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Der Ritterstern – (Hippeastrum)

Text/Foto Wolfgang Assmann

Die ersten Rittersterne wurden im 18. und 19. Jahrhundert von Pflanzenforschern und Botanikern aus Südamerika nach Europa gebracht. Rittersterne werden häufig als Amaryllis bezeichnet, was botanisch gesehen, falsch ist. Der schwedische Botaniker Carl von Linne hat die aus Südamerika stammenden Rittersterne und die in Südafrika beheimatete Belladonnalilie (Amaryllis belladonna) ursprünglich zu einer Gattung zusammengefasst.

Obwohl die Rittersterne später wieder ausgegliedert und der Gattung Hippeastrum zugeordnet worden sind, hat sich der Begriff Amaryllis für den Ritterstern weitgehend gehalten. Hippeastrum kommt aus dem griechischen und setzt sich aus Hippeus (Ritter) und Astron (Stern) zusammen. Heutzutage gibt es ca. 70 Arten der Gattung Hippeastrum mit über 600 verschiedenen Zuchtformen. Wir kennen die Zwiebelblume hauptsächlich als winterblühende Zimmerpflanze und vor allem als schöne Schnittblume mit knallroten Blüten auf kräftigen grünen Stängeln, die Farbe in die dunkle Jahreszeit zu Weihnachten bringen. Die Farbpalette der exotischen Schönheit reicht von rot über rosa bis apricot, cremefarben oder weiß. Durch unzählige Kreuzungen erweitert, gibt es sie zweifarbig, gestreift oder gesprenkelt. Ihr Stängel erreicht eine Höhe von bis zu 60 cm auf dem bis zu zwölf Zentimeter große Blütensterne thronen. Der Ritterstern ist jedoch eine sehr pflegeintensive Zimmerpflanze. Sein Lebenszyklus richtet sich in seiner tropischen Heimat nach dem natürlichen Wechsel von Regen- und Trockenzeit. Die Pflege des Rittersterns sollte diesem Rhythmus angepasst werden, damit man ihn mehrere Winter zum Blühen bringen und sich viele Jahre an ihm erfreuen kann. Wichtig dabei ist eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen, die nicht nur den Wuchs der Pflanze fördert, sondern sie auch gegen Krankheiten stärkt.

Der Ritterstern gehört, ebenso wie Tulpen und Hyazinthen, zu den sehr beliebten Zwiebelpflanzen. Möchte man ihn im Topf selber ziehen und zum Blühen bringen, sollte beim Kauf im Fachhandel auf Qualität geachtet werden, denn je grösser die Zwiebel, umso mehr Stiele und Blüten werden ausgebildet. Ab November wird sie bis zur halben Höhe in ein stabiles Pflanzgefäß mit guter Blumenerde eingesetzt. Der Topf sollte dabei nur etwa einen Daumen breiter als die Zwiebel sein. Damit der Ritterstern rechtzeitig zur Weihnachtszeit blüht, stellt man ihn an einen hellen, nicht zu warmen Platz auf der Fensterbank bei einer Temperatur von ca. 20 Grad. Gewässert wird die Zwiebel erst, sobald der Blütenstiel deutlich zu sehen ist. Bekommt die Zwiebel nämlich zu früh zu viel Wasser, bildet sie nur Blätter, aber keine Blüten. Generell sollte von unten sparsam in einen Untersetzer gegossen und Staunässe vermieden werden. Durch regelmäßiges Drehen der Pflanze erreicht man einen geraden Wuchs, da sich der Blütenstiel nach dem Licht ausrichtet. Bis zum Aufblühen vergehen, je nach Reifegrad der Zwiebel, etwa sechs bis acht Wochen. Sobald die Blüten anfangen zu verwelken, schneidet man die Blütenstiele, nicht jedoch die Blätter, ab, damit die Kraft nicht in die Samenbildung, sondern in die Zwiebel geht. Nach den letzten Frösten im Mai kann der Ritterstern nun ins Freie an einen halbschattigen Standort gebracht werden. Für die Wachstumsphase bis zum Sommer benötigt er ausreichend Wasser und Dünger. Ab September wird dann nicht mehr gedüngt und gewässert. Anschließend schneidet man die eingetrockneten Blätter ab und gönnt der Zwiebel eine ca. zweimonatige Ruhephase, indem man sie an einem dunklen und kühlen Ort, z.B. im Keller, lagert, bevor sie im November mit frischer Erde neu eingetopft und wieder zum Blühen gebracht wird.

Zu erwähnen bleibt noch, dass alle Pflanzenteile des Rittersterns giftige Alkaloide enthalten und vorsichtig mit ihnen umgegangen werden muss.

Text/Foto Wolfgang Assmann

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