25. Juli 2026
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Jahrhundertausstellung „Lübeck 1500“ „Eine so umfassende Schau hat es in Lübeck noch nicht gegeben“

Mit einem Festakt in der Lübecker St. Aegidienkirche eröffnete am 19. September der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Torsten Albig, gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Lübeck, Bernd Saxe, und dem Pastor der St. Aegidienkirche, Thomas Baltrock, die Ausstellung „Lübeck 1500. Kunstmetropole im Ostseeraum“. „Es ist das bislang größte Ausstellungsprojekt der Hansestadt, an dem sich zahlreiche städtische Partner und die Lübecker Kirchen beteiligen“, so der Bürgermeister.
Das Magazin Lübecker Bucht hat mit einem der Kuratoren, Dr. Jörg Rosenfeld, gesprochen. Auch er betonte, dass es eine derart große und teure Ausstellung zum Thema Kunst aus Lübeck in der Hansestadt noch nicht gegeben habe. „Es ist unhanseatisch von einer Jahrhundertausstellung zu sprechen, aber angesichts der Größe gerechtfertigt.“ Darüber hinaus feiert Lübeck in diesem Jahr ein Doppeljubiläum: 500 Jahre St. Annenkloster und 100 Jahre St. Annenmuseum. Die Schau zeigt 100 Skulpturen, Tafelgemälde, Goldschmiedearbeiten und Buchdrucke aus der Zeit von 1460 bis 1540, die in Lübeck hergestellt wurden oder sich dort befanden. Wir fragten den Kunsthistoriker nach besonders zu erwähnenden Ausstellungsstücken.  „Herausragende Stücke sind sicher die Muttergottesfigur von Veit Stoß aus dem Jahr 1520 und aus Süddeutschland das Relief der Heiligen Familie von Tilman Riemenschneider aus dem Bode-Museum in Berlin. Besonders zu erwähnen sind auch die drei Goldschmiedereliquiare der Heiligenfigur St. Jürgen, die erstmals zusammen gezeigt werden.“ Nach seinem Lieblingsstück gefragt, sagte Jörg Rosenfeld: „Momentan sind es die fünf überwältigenden Altarfiguren aus Prenzlau, sie sind mit ihrer wunderbaren Bemalung ein Augenschmaus.“
Um 1500 war Lübeck eine florierende Handelsstadt und gleichzeitig wichtige Kunstmetropole. Wir fragen, wie es zu der Entwicklung gekommen ist. Die Stadt liege an wichtigen Handelswegen von Ost nach West und gleichzeitig gebe es über Travemünde den direkten Weg zum Meer. „Dazu kam, dass die Kaufleute international mit London, Bergen oder Antwerpen vernetzt waren“. So wurde die Hansestadt vermögend. „Wo Geld ist, da sind auch Künstler“, sagte Rosenfeld und fügte hinzu: „Made in Lübeck wurde zum Qualitäts- und Gütesiegel.“ Die Ausstellung im Lübecker Museumsquartier St. Annen läuft bis zum 10. Januar 2016. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.luebeck1500.de.

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