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Ausstellung im Buddenbrookhaus

Julia Mann mit Tochter Julia, daneben die Söhne Heinrich und Thomas Mann, Lübeck, 1879, Quelle: ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv

In der schon im letzten Jahr eröffneten Ausstellung im Buddenbrookhaus geht es um die Perspektive der Brüder Mann und deren lebenslange Beschäftigung mit der eigenen Herkunft. Als Jugendliche rebellieren die Senatorensöhne Heinrich und Thomas gegen die muffige Bürgerwelt ihrer Heimatstadt.

In den Lübeck-Romanen Buddenbrooks und Professor Unrat zeichnen sie ein wenig schmeichelhaftes Bild der Heimat: Beide Romane werden zum Skandal. Aber die Lübeckerinnen und Lübecker sind auch stolz auf ihre berühmten Söhne. Und für Heinrich und Thomas Mann bleiben Lübeck und die Welt des Nordens trotz allem zeitlebens -Herzensheimat.

Nach einer erfolgreichen ersten Laufzeit öffnet die „Herzensheimat?“ erneut – mit noch mehr Herz. Dazu hat das Buddenbrookhaus Besucher nach ihrer Meinung gefragt und die Wünsche umgesetzt. Eine Besonderheit dabei sind die Blicke unter die Oberfläche. Die Ausstellung stellt vermeintliche Gewissheiten infrage und gibt Einblicke in ihre Entstehung und Gestaltung. Das Fragezeichen markiert nicht nur im Titel das ambivalente Verhältnis der Manns zu ihrer Heimatstadt. Es gibt auch Neugierigen einen Hinweis, wo in der Ausstellung ein Blick hinter die Kulissen möglich ist. Das Museum Buddenbrookhaus eröffnet die nach Besucherwünschen überarbeitete Sonderausstellung „Herzensheimat?“ am 7. Februar um 19:30 Uhr neu. Bei der Vernissage können Sie erleben, wie die Improvisationsschauspieler Steffen Lübkert und Sabine Goebel in Begleitung von Jens Ketelsen die Geschichten der Besucher zur Stadt Lübeck szenisch zum Leben erwecken. Ein umfangreiches Programm begleitet die Sonderausstellung. So findet am 19. Februar um 19:30 Uhr im Gewölbekeller eine Lesung mit Michael Göring statt. Der Autor schildert in seinem neuesten Roman Hotel Dellbrück die Geschichte einer jüdischen Familie über zwei Generationen von 1938 bis in unsere Gegenwart. In einer weiteren Lesung am 14. März um 19:30 Uhr debütiert Lukas Rietzschel mit seinem Roman „Mit der Faust in die Welt schlagen“. Zwei Brüder wachsen in Sachsen auf und müssen erleben, wie um sie herum ihre Heimat verfällt oder „abgewickelt“ wird – ein Coming-of-age-Roman wie er aktueller nicht sein könnte.

Daneben werden verschiedene Führungsworkshops mit Annette Klockmann unter dem Titel „Herzensheimat, Schmerzensheimat“ angeboten. Julia Mann kann davon erzählen, wie es war, als Kind der warmen, bunten Heimat Brasiliens plötzlich in eine kühl-hanseatische Stadt zu kommen. Ist sie jemals ganz in Lübeck angekommen? Und wie erging es ihren Söhnen, Heinrich und Thomas?
Finnissage der Ausstellung wird am 2. Juni um 19:30 Uhr mit dem Jugendprojekt „Literatur als Ereignis“ sein. An dem Tag verlassen die Buddenbrooks ihr angestammtes Heim in der Mengstraße 4 und mischen sich unter die Leute. Schüler der Grund- und Gemeinschaftsschule St. Jürgen haben im Rahmen des Bildungsprojektes mobile Stationen zum Roman Buddenbrooks eingerichtet und erwecken das Lübeck des Romans zum Leben.

Die Einzelheiten und relevanten Informationen finden Sie unter im Internet unter www.buddenbrookhaus.de.

Foto: Julia Mann mit Tochter Julia, daneben die Söhne Heinrich und Thomas Mann, Lübeck, 1879,
Quelle: ETH-Bibliothek Zürich, Thomas-Mann-Archiv

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