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Hast du nicht gesehen…

Von schmalen Gassen, Backsteingiebeln und mittelalterlichen Festungen.

Wenn die Luft milder wird und keine eisigen Winde  mehr durch die Häusergassen fegen, bietet es sich, einmal mit offenen Augen durch unsere alten Städte zu schlendern. Ob mit oder ohne Fotoapparat, es lohnt sich immer, genau hinzuschauen und das Gesehene entweder digital oder ganz „banal“ in seinem Kopf festzuhalten. Wir laden ein zu einem Frühlingsspaziergang durch Lübecks alte Gässchen und Gänge, zu den Schlössern nach Eutin und Plön und anderen malerischen Winkeln an der Küste und im Binnenland.
Nähert man sich vom Bahnhof in Lübeck dem Wahrzeichen der Hansestadt und steht schließlich vor dem Holstentor wird deutlich, dass sich die Türme gefährlich neigen. Von 2005 bis 2006 wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten ergriffen, um die historische Bausubstanz des spätgotischen Backsteingebäudes zu erhalten. Jetzt glänzen die neuen Dachschindeln in der Sonne und es wird hoffentlich noch weitere 500 Jahre als Wahrzeichen wirken können. Bevor Sie das Innere des Stadtkerns erkunden, lohnt ein Abstecher die Untertrave entlang. Von weitem, also beispielsweise von der Musik- und Kongresshalle, haben Sie einen besonders schönen Blick auf die Giebelhäuser und den Museumshafen mit den Traditionsseglern.
Nehmen Sie sich Zeit, die Puppenhäuser der idyllischen Gänge und Höfe in Augenschein zu nehmen. Vieles ist dank der liebevollen Pflege der Bewohner erhalten geblieben. Manchmal müssen Sie am Ein- und Ausgang der Gänge den Kopf einziehen, um sich dann plötzlich in einer friedlichen Abgeschiedenheit zu befinden. Auch die Höfe sind eine Lübecker Besonderheit. Angesehene Lübecker Bürger, wie Johann Füchting, gründeten Stiftungen „zum Nutzen und Besten der Armen“. Der Kolk und seine Gruben, der Hellgrüne und Dunkelgrüne Gang, der Glandorpsgang und –hof und der Haasenhof sind nur einige der Sehenswürdigkeiten. Sehr romantisch ist auch eine Erkundung in der Dämmerung, wenn das warme Licht der gusseisernen Gaslaternen für Stimmung sorgt. Wenn Sie die Sehenswürdigkeiten genau kennenlernen möchten, buchen Sie einen Stadtführer unter www.luebecker-stadtfuehrer.de. Die Häuschen sind teilweise auch als Ferienwohnungen zu mieten. Auskunft erhalten Sie telefonisch unter 0451-8999700.
Eine ganz andere Art der Idylle bietet das ursprüngliche Fischerdorf Gothmund vor den Toren der Hansestadt. Kleine Reetdachhäuser mit Fachwerk, niedrige Strohdachkaten mit gepflegten Gärten, dazwischen Netze zum Trocknen aufgestellt. Bei Sonnenschein treffen sich die alten Leute und halten einen Plausch auf den Bänken. Dorthin gelangen Sie auf der B 75. Vor der großen Herrenbrücke biegen Sie nach Israelsdorf ab und erreichen nach kurzer Zeit die Fischersiedlung aus dem 16. Jahrhundert an der Trave. Noch heute gehen einige der Fischer im Brackwasser der Pönitzer Wiek und auf der Ostsee ihrem Beruf nach, das allerdings mehr zur eigenen Freude. Den Fischern ist es übrigens zu verdanken, dass sich die Wasserqualität der Trave soweit verbessert hat, dass der Hering wieder zum Ablaichen bis Gothmund aufsteigt.
Fahren wir ein Stück ins Landesinnere, gibt es weitere Städte, die viele wunderschöne alte Gassen, Winkel und besondere Sehenswürdigkeiten zu bieten haben. In Eutin fallen uns das Rathaus mit verputzter klassizistischer Fassade, die Erste Eutiner Hofapotheke von 1635 und natürlich die St. Michaelis Kirche besonders ins Auge. Uns zieht es dieses Mal aber in erster Linie zum Schloss am Großen Eutiner See, das nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt ist. Schon der Weg durch den schönen Landschaftsgarten macht Lust auf mehr. Die ehemalige mittelalterliche Burganlage entwickelte sich zur landesherrlichen Residenz der Lübecker Fürstbischöfe und zum Wohnschloss der Großherzöge von Oldenburg. Wenn Sie wissen möchten, wie man in damaligen Zeiten zu leben und wohnen pflegte, sind Sie in den Räumen des Schlosses bestens aufgehoben. Zwischen 1986 und 2006 wurde das Museum aufwendig restauriert. Die Dauerausstellung präsentiert die originale, hochwertige Ausstattung des Wohnschlosses und vermittelt so einen realistischen Eindruck der Zeitgeschichte. Genaueres erfahren Sie unter www.schloss-eutin.de.
