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Männer – Ich bin dann mal im Keller

© Foto: pathdoc / Fotolia

Irgendwo zwischen Bohrmaschine, ausrangierten Skiern und Kartons mit unbekanntem Inhalt ist es zu finden – das ganz große Glück. Zumindest für Menschen im Besitz des Y-Chromosoms scheint das zu gelten. Im Keller ist Mann ganz bei sich. „Schatz, ich hab das Gefühl, der Tisch wackelt“ oder „Soll ich dir mal wieder ein neues Regal bauen?“

Wenn es um Vorwände geht, das geräumige und geschmackvoll eingerichtete Haus für einige Stunden gegen eine schlecht beleuchtete, miefige Kammer einzutauschen, entwickeln Männer eine ungeahnte Kreativität. Dinge zu reparieren, liegt anscheinend in unserer DNA. Doch es gibt tiefer liegende Gründe, die uns regelmäßig in den Keller führen. Hier können wir dem omnipräsenten Einfluss unserer besseren Hälfte für einige Minuten oder auch Stunden entfliehen. Es ist der einzige Raum des Hauses, der sich dem weiblichen Ordnungswahn entzieht, ein meditativer Rückzugsort, ein Refugium für die bedrohte Spezies Mann. Hier liegen alte Klassenfotos, hier verstecken wir Briefe unserer Jugendliebe in angeschimmelten Kisten, hier verstaubt der Pokal vom gewonnenen Fußballturnier aus der D-Jugend. Und so verwundert es nicht, dass ein Besuch oft länger dauert, als Frau glaubt. „Ich muss nur noch die letzten Schrauben anziehen, dann ist dein Regal fertig“, brüllt Mann ins obere Stockwerk, während er sein Kopfballtor im Finale vor dem inneren Auge Revue passieren lässt oder sich verzweifelt an die Namen seiner Verflossenen zu erinnern versucht.

Während sich die Wissenschaft streitet, ob und wann Zeitreisen möglich sind, lassen sie sich in den unteren Gefilden unseres Hauses bereits heute schon realisieren. Ein Keller stinkt nur vordergründig nach Muff und Kettenöl. Wer genauer „hinriecht“ entdeckt den bittersüßen Duft von Wehmut und Nostalgie. Der norwegische Autor Björn Gabrielsen hat diesem besonderen Platz ein literarisches Denkmal gesetzt. „Ich bin dann mal im Keller“ heißt sein Buch, in dem er auf und bildreiche Weise des Mannes liebsten Ort auf der Welt beschreibt und den Bogen spannt von der biblischen Beschreibung des Kellers bis hin zur Pflichtausstattung eines Skikellers. Männer dürften sich in vielen der amüsanten Ausführungen wiederfinden, Frauen verstehen nach der Lektüre vielleicht, warum es da unten mal wieder etwas länger dauert. pa

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