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Lieblingsplatz – Niendorfer Seebrücke

© Foto: Monthly / Fotolia

Steife Brise, Wolkentürme und glitzerndes Meer. Am Karsamstag pfiff der Wind auf der Niendorfer Seebrücke so ordentlich, dass man seine sieben Sachen gut verstaut mit sich herumtragen musste. Nicht jeder traute sich bis ans Ende des Brückenkopfes, um ins Auge des Fisches zu schauen.

Der, der es tat, wird gesehen haben, dass der Wind aus Nordwest gekommen ist. Aber häufig wechselte er auch. Stürmische Böen in Windstärke 8 und 9, vielleicht sogar 10, fegten nachmittags über die Lübecker Bucht und machten den Spaziergang zu einem kleinen Abenteuer. Einige Windliebhaber ließen sich nicht davon abhalten, auf den drehbaren Stühlen Platz zu nehmen und sich mal so richtig durchpusten zu lassen. Die Liegen jedoch auf der Schwanzflosse des Brückenkopfes in Form eines Steinbutts blieben verwaist. Auch die Tribüne mit den Sitzstufen auf der Rückenflosse lud bei dem Sturm nicht zum Verweilen ein.

Unterdessen funkelte das Meer in den unterschiedlichsten Blautönen von ultramarin über flaschengrün bis türkis und man hatte eine gute Sicht ans gegenüberliegende Ufer auf die kabbelige See, Horchturm in Pelzerhaken und Windräder. Auf dem Rückweg laden bei weniger Wind die Infovitrinen mit Themen wie Fischerei und Ortsentwicklung zum Betrachten. Die Kinder ließen sich auf dem kleinen Spielplatz mit Rutsche vom Wetter in ihrem Spiel nicht beirren, ebenso der Angler in Regenjacke, der wohl die nächsten Jahrzehnte aufs Meer schaut, ohne dass ein Fisch anbeißen wird.
Den hydraulischen Badesteg können Sie natürlich bei solchen Windverhältnissen nicht ins Meer hinabsteigen, denn er ist dann hochgezogen und arretiert. Eingeweiht wurde die neue Niendorfer Seebrücke in fantasievoller Fischform vor fast drei Jahren. Die Daten sind beachtlich: 185 Meter ragt sie auf 36 Gründungpfählen ins Meer. Ein hochwertiger Belag aus langlebigem Bongossiholz trägt Sie über die Ostsee und bei Dunkelheit zeigt Ihnen die indirekte Beleuchtung am Gelände wo’s langgeht, ohne zu blenden. Besonders schön ist das gebogene Geländer mit dem Holzhandlauf, der geradezu die Berührung mit der Hand herausfordert.

Die geschwungene Form der Promenade wird als Gestaltungselement auf der Seebrücke übernommen. Ein Badehäuschen, das früher als Umkleidekabine diente, ziert den Niendorfer Balkon. Hölzerne Sitzelemente in schwungvoller Form laden zu einem Päuschen mit Blick auf die Lübecker Bucht und die Promenade. Knusprige Fischbrötchen und andere Fischspezialitäten erhalten Sie vis-à-vis der Brücke bei Gosch ab Mitte Mai. Wenn Sie lieber die süße Verführung suchen, laufen Sie einige Schritte zum Meerwasserhallenbad. Dort gibt’s ein Restaurant und Café mit leckerem Kuchen und Kaffee. Tipp: Verpassen Sie nicht den Sonnenuntergang, den Sie von der Niendorfer Seebrücke ganz fabelhaft im Blick haben.

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