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Indian Summer – Wenn Farben explodieren

© Foto: Geribody / www.depositphotos.com

Das Schauspiel der Farben fasziniert uns immer wieder, jeden Herbst aufs Neue. Bevor die kalten Monate Einzug halten, präsentieren sich Bäume und Sträucher in ganz besonders schönen Kleidern. Aus Grün wird Gelb, Orange, Rostbraun und Rot. Pappeln werden goldgelb, Ahornblätter leuchten in Gelb und Orange, Roteichen fallen durch ihr Feuerrot auf.

Die Natur hat sich eine fünfte Jahreszeit einfallen lassen, damit wir uns leichter vom Sommer verabschieden können – so könnte man es auch betrachten. Der sogenannte Altweibersommer bringt uns meist warme sonnige Tage. In den Septembernächten kühlt es häufig nachts schon deutlich ab, sodass die vom Tau benetzten Spinnweben in der Morgensonne glitzern. Die Baumeister dieser kunstvollen Netze haben tatsächlich nach einer der Erklärungen mit der Namensgebung zu tun. Sie rührt von Spinnfäden her, mit denen junge Baldachinspinnen im Herbst durch die Luft segeln. Der Flugfaden, den die Spinnen produzieren und auf dem sie durch die Luft schweben, soll die Menschen an das silbergraue Haar alter Frauen erinnern. Übrigens, das Landgericht Darmstadt hat im Jahr 1989 festgestellt, dass die Verwendung des Ausdrucks Altweibersommer durch die Medien keinen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte von älteren Damen darstellt.
Wer der Magie der Farben ganz nah sein möchte, unternimmt jetzt ausgedehnte Spaziergänge in unsere Wälder oder verlegt seine Mittagspause in einen nah gelegenen Park. Denn die Pracht des goldenen Herbstes ist schnell wieder vorbei. Die sommergrünen Laubgehölze werfen in unseren Breiten die Blätter ab und stellen sich so auf den winterlichen Wassermangel ein. Das Wasser, das sie durch die Wurzel aussaugen, verdunsten sie ständig über ihre Blätter. Bei einer hundertjährigen Rotbuche etwa sind es um die 400 Liter pro Tag. Gefriert der Boden im Winter können die Pflanzen nicht mehr genug Wasser aufnehmen und sie würden austrocknen. So sind sie auf die Idee gekommen, ihre Blätter abzuwerfen und die Wasserabgabe zu stoppen. Vielleicht betrachten Sie die klugen Lebewesen auf Ihren herbstlichen Wanderungen jetzt auch von einer anderen Seite. Nehmen Sie sich die Zeit mit Kindern und Freunden die Laubwälder der Holsteinischen Schweiz zu erkunden, die verstreut zwischen hügeligen Wiesen und zahlreichen Seen liegen. Schon wenn man einen Wald betritt, strömt einem würziger, erdiger Geruch in die Nase. Durchs lichter werdende Blätterdach blinzelt die Sonne und bringt die glühenden Blätter und das Moos zum Leuchten. Interessieren Sie sich für die Natur, vergessen Sie das Fernglas nicht, auch ein Bestimmungsbuch kann hilfreich sein. An den Seen entdecken Sie vielleicht einen kreisenden Seeadler und äsendes Wild. Der Naturpark Holsteinische Schweiz ist ein Wanderparadies mit weit über 20 beschilderten Rundwander- und Spazierwegen. Auf einer Strecke von insgesamt über 270 Kilometern kann jeder nach Herzenslust auf Pfaden, Wegen oder an kleinen Dorfstraßen entlang zu den schönsten Biotopen, Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkten des Naturparks wandern. Je nach Belieben können Sie Spaziergänge, Stunden- oder Tageswanderungen unternehmen und sich zwischendurch in den Restaurants und Landgasthöfen verwöhnen lassen. In der sanft hügeligen Landschaft des Naturparks ist das Wandern ein wahrer Genuss! Der Rundweg Dersauer Uklei etwa hat eine Länge von fast 5 Kilometern und dauert rund 1,5 Stunden. Diese kleine aber abwechslungsreiche Runde ist auch für Familien mit selbstständig wandernden Kindern geeignet. Sie eröffnet Blicke auf den Großen Plöner See, Knicks, Wiesen und Felder. Im von Nadelbäumen geprägten Waldgebiet Eichholz liegt der kleine Ukleisee. Der Weg führt hier an kleinen moorigen Stellen vorbei.
Ein weiterer Rundweg namens Eule dauert etwa eine Stunde und führt Sie durch das Naturschutzgebiet rund um Kasseedorf mit Pfaden und naturnahen Wegen. Auch eine Wanderung entlang der Kasseedorfer Seen lohnt. Diese landschaftlich sehr reizvolle Wanderung führt durch vielfältige Mischwälder. Als Tipp empfehlen wir außerdem das Jagdschlösschen am Ukleisee zu besuchen. Ein Spaziergang am romantischen Ukleisee, der in der Nähe von Eutin liegt, ist traumhaft. Der Rundwanderweg führt Sie an alten slawischen Siedlungsplätzen und Erdwällen einer ehemaligen Burganlage vorbei. Nicht weit entfernt liegt das Jagdschlösschen von 1776, in dem heute Konzerte und andere Veranstaltungen stattfinden. Der See hatte schon früher eine magische Anziehungskraft auf Dichter und Maler und inspiriert heute immer noch jeden, der ihm mit offenen Augen begegnet. Gerade in der Herbstzeit mit dem Farbspiel in den Blättern und auf dem See entfaltet die Region eine ganz besondere Faszination.  Können Sie mehr Zeit einplanen, lohnt auch ein Mehrtagesweg, beispielsweise der Holsteinische Schweiz Weg, der 53 Kilometer lang ist und bei 15 Stunden pro Tag 3 Tage dauert. Anfangs- und Endpunkte des Fernwanderweges sind die ehemaligen Herzogs- und heutigen Kreisstädte Plön und Eutin, deren Schlösser die Orte prägen. Die Strecke führt über Bösdorf, Malente, Schönwalde und Kasseedorf. Naturnahe Wege leiten Sie an Seeufer und Bachtälern, durch Wald und Feld, über hügelige Abschnitte bis zum höchsten Gipfel Schleswig-Holsteins sowie durch kleine Dörfer und Ausflugsorte. Die Bahnlinie Kiel–Lübeck mit Halt in Plön, Malente und Eutin hilft bei der individuellen Routenplanung. Dazu gibt es von April bis Oktober attraktive Möglichkeiten, Teilstrecken mit den Seenschifffahrten zurückzulegen. Alle Wanderwege und Infos finden Sie unter www.naturpark-holsteinische-schweiz.de und www.holsteinischeschweiz.de.

