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Schau mir in die Augen kleiner Schimpanse!

© Foto: Anna Kucherova - Fotolia

Von tierischen Eigenheiten und wo man ihnen auf die Spur kommt

Affen sehen rot, zumindest einige von ihnen und haben diese Gabe mit dem Menschen gemeinsam. Allerdings ist das Farbsehen bei den Affen ungerecht verteilt. Wir Menschen können viel mehr Farbtöne unterscheiden als die Mehrheit der Säugetiere, für die Rot und Grün dasselbe ist. Zwei amerikanische Forscher berichten in der Mai-Ausgabe 2010 von „Spektrum der Wissenschaft“ darüber, dass manche Affenarten schlechter dran sind. Es liegt an den Genen. Bei den Neuweltaffen in Mittel- und Südamerika (z. B. Klammer-, Brüll- und Totenkopfaffen) sind insbesondere die Männer diskriminiert. Von den Weibchen können etwa zwei Drittel Farbtöne im Rot-Grün-Spektrum unterscheiden, die Männchen nicht. Die Forscher fanden schon vor über 20 Jahren heraus, dass es Gene für das Farbensehen gibt. Der Mensch und mit ihm die sogenannten Altweltaffen, zu denen alle Arten in Afrika und Asien bis zum Schimpansen gehören, verfügt über drei verschiedene Farbsegmente. Sie entdeckten, dass die beiden Rot- und Grün-Segmente eng zusammengehören und beide dicht beieinander auf dem X-Chromosom liegen. Bei den Affen Amerikas ist es so, dass sie nur ein solches Gen auf dem X-Chromosom besitzen.
Diese sinnesphysiologischen Eigenheiten sind sicher ein besonderes Sachgebiet, in dem es noch viel zu erforschen gibt. Antworten finden Sie natürlich in den einschlägigen Fachzeitschriften. Aber auch in die größeren und kleineren Tierparks der Region lohnt ein Abstecher und Sie werden zum Thema viele Anregungen entdecken. Wie und was sehen zum Beispiel Fische? Erstaunlicherweise können Aquarienfische genau wie Menschen und Säugetiere sehr gut sehen. Fische besitzen Linsenaugen. Während Menschen durch die Linsenkrümmung Schärfe und Weite einstellen können, erfolgt dies bei Fischen durch die Linse im Auge. Durch spezielle Muskelbewegungen können sie die Linse nach vorne und nach hinten verschieben und so das anvisierte Objekt scharf stellen. Auch das räumliche Sehen ist gut bei ihnen, ebenso das Wahrnehmen von Bewegungen. Scheinbar ist es ihnen auch möglich, Farben sehr gut zu sehen. Schließlich spielt die prächtige Färbung in der Kommunikation nicht nur bei Aquarienfischen eine große Rolle. Wie auch bei den Vögeln sind die Männchen wesentlich auffälliger gefärbt, um möglichst viele Weibchen bei der Balz anzulocken. Aber nicht alle Fische können gut sehen. Die, die in der Tiefsee leben, sind benachteiligt und ihre Augen weniger gut ausgebildet.
Wussten Sie, dass Schildkröten fast ein Rundumblick möglich ist? Mit Hilfe der Augen nehmen sie ausgesandte oder reflektierte Lichtstrahlen auf. Da sich die Augen seitlich im Kopf befinden, ist ihnen fast ein Rundumblick möglich. Ihr Sehvermögen ist vorwiegend auf weites Sehen eingestellt. Sie können besonders leuchtende Farben, gerade auch Rottöne, selbst aus großer Entfernung wahrnehmen. In den unterschiedlichen Aquarien und Meereszentren im Norden entdecken Sie die Vielfalt an Lebewesen unter Wasser und ihre Eigenheiten.

© Foto: Anna Kucherova – Fotolia

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