Dezember 2021 / Januar 2022
SCHAUSPIEL
Der Untertan
nach dem Roman von Heinrich Mann
Bühnenfassung von Mirja Biel
Heinrich Mann übt Kritik an dem Nationalismus inmitten der
gesamtgesellschaftlichen Unsicherheit des Wilhelminischen
Kaiserreichs. Sein Protagonist Diederich Heßling erscheint als präfaschistischer Konformist ohne Zivilcourage. Autoritätshörig weiß er sich, durch Anbiederung an die dominierende Masse, für eigene Demütigungen zu rächen. Heßlings Aufstieg kennzeichnet das Scheitern einer Gesellschaft.
Termine 08/12, 21/12, 21/01, 29/01, jeweils 19.00 Uhr, Großes Haus
Hamlet
nach William Shakespeare
Bearbeitung von Pit Holzwarth
Was ist Wahrheit, was ist Schein? Wie umgehen mit Schuld? Ist eine Erlösung durch Rache möglich? In seinem tiefsinnigen und nach wie vor brisanten Klassiker stellt Shakespeare existentielle Fragen über Individualität und gesellschaftliche Zwänge. Mit der Figur des Hamlet zeigt er uns einen bis dahin unbekannten, modernen Menschen, der versucht, aus den familiären und gesellschaftlichen Traditionslinien herauszutreten, der Rache und Gewalt zunächst zurückweist – und der doch scheitern muss.
Termine 11/12, 16/12, 13/01, jeweils 20.00 Uhr, 16/01, 18.30 Uhr, 21/01, 20.00 Uhr, Kammerspiele
MUSIKTHEATER
…der Welt zurück
Ein Galaabend des Musiktheaters
Im Programm der Gala des Musiktheaters begegnen sich zwei Kulturen: Ludwig van Beethoven, Richard Wagner und Richard Strauss treffen Alexander Borodin, Peter Tschaikowsky und Sergei Rachmaninow. So wie der Titel, herübergeweht aus Richard Dehmels Gedicht »Befreit«, kündet das Programm von Aufbruch, vom Wunsch nach Befreiung, Erlösung und Vergebung, von der Sehnsucht nach Liebe und Licht und nicht zuletzt nach Normalität im Miteinander der Menschen.
Termine 10/12, 19.30 Uhr, 16/01, 16.00 Uhr, Großes Haus
Die Gespenstersonate
Kammeroper von Aribert Reimann (*1936)
Nach dem gleichnamigen Schauspiel
von August Strindberg (1849–1912)
In deutscher Sprache mit Übertiteln
In der »Gespenstersonate« steht die Sprachlosigkeit im Vordergrund: Eine morbide Gesellschaft kommt seit vielen Jahren zum Essen zusammen. Der Ablauf ist immer derselbe. Schweigend vollführt man die immer selben Rituale. Eines Tages wird alles anders, als einer versucht, die Verwirrung aller zu entwirren. Dort, wo das Schweigen, die Sprachlosigkeit einsetzt, kommt die Ausdrucksmöglichkeit der Musik voll zur Geltung.
Wiederaufnahme 03/12, 19.30 Uhr, Großes Haus
Termine 09/12, 22/12 15/01, jeweils 19.30 Uhr
Foto: TL / Olaf Malzahn