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Winterglück am Ostseestrand

©-T.-Vollbrecht

Egal ob Schnee, Frost oder Regen – ein Spaziergang entlang der Küste macht zu dieser Jahreszeit einfach am meisten Spaß.

Ganz ehrlich, wer braucht eigentlich Sommer? Im Büro kleben die Klamotten am Körper und an den Stränden der Lübecker Bucht verkommt der Weg in die erfrischenden Fluten zum Slalomlauf um Badelaken, spielende Kinder und Strandkörbe. Die schönste Zeit an der Küste fängt doch erst im Herbst und Winter an. Wenn das Gros der Touristen Niendorf, Timmendorfer Strand und Scharbeutz den Rücken gekehrt hat, werden die Urlaubs-Hotspots wieder zu beschaulichen Ostseeperlen. Der allgegenwärtige Lärm verwandelt sich in eine meditative Stille, durchbrochen nur vom sanften Rauschen des Meeres und dem Geschrei der Möwen. Der Geruch von Sonnencreme und Pommes weicht einer frostklaren Luft, die zu ausgedehnten Spaziergängen entlang der verwaisten Strände einlädt. Dick eingemummelt trotzen echte Norddeutsche dann dem eisigen Ostwind. Mit ein bisschen Glück lässt sich auch Frau Holle erweichen, den Sand, der im Sommer noch unsere Füße verbrannt hat, unter eine weiße Decke zu hüllen. In dieser glitzernden Märchenkulisse gibt es doch nichts Schöneres, als sich Bello oder die Kids samt Schlitten zu schnappen und mit jedem Schritt das Knistern des Schnees unter den Füßen zu spüren. In besonders kalten Wintern, wenn der tagelange Frost die sonst so aufbrausenden Wellen zähmt und sich die Eisschollen übereinander schieben, wird man Zeuge eines besonderen Naturschauspiels.

Doch egal ob Schnee, Frost oder Regen – Schietwetter gibt es bei uns nicht, nur die falsche Kleidung. Um einen entspannten Spaziergang so richtig genießen zu können, bleibt das blöde Smartphone am besten einfach mal zu Hause. Nur das Hier und Jetzt zählt! Man nimmt sich die Zeit, um Schneemänner zu bauen oder in Ermangelung der weißen Pracht Ausschau nach Strandgut zu halten. Plötzlich findet man Gefallen an der sanften Rundung eines Steins oder fragt sich, ob es sich bei der kleinen Muschel im Sand nun um eine Baltische Plattmuschel oder doch eher eine Sandklaffmuschel handeln könnte. Auch fossile Funde, Tiere und Pflanzen gibt es in der richtigen Welt, abseits von Facebook, Instagram und 2,5 Milliarden Katzenvideos zu entdecken. Man muss nur die Augen aufmachen. Eine Erkundungstour an der Ostsee regt Geist und Appetit gleichermaßen an. Wem der Sinn nach einer Stärkung steht, geht einfach der Nase nach. Der anregende Duft von Glühwein, Plätzchen und Mutzen führt Strandgänger zielgenau zu einem der gemütlichen Weihnachtsmärkte an unserer schönen Küste. Und auch die zahlreichen Restaurants und Cafés wirken im Winter besonders einladend. In der behaglich warmen Gastronomie mit Blick auf die raue Natur schmecken Dorsch, Steak oder Pizza umso besser. Zum krönenden Abschluss eines ereignisreichen Tages gönnt man sich einen entspannenden Besuch in Sauna oder Therme oder kuschelt mit der ganzen Familie vorm lodernden Kaminfeuer, um sich mit Weihnachtsfilmen auf das bevorstehende Fest einzustimmen. Allen Wasserratten sei gesagt: Der nächste Sommer kommt bestimmt. Ganz Unerschrockene treffen sich bereits am Neujahrstag zum Anbaden in den eisigen Fluten der Ostsee.

© Foto: T. Vollbrecht

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