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Juwelen in der Erde – Der Gartentipp im Oktober

Text und Fotos: Wolfgang Assmann

Es mag wie ein Klischee klingen, wenn der Garten aus seinem Winterschlaf erwacht, bescheren uns die Frühlingsblüher nach dem langen grauen Winter die heiß ersehnten Farben und Düfte, sobald sie sich über der noch kalten Erde zeigen. Die Grundlage für das Frühlingsbeet wird jedoch mit der Pflanzung der Blumenzwiebeln im Herbst gelegt.

Die Vorstellung, welche Stimmung Sie mit jeder Pflanzung erreichen möchten, ist ein guter Ausgangspunkt für die Auswahl der Frühlingsblüher. Ist der Garten formal oder ursprünglich? Will ich Extravaganz oder Zurückhaltung? Soll das Beet Ruhe oder Energie ausstrahlen? Schauen Sie sich Form und Farbe der zu erwartenden Blüten an. Wenn Sie sich für festliche Eleganz entscheiden, suchen Sie nach größeren, feineren Formen (z. B. Tulpen mit Lilienblüten), wenn es um Opulenz geht, gehören üppige Papageientulpen dazu, soll das Beet romantisch wirken, entscheiden Sie sich für gefüllte Tulpen mit ihrer Masse von Blütenblättern. Die Auswahl der verschiedenen Blumenzwiebeln nach diesen Kriterien an Ort und Stelle ist dann viel einfacher. Tulpenbeete allein können spektakulär aussehen, man kann sie aber auch mit anderen schönen Frühlingsblühern kombinieren und in Szene setzen. Empfehlenswert bei der Gestaltung des Frühlingsbeetes ist eine Kombination aus Hyazinthen, Tulpen, Anemonen und Traubenhyazinthen, die farblich harmonieren und etwas zeitversetzt blühen.
Tulpen in ihrer divenartigen Erscheinung zählen hierbei zu den auffallendsten und farbenprächtigsten Frühlingsblühern. Die ursprüngliche Heimat der Tulpe ist Zentralasien und leitet sich vom türkischen Wort „tülbend“ ab, was „Turban“ bedeutet. In Holland wurde sie früher als Spekulationsobjekt hoch gehandelt und stürzte nach dem Ende der „Tulpomanie“ viele Besitzer in den finanziellen Ruin. Heutzutage gibt es ca. 5000 verschiedene Tulpensorten zu erschwinglichen Preisen und jedes Jahr kommen neue Züchtungen hinzu.

Die Hyazinthe stammt ursprünglich aus dem Orient und wurde dort schon im 17. Jahrhundert kultiviert. Es gibt sie in einer großen Farbenvielfalt und aufgrund der schönen Blüten und ihres betörenden Duftes ist sie ein Symbol für den Frühling schlechthin. Traubenhyazinthen stammen aus Kleinasien und Südosteuropa. Mit ihren zarten, kobaltblauen Blüten verströmen sie einen angenehmen Duft und eignen sich hervorragend für eine Kombination mit Tulpen, Hyazinthen und Narzissen. Auch für die Einfassung von Beeten oder großflächige Blütenteppiche bietet sie sich geradezu an. Anemonen sind ursprünglich in Vorderasien und Südeuropa beheimatet und gehören zur Familie der Hahnenfußgewächse. Sie gibt es in den Farben blau, rosa, weiß oder auch in unterschiedlichen Rottönen und lassen sich gut mit anderen farbenfrohen Frühlingsblühern wie Tulpen, Narzissen oder Hyazinthen kombinieren. Ihr botanischer Name Anemone leitet sich von „anemos„ dem griechischen Wort für Wind ab. In der Blumensprache steht sie als Symbol für Unschuld, Vertrauen und Vergänglichkeit. Nach der griechischen Mythologie war Anemona eine Nymphe im Reich der Göttin Flora. Als Zephyr, der Gatte Floras, sich in Anemona verliebte, verwandelte die eifersüchtige Flora sie daraufhin in eine Blume, die seitdem den Namen Anemone trägt.

Text und Fotos: Wolfgang Assmann

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