Schon von weitem leuchtet das Plöner Schloss hoch über der Stadt und den Seen. Es ist umgeben von einem Ensemble eindrucksvoller Gebäude verschiedener Stilrichtungen. Im frühen Mittelalter besiedelten Slawen das östliche Holstein und legten auf der Insel Olsburg eine Festung an. Nach der Zerstörung der Slawenburg errichteten die Holsten 1173 eine Burg auf dem heutigen Schlossberg. Anfang des 17. Jahrhunderts entstand in Plön ein selbstständiges Herzogtum. Besonders durch Herzog Friedrich Carl entwickelte sich die Residenz zu einer Augenweide mit weitläufiger Parkanlage, Marstall und Uhrenhaus. Nehmen Sie sich Zeit für die Besichtigung der unterschiedlichen Gebäude. Neben dem Pförtnerhaus und der Jugendstilschwimmhalle gab es eine Schlossgärtnerei, in der sogar anspruchsvolle exotische Pflanzen gediehen. Im Café Alte Schlossgärtnerei lassen sich Torten und Kuchen im Anschluss genießen. Die Öffnungszeiten und weitere Einzelheiten erfahren Sie unter www.fielmann-akademie.com.
Neustadt hat zwar kein Schloss zu bieten, dafür das Stadttor als letzten sichtbaren Hinweis einer mittelalterlichen Stadtbefestigung. Einzelne Details deuten darauf hin, dass das „Kremper Tor“ zur Frühzeit der Stadt entstanden ist, die 1244 Stadtrechte erhielt. Eindrücklich sind die heute noch sichtbaren Ansätze der Stadtmauer an den Seiten des Tores sowie der Abdruck einer Hundepfote in der inneren Nordweststrecke. Interessant ist auch, dass sich der Grundriss der Stadt seit der Gründung nicht verändert hat. Das Straßensystem ist heute so wie im Mittelalter einmal angelegt. Verfolgen können Sie den ehemaligen Befestigungsgürtel anhand der Straßennamen: Die Straßen Haakengraben, Grabenstraße und Waschgraben bilden auf der Landseite Neustadts einen Ring um die Innenstadt. Dabei bezieht sich der Begriff „Graben“ auf den alten Befestigungsgraben, der dort verlief. Im ZeiTTor-Museum erhalten Sie genauere Einblicke in die Geschichte. Unter www.zeittor-neustadt.de finden sie alles Wissenswerte.
Gar nicht weit von Neustadt entfernt, warten einige romantische Gutshöfe, darauf von Ihnen entdeckt zu werden. Nördlich des Dorfes Altenkrempe gelangen Sie über eine Lindenallee zum Gut Hasselburg, das noch heute zum Teil von einem Wassergraben und knorrigen Weiden umgeben ist. Um 1450 werden mit den Buchwaldts erstmals Besitzer auf Hasselburg genannt. Später baute Hans Rantzau um 1570 im Schutz der unzugänglichen und sumpfigen Niederungen des Neustädter Binnenwassers ein typisches holsteinisches Doppelhaus mit davorstehendem Treppenturm als Herrenhaus. 1763 entstand das Torhaus, das sich mit seinen auseinanderstrebenden Seitenflügeln gegen den Hofplatz öffnet. Schon von weitem auffallend ist der schwungvolle Umriss des Gebäudes. Heute finden auf dem Gut in der großen Halle und der alten Scheune öffentliche Konzerte, Opernaufführungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Unter www.hasselburg.de finden Sie mehr.
Gar nicht weit weg befindet sich das Gut Sierhagen. An den ersten warmen Frühlingstagen bietet sich eine Radtour dorthin an. Von der Hasselburg erreichen Sie über eine schmale, wenig befahrene Straße, die durch ein Wäldchen führt, das Gut. Der Name des Ortes Sierhagen ist erstmalig in Verbindung mit einer vermuteten Klostergründung im 12. Jahrhundert erwähnt. Verschiedene schleswig-holsteinische Adelsgeschlechter bewohnen es seither. Seit 1809 gehört das Anwesen der Familie von Plessen. Inzwischen ist die Residenz beliebter Ort für verschiedene Veranstaltungen, wie etwa der Ambienta im Mai. Die angrenzende Alte Gutsgärtnerei lässt Gärtnerherzen höher schlagen. Mit Blick auf die holsteinische Schweiz und jahrhundertealte Eichen genießen Sie im Anschluss an Ihre Tour bei einem Kaffee die Aussicht. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gut-sierhagen.de.
Wenn Sie von Neustadt aus Richtung Puttgarden fahren und dann die Abfahrt Oldenburg nehmen, gelangen Sie, wenn Sie Richtung Kiel fahren, zum Gut Weissenhaus an der Ostsee. Seit einigen Jahren wird dort eifrig restauriert und das Anwesen entwickelt sich zum Grand Village, Resort & SPA am Meer. Die wechselhafte Geschichte des Schlossguts und seiner Besitzer reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Zu der Zeit wurde das erste Herrenhaus gebaut. Zwischen 1730 und 1735 folgten das Kavaliershaus, die Meierei und die Anlage des Barockgartens. Leider wurde dieser durch die große Sturmflut 1777 zerstört. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Herrenhaus immer wieder erweitert, brannte 1895 ab, um zwei Jahre später im neobarocken Stil mit 13 Achsen erneut zu entstehen. Im Jahr 2000 wird die Lindenallee neu angepflanzt und ein Rosengarten angelegt. Nach einem ausgedehnten Spaziergang durch die Parkanlage empfiehlt es sich im Bootshaus mit Blick auf die Ostsee, Rast zu machen und den Sonnenuntergang zu genießen. Alles Weitere finden Sie unter www.weissenhaus.net.

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