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Männer sind die besseren Beifahrer

© Foto: Luis Louro / Fotolia

Quietschend kommt das Auto vor der roten Ampel zum Stehen. Was hätte alles passieren können, würde ich meine bessere Hälfte nicht immer so umsichtig und vorausschauend auf Gefahrensituationen im Straßenverkehr hinweisen.

Doch anstatt eines Dankeschöns für die Rettung unserer beider Leben keift die Frau hinterm Steuer nur: „Du machst mich völlig
verrückt. Ständig redest du mir rein. Wie soll ich denn so Autofahren.“ Es war nicht unser erster Streit in dieser Sache und wird wohl auch nicht der letzte sein. Auch wenn mein Job als aufmerksamer Beifahrer nicht hinreichend gewürdigt wird – einer muss ihn schließlich machen. Und da wir Männer ja erwiesenermaßen die besseren Autofahrer sind, prädestiniert uns das doch regelrecht dazu, ein wachsames Auge auf den weiblichen Fahrstil zu richten. Es ist doch nur zum besten von Mensch und Material. Erst neulich zum Beispiel bewahrte ich meine Frau davor, unser Garagentor zu demolieren, hatte sie doch tatsächlich den ersten mit dem Rückwärtsgang verwechselt.

Und dann war da ja noch der Vorfall mit der an sich so großen Parklücke, als Madame ohne meine bereitwillige Hilfe fast einen sündhaft teuren Mercedes demoliert hätte. Ein anderes Mal fuhr sie auf der Autobahn durchgehend im fünften Gang, obwohl unsere neue Familienkutsche doch ganze sechs davon hat. Ganz zu schweigen von den unzähligen Malen, wo ich meine Frau im rechten Moment vor mehr oder weniger gut getarnten Blitzern warnte. Ein wenig Wertschätzung dürfte da doch wirklich nicht zu viel verlangt sein. Wäre meine Frau eine ähnlich aufmerksame Beifahrerin wie ich, würde sich mein Führerschein ganz sicher immer noch in meinem Portemonnaie befinden und sein Dasein nicht wegen angehäufter Punkte auf einer Bußgeldstelle fristen. Aber so kann ich meiner Verantwortung auf dem Nebensitz wenigstens voll und ganz gerecht werden.

Es gleicht sich halt alles aus im Leben. pa

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