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Fußball Weltmeisterschaft

© Foto: Nicole Niederer Lightnic Photography

Vom 14. Juni bis zum 15. Juli ist König Fußball zu Gast in Russland. Die Mission Titelverteidigung beginnt für die deutsche Elf im beschaulichen Moskauer Vorort Watutinki.

Keine Sterne in Athen, stattdessen Schnaps in St. Kathrein. Frei nach Stephan Remmler gilt für die deutschen Kicker in Russland: kein Strandleben in Sotschi, stattdessen Vororttristesse in Watutinki. Gerne hätte die DFB-Delegation ihr Quartier wie beim letztjährigen Confed Cup wieder an der schönen Schwarzmeerküste bezogen. Dort konnte jedoch kein Trainingsplatz für die komplette Turnierdauer organisiert werden und auch die Distanzen zu den Spielorten waren nicht unbedingt optimal. Nun also Watutinki vor den Toren Moskaus. In dem von Birkenwäldchen umgebenen, rund 13000 Einwohner zählenden Städtchen wurde eilig eine Hotelanlage hochgezogen. Auch wenn der „Recreation Complex Watutinki“ postsowjetischen Plattenbau-Charme versprüht, an Annehmlichkeiten wird es Müller und Co. nicht mangeln. Die gehobene Ausstattung inklusive Indoor-Pool sowie Fitness- und Regenerationsbereich wird Jogis Mannen hoffentlich die nötige Energie für die Mission Titelverteidigung geben. Sollte es Deutschland wieder ins Finale schaffen, würden bis zu vier Begegnungen in der russischen Hauptstadt ausgetragen werden. Auch wenn es keine Liebesheirat war, könnte sich das nur 60 Busminuten entfernte Watutinki vielleicht doch als Hauptgewinn entpuppen. Statt Sterne in Athen gibt es dann eben den fünften auf dem Trikot.

Mission Titelverteidigung
beginnt am 17. Juni gegen Mexiko

Am 17. Juni startet die „Mannschaft“, wie eine besonders kreative PR-Abteilung unsere Elf getauft hat, im Moskauer Luschniki Olympiastadion ins Turnier. Los geht’s ab 17 Uhr deutscher Zeit. An Gegner Mexiko hat man gute Erinnerungen. 4 zu 1 hieß es vor einem Jahr beim Halbfinale des Confed Cups. Im Endspiel bezwang eine deutsche B-Elf Chile. Nach der gelungenen Generalprobe wird’s nun also ernst. Dass ein Weltmeister seinen Titel verteidigt hat, ist übrigens schon ein Weilchen her. Zuletzt gelang Brasilien dieses Kunststück bei der WM 1962. Wie schwierig der Weg zum erneuten Triumph ist, hat auch die deutsche Mannschaft schon leidvoll erfahren. 1978 scheiterte der amtierende Titelträger in der zweiten Finalrunde an Österreich. Das Spiel ging unter dem Titel „Die Schmach von Cordoba“ in die Geschichtsbücher ein. 1994 scheiterte die deutsche Elf an Bulgarien und nicht zuletzt an sich selbst. Höhepunkt der internen Querelen war die Suspendierung Stefan Effenbergs aus disziplinarischen Gründen, nachdem er Fans den berühmten Stinkefinger gezeigt hatte. Im Viertelfinale begrub der damalige HSV-Profi Yordan Letchkow mit einem mustergültigen Flugkopfball die deutschen Titelambitionen.

