reflektieren die Objekte aber unsere wechselnde Wahrnehmung des Nordens vom Mittelalter über den Nationalsozialismus bis heute und können uns daher auch helfen, manches überkommene Vorurteil über unsere Nachbarn im Norden zu hinterfragen. Die Schau läuft bis zum 4. Januar 2021.

Im Museum Behnhaus Drägerhaus ist ab 27. September die Sonderausstellung „DAS ANDERE GOLDENE ZEITALTER“ zu sehen. Sie beschäftigt sich mit Johann Ludwig Gebhard Lund und dem deutsch-dänischen Künstlerkreis. Viele zu Lebzeiten bekannte Künstler sind aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. So erging es auch dem deutsch-dänischen Maler Johann Ludwig Gebhard Lund (1777– 1867) – und dies völlig zu Unrecht. Mit seinen internationalen Kontakten und seiner langen Lehrtätigkeit an der Königlichen Akademie in Kopenhagen spielte er in den europäischen Künstlerkreisen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle. Lund zählte zu den wenigen dänischen Künstlern, die öffentliche Aufträge erhielten. Er gestaltete großformatige Historienbilder für öffentliche Gebäude und Altarbilder für Kirchen im ganzen Land. Zudem arbeitete er als Porträt- und Landschaftsmaler. Lund konnte sich auf ein internationales Netzwerk stützen. Freundschaftlich verbunden war er darüber hinaus mit Caspar David Friedrich,
Bertel Thorvaldsen und Christian Daniel Rauch. Bis 10. Januar 2021 ist die Sonderausstellung anzuschauen.

Informationen im Internet unter www.museum-behnhaus-draegerhaus.de.

Entdecken Sie die künstlerische Seite Ostholsteins. Zu Gast im Ostholstein-Museum in Eutin ist zurzeit die Sonderausstellung „Ostholstein im Blick der Norddeutschen Realisten“. Sie zeigt Bilder der Mitglieder, wobei es sich dabei um eine Art „Geburtstagsgeschenk“ anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Kreises Ostholstein handelt. Bereits 2018 und 2019 fanden auf Einladung des Museums Malsymposien im Kreisgebiet statt, während derer die Mitglieder der Künstlervereinigung den Kreis Ostholstein von Fehmarn bis Bad Schwartau, von den Küsten bis ins Landesinnere erkundeten und künstlerisch in eindrucksvollen Bildern vor Ort und unter freiem Himmel umsetzten. Während der Symposien entstanden über 180 Bilder, die sowohl die attraktiven und charakteristischen als auch die weniger bekannten Seiten Ostholsteins aus der individuellen Perspektive der jeweiligen Künstlerinnen und Künstler zeigen. Die Ausstellung wird von einem reich bebilderten Katalog sowie Führungen und Künstlergesprächen begleitet und läuft bis zum 22. November.

Infos finden Sie unter www.oh-museum.de.

Wie Sie sehen entdecken künstlerisch Interessierte eine Fülle von Anregungen in der Region. Entdecken Sie Barlach neu! Wir möchten zudem auf ein neues Ausstellungskonzept im Ratzeburger Barlachmuseum aufmerksam machen. Unter dem Motto „Barlach Reloaded – Ernst Barlach“ eröffnete das Museum jetzt zum 150. Jubiläum des Künstlers einen Denkraum für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ernst Barlach ist einer der wichtigsten und bekanntesten Künstler des deutschen Expressionismus, zugleich Botschafter eines modernen Humanismus und empathischer Querdenker. Die grenzenlose Fortschrittseuphorie, das zügellose Streben der Menschen nach Wohlstand, Konsum und Expansion ebenso wie die damit einhergehende Zerstörung der Erde ließen ihm keine Ruhe. Mit einem multimedialen Ausstellungskonzept zeigt das Ernst Barlach Museum Ratzeburg Leben und Schaffen des Künstlers im historischen Umfeld: Eine digitale Timeline lädt ein, die politischen, kulturellen, werk- und lebensgeschichtlichen Ereignisse zu erforschen. Spielend können Sie die Bilder, Filme, Dokumente aus 150 Jahren, die sich in einer 5,60 Meter langen Touchscreen Fläche verbergen, aufrufen.
Eine ganze Etage des Museums ist dem Schriftsteller Barlach und seiner Theaterwelt gewidmet. Hier tauchen Sie in großformatige Bühnenbilder der bedeutendsten Inszenierungen seiner Dramen ab 1920 ein und finden sich per Augmented Reality Erfahrung selbst in einzelnen Bühnenszenen wieder. Das Highlight ist zudem eine Virtual Reality 3D Installation, die Sie wahlweise als Beobachter oder als Mitspieler an einer szenischen Inszenierung teilhaben lässt.

Weitere Infos unter www.ernst-barlach.de.

© Foto: VG Bild-Kunst / Bonn 2020

Latest Posts

Anzeige

Newsletter Abonnieren

Direkt – kompakt – informativ! Unser Magazin-Newsletter.

Ja, ich möchte den regelmäßigen Newsletter des Magazins Lübecker Bucht erhalten und mich über aktuelle Produkte und Aktionen informieren. Eine Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit kostenlos möglich. Weitere Informationen findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Interessant