25. Juli 2026
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Highlights Theater & Musik im November

Für Kids
Nein, ganz im Gegenteil: Im Stück „Wald“ von Miriam V. Lesch steht ein Baum auf A.s Balkon. Aus einer Ritze, einer Spalte im Beton scheinbar über Nacht gewachsen. Die städtische Gärtnerei fühlt sich nicht zuständig und das Forstamt erweist sich bald als überfordert, denn in allen europäischen Städten wuchern plötzlich Wälder. Freiwillige Helfer werden gesucht, um den Eiffelturm von Vegetation zu befreien und Bambi grast in Hochhausschluchten. Die Dramatikerin und Lyrikerin Miriam V. Lesch erzählt ebenso absurd-lustig wie liebevoll vom nordeuropäischen Wald, der sich Städte und Agrarflächen zurückerobert, ohne dabei in die bekannten dystopischen Klischees vom Untergang der Gesellschaft zu verfallen. Stattdessen lässt die Autorin Fichten, Birken, Buchen, Pilze und Käfer selbst zu Wort kommen und über das neue Wachstum jubeln. Das Weihnachtsstück für alle ab 6 Jahren „Die wunderbare Reise des Nils Holgersson“ in einer Fassung von Regina Wenig nach Selma Lagerlöf feiert am 30. November als Familienvorstellung um 14 Uhr im Großen Haus des Theater Lübeck Premiere. Es geht um die berühmten Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen, die Selma Lagerlöf vor über 100 Jahren aufschrieb − wofür sie als erste Frau den Literaturnobelpreis gewann − und die auch heute noch viel über Verantwortung, Freundschaft und den Umgang mit unserer Umwelt erzählt.
Regina Wenig und ihr Team nehmen uns mit auf eine Reise, die ganz neue Perspektiven eröffnet. Denn wer die Tiere versteht und durch ihre Welt reist, kann ganz neue Erfahrungen sammeln und vielleicht auch ein bisschen Magie erleben. Wer ist abflugbereit? Info www.theaterluebeck.de.

Operette + Thriller
„Candide“, die komische Operette von Leonard Bernstein nach Voltaires satirischem Roman „Candide oder der Optimismus“ feiert am 14. November im Theater Lübeck um 19:30 Uhr im Großen Haus Premiere. 1759 veröffentlichte Voltaire mit „Candide“ eine beißende Satire auf die optimistische Philosophie seiner Zeit – noch im selben Jahr wurde das Buch verboten. 200 Jahre später verwandelte Leonard Bernstein den Stoff in eine bunte Mischung aus Musical, Operette und Oper und spickte seine „Liebeserklärung an Europa“ mit Anspielungen von Rossini über Wagner bis Johann Strauß. Niemand geringerer als Loriot brachte 1993 Ordnung in die verworrene Handlung – mit seinen Zwischentexten sowie fantasievollen Live-Zeichnungen kommt „Candide“ zum ersten Mal auf die Bühne des Theater Lübeck. Der Prozess nach dem gleichnamigen Roman von Franz Kafka steht als Premiere am 7. November in den Lübecker Kammerspielen um 20 Uhr auf dem Programm. Mit sachlicher, präziser Sprache schafft der Autor Franz Kafka eine monströse Welt. Seine Fantasien haben eine erschreckend existenzielle Kraft und wirken heute so frisch und zwingend wie vor 100 Jahren. Ohnmacht, Schuld und Scham werden im Laufe der Handlung zu den zentralen Themen dieses Albtraums, den Anne Bader als bildstarken Thriller inszeniert. Weitere Informtionen im Web unter www.theaterluebeck.de.

© Motiv Robert Nippoldt

Der Messias
Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte (mit gutem Ausgang und Gesang) von Patrick Barlow erwartet Sie im Theater Combinale in Lübeck. Zwei Schauspieler versuchen, mit heiligem Ernst die Weihnachtsgeschichte zu spielen. Sie haben ein armes kleines Theater und sind auch nicht sehr professionell, aber sie wollen viel. Die mit ihnen befreundete Sängerin Olga Timm soll dabei noch etwas für Stimmung sorgen; mit Händels „Messias“ und einigen Requisiten geht es los. Aber die Diva wurde beim Schwarzfahren im Bus erwischt und kommt zu spät. So fängt das Unternehmen schon mit Ärger an.
Außerdem verheddern sich die beiden Männer in allen möglichen beruflichen und privaten Streitigkeiten. Zum Beispiel: Wer soll die Maria spielen und wer den Engel. So bekommen wir die Weihnachtsgeschichte auf sehr skurrile Weise und in kleinen Stücken, aber mit großen turbulenten Unterbrechungen zu sehen. Denn es gilt, römische Gladiatorenkämpfe, einen Ehestreit zwischen Maria und Josef und schließlich gar die „Schlüsselszene“, die Niederkunft Marias, zu bewältigen. (Ein Höhepunkt des Abends: Erstmals bringen zwei Männer auf einer deutschen Bühne ein Kind zur Welt.) Die Weihnachtskomödie von Patrick Barlow ist einfach Kult und steht seit 2001 immer wieder in wechselnder Besetzung auf dem Spielplan – witzig, satirisch und unheilig. Infos, Termine und Karten gibt’s unter www.combinale.de.

© Migo Eichholz

Klassik + Shantyfolk
Das 3. Sinfoniekonzert mit Werken von Johannes Brahms können Sie am 23. November um 10 Uhr und am 24. November um 19:30 Uhr im Konzertsaal der Musik- und Kongresshalle in Lübeck genießen. Ganze 22 Jahre liegen zwischen den Uraufführungen der beiden Klavierkonzerte von Johannes Brahms. Kompositorisch steckte er noch in den Anfängen, als er 1854 eine heute verschollene Sonate für zwei Klaviere zu instrumentieren und zunächst in eine Sinfonie, dann in ein Klavierkonzert umzuarbeiten gedachte. „Furchtbar, schwer und groß“ werde das Stück, prophezeite er Clara Schumann in einem Brief. Zwei weitere Jahre arbeitete er an dem Werk, das 1859 in Hannover zur Uraufführung gelangte. In seiner bahnbrechenden Qualität wurde es erst Jahre später erkannt. Stefan Vladar stellt sich der Herausforderung, beide Meilensteine der Gattung in einem Konzert als Solist zu interpretieren und überlässt das Dirigat seinem Kollegen und langjährigen Freund Roberto Paternostro
„Santa mahoin“ – das Shantyfolk-Weihnachtskonzert steht am 30. November um 20 Uhr in den Kammerspielen auf dem Programm. Wenn den Matrosen die Sehnsucht küsst und er sein Zuhause auf See vermisst … dann ist wieder Zeit für Besinnlichkeit. Mit Weihnachts- und Shantyliedern und musikalisch-poetischen Neuentdeckungen aus den Häfen dieser Welt dreht sich im Weihnachtskonzertprogramm alles um die Themen, die uns an Weihnachten an Land und auf See alle vereinen: Liebe, Hoffnung und die ganz große Sehnsucht. Mal laut und mal leise stimmen die musikalischen Matrosen von mahoin auf Weihnachten ein und bringen Gefühl und gute Laune in die dunkle Jahreszeit. Dabei ist „santa mahoin“ so fröhlich wie besinnlich, so taufrisch wie tanzbar und so sehnsüchtig wie ein Matrose auf offener See. Info www.theaterluebeck.de.

© Olaf Malzahn

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