Public Viewing an der Küste
WM ist überall

Wer nicht das einem Lottogewinn gleichende Glück hatte, ein Ticket für ein WM-Spiel zu ergattern, muss sich nicht ärgern. WM ist schließlich überall, wo man sich zum gemeinsamen Mitfiebern und Feiern vor dem Bildschirm versammelt. Im Gegensatz zum Turnier in Brasilien, wo Vorrundenspiele teilweise erst um Mitternacht oder später angepfiffen wurden, können sich deutsche Fußballfans auf deutlich angenehmere Übertragungszeiten freuen. In den meisten Austragungsorten liegt die Zeitverschiebung bei nur einer Stunde. Das heißt: Wenn in Russland um 18 Uhr gegen den Ball getreten wird, kann man sein erstes Bierchen in Deutschland schon um 17 Uhr zischen. Nur in Jekaterinburg und Samara beträgt die Zeitverschiebung zwei, beziehungsweise drei Stunden. Die Anstoßzeiten variieren von 14 bis 20 Uhr. Sollte es in den K.O.-Spielen mal länger dauern, schaut dennoch niemand in die Röhre. Dank einer Sonderverordnung der Bundesregierung wurde der Lärmschutz vorübergehend gelockert. Fans können sich auf Public Viewing auch nach 22 Uhr freuen. Das größte Fanfest im Norden steigt auch in diesem Jahr wieder auf dem Hamburger Heiligengeistfeld, wo bis zu 70.000 Besucher sämtliche Spiele auf einem 120 Quadratmeter großen Bildschirm verfolgen können. Ordentlich Stimmung ist während der Kieler Woche auch auf der NDR-Bühne beim Auftaktspiel und der Partie gegen Schweden am 23. Juni garantiert. Etwas kleiner, aber nicht minder euphorisch geht’s in der Musik- und Kongresshalle Lübeck zu. Dort werden die Vorrundenpartien gegen Mexiko und Südkorea übertragen. Der nur einen Steinwurf entfernte Strandsalon lädt wieder zum kollektiven Daumendrücken in eine eigens aufgebaute Outdoor Arena ein. Auch im CASINO Lübeck werden alle Spiele auf Großbildleinwand und auf den Fernsehern gezeigt. Ambitionierte Hobbyfußballer haben während der WM die Gelegenheit auf eine Torwand zu schießen und Sachpreise abzuräumen. Am Automatenspiel winkt eine Sonderauslosung, bei jedem Toooor für Deutschland gibt es einen Shooter aufs Haus.

Entspannt im Liegestuhl sitzen kann man auch in Timmendorfer Strand beim Public Viewing an der Trinkkurhalle. Wie zur EM 2016 wird auf dem Areal eine Leinwand aufgestellt und auch ans leibliche Wohl wird gedacht sein. Gestartet wird am 30. Juni mit der Übertragung aller Spiele ab dem Achtelfinale. Mit den Füßen im Sand lassen sich alle Spiele am Grömitzer Strand verfolgen. Direkt neben der Seebrücke wird eine große Leinwand aufgebaut. Und weil anfeuern hungrig macht, sorgen ein Burger-Truck und Fußball-Bratwurst vom Schwenkgrill für das leibliche Wohl. Alle Matches mit deutscher Beteiligung werden außerdem in der Möbel Kraft Arena in Bad Segeberg gezeigt. Natürlich muss auch fernab der großen Leinwände niemand alleine Fußball schauen. Kleine gemütliche Sportkneipen finden sich überall entlang der Lübecker Bucht und in der Hansestadt selbst. Übrigens zeigen ARD und ZDF alle Spiele der WM live im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Während der Gruppenphase wird bei gleichzeitig stattfindenden Partien das wichtigere auf einem der Hauptsender übertragen, das Parallelspiel wird auf ARD One beziehungsweise ZDFinfo gezeigt.

Die Spiele und Stadien der
deutschen Nationalmannschaft
in Gruppe F

Sonntag, 17. Juni 2018:
Deutschland – Mexiko
17 Uhr in Moskau (ZDF)

Eine riesige Leninstatue begrüßt die Zuschauer vor dem Olympiastadion Luschniki. Die 1956 fertiggestellte Sportstätte ist die größte Russlands und diente nicht nur als Ausrichtungsort für die olympischen Sommerspiele 1980, sie hieß auch schon Rockbands wie Bonjovi, Black Sabbath oder die Scorpions willkommen. Nach einer Renovierung von 2014 bis 2017 bietet die WM-Arena 81.000 überdachte Sitzplätze. Hier wird sowohl das Auftaktmatch des Gastgebers gegen Saudi Arabien als auch das große Finale am 15. Juli ausgetragen.

Samstag, 23. Juni 2018:
Deutschland – Schweden
20 Uhr in Sotschi (ARD)

Und noch ein Olympiastadion. Paradoxerweise fanden die olympischen Winterspiele vor vier Jahren in einer der wärmsten Regionen Russlands statt. Eigens für das Großevent wurde bei Adler, einem Ort an der Schwarzmeerküste, eine moderne Arena aus dem Boden gestampft. Während der WM bietet diese Platz für bis zu 48.000 Zuschauer. Da es in der Umgebung keinen Fußballverein gibt, wird die russische Nationalmannschaft der einzige Nutzer für Fußball sein.

Mittwoch, 27. Juni 2018:
Deutschland – Südkorea
16 Uhr in Kasan (ZDF)

Die 45.105 Zuschauer fassende Kasan-Arena wurde rechtzeitig zur Sommer-Universiade 2013 fertiggestellt und ist mit seiner Silhouette in Form einer Seerose ein echtes Schmuckstück. Dass sich die ursprünglich veranschlagten Kosten des Neubaus von rund 132 Millionen Euro letztendlich verdreifachten – geschenkt! In Hamburg und Berlin ist man weit größere Kostenexplosionen
gewohnt.

© Foto: Nicole Niederer Lightnic Photography

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