…und bei jedem Wetter!
Bäcker, Ärzte und Schiffsmechaniker – Seenotretter kommen aus allen Berufen
„Vor 150 Jahren ist keiner aus Spaß aufs Meer hinausgefahren“, sagte Stephan Prahl, der diensthabende Vormann auf dem Seenotrettungskreuzer HANS HACKMACK, der im Grömitzer Yachthafen liegt. Für die Berufsschifffahrt müsse der Seenotrettungskreuzer heute nicht mehr so oft in den Einsatz fahren, wie noch vor Jahrzehnten. „In unserem Revier spielt sie mittlerweile eine untergeordnete Rolle“, meinte der Vormann und fügte hinzu: „Auf der Ostsee schippern immer mehr Sportboote und junge Leute mit Spaßgeräten herum.“ Auch dürfe jeder ohne Sportführerschein ein Boot mit bis zu 15 PS fahren. Früher habe die Grenze bei 5 PS gelegen. „Solange nichts passiert und sich jeder an die Regeln hält, ist das kein Probelm“, erklärte Prahl.
„Vor 150 Jahren ist keiner aus Spaß aufs Meer hinausgefahren“, sagte Stephan Prahl, der diensthabende Vormann auf dem Seenotrettungskreuzer HANS HACKMACK, der im Grömitzer Yachthafen liegt. Für die Berufsschifffahrt müsse der Seenotrettungskreuzer heute nicht mehr so oft in den Einsatz fahren, wie noch vor Jahrzehnten. „In unserem Revier spielt sie mittlerweile eine untergeordnete Rolle“, meinte der Vormann und fügte hinzu: „Auf der Ostsee schippern immer mehr Sportboote und junge Leute mit Spaßgeräten herum.“ Auch dürfe jeder ohne Sportführerschein ein Boot mit bis zu 15 PS fahren. Früher habe die Grenze bei 5 PS gelegen. „Solange nichts passiert und sich jeder an die Regeln hält, ist das kein Probelm“, erklärte Prahl.
Das Magazin Lübecker Bucht besuchte die Station der DGzRS in Grömitz und unterhielt sich mit der vierköpfigen Crew über den Alltag an Bord, besondere Erlebnisse und zusätzlichen Dienst. Kein Wölkchen wanderte über den Himmel, als wir an einem Februartag die HANS HACKMACK im Grömitzer Yachthafen aufsuchten. Verwaiste Stege lagen in der Sonne. Nur ein paar Spaziergänger und einige kreisende Möwen belebten die Szenerie. An Bord sprachen wir mit den Männern der Crew, die immer 14 Tage Dienst haben. Dazu gehören nicht nur regelmäßige Kontroll- und Übungsfahrten und natürlich die Einsätze, zu denen sie gerufen werden. Das Equipment braucht Pflege, das Deck muss gescheuert werden und reihum steht jeder in der Küche und bereitet die zuvor abgesprochenen Mahlzeiten zu. Letzteres macht dem einen Spaß, dem anderen weniger. Manchmal arbeiten auch Köche in der Besatzung. Dann haben die Männer und Frauen Glück. „Heute kommen die freiwilligen Seenotretter aus allen Berufen und haben manches Mal keinen seemännischen Hintergrund“, sagte der Vormann. Die Festangestellten auf den Seenotrettungskreuzern sind allerdings in der Regel gestandene Seeleute“, so Prahl. Es gebe ein Überangebot an Seeleuten, weil sich die Schiffsbesetzungsverordnung geändert habe und nicht nur EU-Bürger auf deutschen Schiffen tätig sein können. Bei der DGzRS müssen alle Seenotretter regelmäßig an speziellen Fort- und Weiterbildungen teilnehmen. Und alle Neueinsteiger, die über keine seemännischen Vorkenntnisse verfügen, müssen bei der DGzRS erst verschiedene Lehrgänge besuchen, bevor sie als freiwillige Seenotretter in den Einsatz fahren dürfen.
So manch einer der Männer und Frauen, die Dienst auf einem Seenotretter tun, engagieren sich auch noch zusätzlich. Stephan Prahl ist beispielsweise auch Ausbilder und schult innerhalb der DGzRS in Bremen und Neustadt in Holstein Mitglieder der Gesellschaft. „Die Kinder sind groß und ich habe Zeit mich einzusetzen“, sagte Prahl. Das sei natürlich mit viel Arbeit verbunden, werde aber dringend gebraucht. Außerdem organisiert der Vormann einmal im Jahr im Herbst einen internationalen Crewaustausch. Sieben Rettungsmänner und –frauen gehen dann für eine Woche ins Ausland und gleichzeitig kommen ausländische Kollegen zu Gast. „Die Leute kommen aus aller Herren Länder und wir hatten schon Besuch aus Skandinavien, aber auch England und Kanada. Das Schöne ist, dass wir voneinander lernen und uns austauschen können“, so Prahl.
Zum Alltagsgeschäft jedoch gehören Einsätze, die manchmal glimpflich ausgehen, aber manchmal eben auch nicht. In die erste Kategorie fällt ein solcher im August 2015. Die Hans Hackmack wurde vom MRCC (Seenotleitung) gerufen und kämpfte sich bei Sturm mit Böen bis zu Windstärke 12 über die Lübecker Bucht, um einige Menschen, die bei ablandigem Wind vor Niendorf trieben, zu retten. Viele Urlauber, aber auch Ostholsteiner, unterschätzen die Ostsee und missachten die Warnzeichen der DLRG. In die andere Kategorie gehörte der Einsatz vor kurzem, bei dem ein Fischkutter vor Fehmarn gesunken ist und zwei Fischer nur noch tot geborgen werden konnten. Trotz einer großangelegten Suchaktion, bei der die HACKMACK vom Seenotrettungskreuzer BREMEN unterstützt wurde, konnte man den Männern nicht mehr helfen.
Manchmal gebe es aber auch schöne Situationen, mit denen kaum jemand rechnen würde. Dazu gehöre der Besuch der Delfine am 1. Januar in diesem Jahr. „Die hängen sich stundenlang an die Fischer und auch bei uns haben sie sich einen ganzen Tag aufgehalten“, erklärte der Vormann. Morgens ganz früh seien sie plötzlich dagewesen und erst bei Sonnenuntergang wurde es ihnen zu langweilig und sie verabschiedeten sich von den Seenotrettern. Der erste Maschinist Peter Schuppenhauer erzählte auch von einem jungen Buckelwal, der vor ein paar Jahren vor Grömitz gesichtet wurde. „Der war bestimmt elf Meter lang“, sagte er und fügte noch hinzu: „Auch Schweinswale entdecken wir ab und zu in der Lübecker Bucht.“
Wer jetzt Lust bekommen hat, noch viel mehr über die Crew in Grömitz zu erfahren, darf auf keinen Fall den „Tag der Seenotretter“ am 30. und 31. Juli in diesem Jahr verpassen. Jeweils von 10 bis 18 Uhr ist „Open Ship“ angesagt mit tollem Rahmenprogramm. Und wer sofort mehr über die unerschrockenen Seenotretter erfahren möchte, schaut unter www.seenotretter.de nach.
