Den farbintensiven Bildern, die jetzt in der Overbeck-Gesellschaft hängen, kann man sich nicht entziehen. „Verflüchtigungen“ heißt die aktuelle Sonderausstellung mit Bildern des Düsseldorfer Künstlers Cornelius Völker. Die zunächst nur dekorativ wirkenden Stillleben haben es in sich. Das entdeckt der Betrachter aber erst auf den zweiten Blick. Die Objekte wie samtige Pflaumen, Blüten und Blätter wirken „voller Saft und Kraft“, so beschreibt sie Oliver Zybok, Direktor der Overbeck-Gesellschaft. Die Mitte April eröffnete Ausstellung widmet sich mit Stillleben einem klassischen Genre der Malerei – das leicht antiquiert wirkt.
Betrachtet man die Bilder genauer, irritieren sie und entsprechen nicht mehr den zunächst geweckten Erwartungen reiner Ästhetik. Die Dinge des Alltags verflüchtigen sich quasi wie die überreifen Himbeeren, die ausgequetschte Salbentube und geleerte Kaffeetasse. Zeitungsstapel sind verrutscht und Heftpflaster zeigen noch die Spuren der Wunden.
„In 100 Jahren wird man darauf schauen und daran, wie Völker mit seinen Sujets umgeht, ganz klar erkennen, dass diese Werke zu unserer Zeit entstanden sind“, sagt Oliver Zybok. Es interessiere ihn nicht, dass diese Malerei gerade etwas aus der Mode gekommen sei. Er lote die Grenzen der Stilkonventionen aus. „Wenn Völker einen Abfalleimer ins Atelier kippt und dessen Inhalt auf weiße Leinwand wie Schätze funkeln lässt, dann ist das ebenso faszinierend wie abstoßend“, erklärt Zybok. Bis zum 30. Mai haben Sie die Gelegenheit die Schau anzusehen. Eine Midissage in Anwesenheit des Künstlers – falls die Coronalage es zulässt – ist für den 8. Mai um 16 Uhr geplant. Alle weiteren Infos finden Sie im Internet unter www.overbeck-gesellschaft.de.
© Fotos: Fred Dott