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Kunsthalle St. Annen – Künstlerselbstporträts

Man Ray, Self-Portrait with Camera, 1931, Silber-Gelatine-Abzug, 17,1 x 12,7 cm, © Man Ray Trust, Paris

Ein Leben ohne Selfies ist für viele Menschen heute undenkbar. Dabei ist die Art der Darstellung so neu nicht. In der Kunsthalle St. Annen ist die Schau „Ich und mein Selfie – Künstlerselbstporträts von Liebermann bis Immendorff Werke aus der Sammlung Leonie Freifrau von Rüxleben“ noch bis zum 10. März zu bestaunen.

Heute produzieren Menschen weltweit alltäglich sogenannte Selfies, um sich für Freunde und Bekannte in Szene zu setzen. Künstlerselbstporträts, die Künstlern und Künstlerinnen schon seit Jahrhunderten zur Selbstreflektion und Selbstinszenierung dienten, treten vor diesem aktuellen Hintergrund in einen ganz neuen Diskurs. Denn auch Künstler nutzen das eigene Bild häufig dazu, ihr Verhältnis zur Umwelt auszuloten, die eigene gesellschaftliche Stellung zu betonen oder die innere Befindlichkeit zu erforschen.In Anbetracht der gravierenden gesellschaftlichen Umwälzungen der Moderne erlangten die Künstlerselbstporträts des 20. und 21. Jahrhunderts besondere Expressivität. Viele dieser Selbstdarstellungen namhafter Künstler hat die Kunstsammlerin Leonie Freifrau von Rüxleben (1920-2005) über Jahrzehnte in einer einzigartigen Sammlung zusammengetragen, die den Lübecker Museen im Jahre 2004 übereignet wurde. Sie vereinigt 1400 Zeichnungen, Grafiken und Plakate, davon 1040 druckgrafische Selbstbildnisse, von internationalen Künstlern aus unterschiedlichen künstlerischen Stilepochen.

Die Kunsthalle St. Annen zeigt daraus nun einen aussagekräftigen Querschnitt. Darunter befinden sich namhafte Künstler und Künstlerinnen wie Max Liebermann, Renée Sintenis, Otto Dix, George Grosz, Max Pechstein, Max Beckmann, Käthe Kollwitz, René Magritte, Salvador Dali, Bernhard Heisig, Werner Tübke, Ernst Fuchs, Dieter Roth, Günther Uecker, Paul Wunderlich, Horst Janssen, Johannes Grützke und Jörg Immendorff sowie Pop- und Medienstars, wie etwa Armin Mueller-Stahl, Amanda Lear und der Kultrocker Udo Lindenberg. Ausdruck und Aussage von Künstlerselbstporträts haben sich im Laufe der Geschichte stark verändert, wenn auch die Kategorien in der Darstellung überlebt haben: der Künstler als Held oder Anti-Held, als Weltenschöpfer im Atelier oder als Figur innerhalb eines erzählerischen, oft mythischen Themas. Untrennbar mit der Zeit ihrer Entstehung verbunden, spiegelt das Selbstporträt bis heute ungewöhnliche Facettierungen von Künstlern mit oft intimen Einblicken wider.
Die Öffnungszeiten der Kunsthalle St. Annen sind bis zum 31. März: täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr.

Weiteres finden Sie unter www.kunsthalle-st-annen.de.

Foto: Man Ray, Self-Portrait with Camera, 1931, Silber-Gelatine-Abzug, 17,1 x 12,7 cm, © Man Ray Trust, Paris

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