Geführte Wanderungen mit Herbstambiente
Der Naturpark Holsteinische Schweiz hat auch immer besondere Veranstaltungen im Angebot. Pilzliebhaber kommen am 6. Oktober ab 10 Uhr auf ihre Kosten. Unter dem Motto „Herbstzeit ist Pilzzeit“ geht es ab in den Wald. Wo und wie wachsen eigentlich Pilze? Welche der Pilze in unseren Wäldern sind essbar, welche sollte man lieber stehen lassen? Bei dieser Kooperationsveranstaltung mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten begeben Sie sich in einem Waldgebiet zwischen Plön und Eutin gemeinsam auf Pilzsuche und lernen die vielfältige Pilzwelt kennen. Falls Speisepilze gefunden werden, dürfen diese nach einer Endkontrolle in kleinen Mengen mitgenommen werden. Denken Sie an festes Schuhzeug und wetterfeste Kleidung sowie ein luftiges Sammelbehältnis und ein kleines Messer. Anmelden können Sie sich telefonisch unter 04522 749380. Der Treffpunkt wird bei der Anmeldung bekanntgegeben. Infos finden Sie unter www.naturpark-holsteinische-schweiz.de.

Tipp: Der Naturpark Holsteinische Schweiz hat eine gratis Touren-App im Angebot. Freuen Sie sich auf detaillierte Karten online wie auch offline.
Wander-, Rad- und Kanutouren sind aufgeführt. Auch die aktuelle Position wird, natürlich nur im Online-Modus, angezeigt. Daneben erfahren Sie, wo es welche Sehenswürdigkeiten und Natur-Infos zu entdecken gibt. Alles Weitere finden Sie unter www.holsteinischeschweiz.de.
Für Herbstwaldgenießer, die mal zwischendurch eine kleine Auszeit nehmen wollen, empfehlen wir die Exkursion „Herbstlicher Laubwald im Scheidebusch“ mit Reinhard Degener am 26. Oktober um 16 Uhr. Es ist eine gemeinsame Veranstaltung vom BUND Lübeck und dem Museum für Natur und Umwelt Lübeck. Der Scheidebusch ist ein kleines, wenig bekanntes Lübecker Waldgebiet im Süden der Stadt, das an das Krummesser Moor grenzt. Alter Eichen-Buchenwald, Bruchwald, Wald- und Moorwiesen machen ihn zu einem landschaftlichen Kleinod, das es lohnt kennenzulernen. Der Rundgang durch den herbstlichen Wald soll einen Eindruck von der Vielfalt des Gebietes und von den biologischen Vorgängen vor dem Laubfall vermitteln. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Weitere Infos erhalten Sie auch imi Internet unter www.museum-fuer-natur-und-umwelt.de.

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