Über eine Million verkaufte Platten und ebenso viele
Konzerttickets, Gold- und Platinauszeichnungen sowie eine
unverwechselbare Stimme zeichnen Johannes Oerding aus.
Diese Erfolgsschiene führt auch durch sein neues Album
„Plan A“. Wir sprachen mit dem erfolgreichen Musiker
unter anderem über Inspirationen, Projekte und natürlich
über Weihnachten.
Hallo! Wir gratulieren zu Deinem grandiosen Album „Plan A“. Hast Du mit diesem Erfolg gerechnet?
Ich wusste zwar, dass ich immer Musik machen werde, aber dass es diese Ausmaße annimmt, das war nicht planbar. Es fühlt sich seit ein paar Jahren ein bisschen wie die Kirsche auf der Sahnetorte an.
Hattest Du wirklich niemals einen Plan B?
Nein, nicht wirklich. Ich habe zwar meine Schule und mein Studium durchgezogen und bin auch froh, dass ich das in der Tasche habe. Aber wenn ich ehrlich bin, war das immer nur zur Beruhigung meiner Eltern. Es hat mich schon immer zur Bühne und zu der Musik gezogen und ich habe gemerkt, dass mich das auch am meisten glücklich macht.
In den Songs auf dem Anfang November erschienen Album lässt Du „noch mehr die Hosen runter“. Wie können die Songs noch emotionaler als bisher sein?
Ich nehme mir der Regel immer vor möglichst persönlich und authentisch zu schreiben. Mal passiert in meinem Leben etwas Intensiveres und mal eben nicht. Jedes Album ist sozusagen ein Zeitdokument meiner Lebensphase. Bei diesem Album ist einfach zwischenmenschlich viel passiert. Bei mir, im Freundeskreis und in der Familie. Mit Sicherheit hat aber auch die Pandemie-Zeit dafür gesorgt, dass ich mich intensiver mit diesen Gedanken auseinandersetzen konnte.
Michael Jackson oder John Lennon waren unter anderem Inspirationen für die Songs. Gibt es weitere neue Stilelemente die die Hörer überraschen?
Es geht hin und her. Fast jeder Song bedient ein bisschen eine andere Farbe, einen anderen Sound oder Genre. Meine Stimme ist die Verbindung. Ich habe selten einen roten Sound-Faden. Der ist bei mir eher bunt. Jeder Song bekommt sein eigenes Gewand, je nachdem, was er inhaltlich zu sagen hat.
Auch beinhaltet das Album einen gemeinsamen Song mit Zeynep Avci aus „The Voice“ – Gänsehaut pur. Wollt ihr weitere Projekte gemeinsam starten?
Das weiß ich noch nicht. Aber diese Zusammenarbeit hat großen Spaß gemacht und gezeigt, dass Musik eine Sprache ist, die alle verstehen. Außerdem finde ich, war es an der Zeit, dass es mal ein deutsch-türkisches Duett gibt. Schließlich sind unsere Kulturen in diesem Land seit vielen Jahrzehnten so verwoben und verbunden.
Bist Du auf der Bühne derselbe „Johnny“ der Du auch privat bist?
Zu großen Teilen ja. Nur auf der Bühne kann ich nicht alleine sein, wenn ich mal Ruhe brauche. Da ziehe ich mich als privater Johannes zurück.
Was machst Du eigentlich so, wenn Du keine Musik machst?
Sport ist mein Hobby, Fußball, Tennis, Fitness und ich besuche sehr viele Konzerte von Kolleg:innen. Das ist auch für mich eine schöne Abwechslung und nicht zuletzt auch Inspirationsquelle.
Weihnachten rückt mit großen Schritten näher. Wie wird bei Euch das Weihnachtsfest verbracht?
Ich werde meine Familie in der Heimat am Niederrhein besuchen. Glücklicherweise leben all meine Geschwister mit meinen Eltern und den acht Neffen und Nichten in einem Dorf. Da hab ich also alle direkt greifbar. Dort bin ich dann einfach nur Sohn und esse mich voll!
Bist Du eher der Silvester- oder der Weihnachtstyp?
Weder noch. Ich mache mir nicht all zu viel aus diesen Feiertagen. Oft verschwinde ich auch in die Sonne über Neujahr, weil dann die Musikbranche ein bisschen Pause macht und ich dann auch nicht so gefragt bin;-)
„Junge – such, find´ und tu das, was dich ein Leben lang glücklich macht.“ Was bedeutet Dir dieser Satz?
Das ist ein Schlüsselsatz, der dafür gesorgt hat, dass ich mich für das Leben als Musiker entschieden habe. Mit dem nötigen Rückenwind meiner Familie hatte ich die Chance, mich auszuprobieren und auch abseits der „normalen“ Berufe mein Glück zu suchen und zu finden. Und dafür bin ich insbesondere meinem Vater sehr dankbar.
© Foto: Thomas Leidig