Sie wirken immer entspannt und gut gelaunt …ist das angeboren oder harte Arbeit?
Sagen wir’s so: Ich wirke entspannt – aber innerlich läuft manchmal der gleiche
Film wie bei euch, nur mit Untertiteln und Popcorn. Gute Laune ist bei mir keine Laune, sondern eher ein Werkzeug. Wenn du oft genug merkst, dass Leute dich entweder bemitleiden oder anstarren wie ein Parkticket, dann entscheidest du dich irgendwann für Option C: Lachen. Das ist wie ein Airbag – nur mit Pointe.
Wer/was hat Ihnen geholfen, Ihr Schicksal in die Hand zu nehmen?
Ich habe vier, fünf Jahre unter schweren Depressionen gelitten. Ich habe mich komplett zurückgezogen, Gesellschaft gemieden, Panik bekommen.
Nichts hat mehr Spaß gemacht, alles wirkte grau. Ein Alarmsignal war der Moment, in dem ich angefangen habe zu verstehen, warum Menschen nicht mehr leben wollen. Da wusste ich: Jetzt muss etwas passieren. Meine Eltern und Rollstuhlbasketball haben mir geholfen. Der Sport hat mir Struktur, Anerkennung und Selbstwert zurückgegeben. Du denkst, alles ist vorbei – und plötzlich stehst du wieder vor Menschen, wirst gefeiert. Comedy kam erst später, als ich mit mir selbst im Reinen war.
Kann man Biss lernen?
Total. Biss ist wie Chili: Am Anfang denkst du „Oh, bisschen Schärfe ist okay“ – und dann merkst du: Oh … das ist jetzt mein Charakter.
Im Ernst: Schlagfertigkeit ist eine Charaktereigenschaft, aber auch Training: zuhören, Timing und die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen, bevor es andere tun.
Sie sehen sportlich aus – was essen Sie am liebsten, kochen Sie selbst?
Ich esse am liebsten alles, was so aussieht, als hätte es jemand mit Liebe gemacht. Mein Lieblingsgericht ist irgendwas zwischen „gesund“ und „Ich hab heute Auftritt“. Also: viel Protein, bisschen Gemüse, gern ein gutes Steak.
Früher Basketballprofi – wie halten Sie sich heute fit?
Sport ist bei mir heute: Oberkörper, Stabilität, Ausdauer – und der härteste Gegner bleibt: Treppen ohne Plan B.
Und ganz ehrlich: Tourleben ist auch Fitness. Im Garten habe ich aber auch noch einen Baskettballkorb, den ich nutze.
Sie haben auf der Berlinale Ihre Freundin vorgestellt – wie haben Sie sich kennengelernt?
Ich finde ja, manche Geschichten gehören einem selbst. Aber ich verrate: Es war nicht „Liebe auf den ersten Blick“… eher „Liebe auf den zweiten Satz“. Weil beim ersten Satz war ich noch damit beschäftigt, charmant zu wirken.
Wie steht es mit Inklusion in Deutschland?
Inklusion in Deutschland ist wie WLAN im Zug: Auf dem Papier steht „stabil“, in der Praxis ist es oft „E – für Erfahrung“. Es gibt Fortschritte, klar – mehr Sichtbarkeit, mehr Gespräche. Aber echte Inklusion merkt man nicht an Kampagnen, sondern daran, ob du ohne Sondernummern, Sonderwege und Sonderblicke einfach ganz normal irgendwo reinkommst – räumlich und im Kopf.
Am 26. März treten Sie beim UNICEF-Talk in Timmendorfer Strand auf – worauf dürfen sich die Zuschauer freuen?
Auf ehrliche Geschichten, Humor mit Herz – und auf den Moment, wo man merkt: Man kann über schwere Themen lachen, ohne sie kleinzumachen.
Dieses Format „Unterhaltung am Meer“ ist ja genau das: gute Leute, guter Zweck, gute Energie – und ich komme mit der Mission: Spendenlaune durch Lacher.
Und am 11. Juli live in der Trinkkur- halle mit „Der Teufel trägt Rollstuhl“ – was erwartet die Gäste?
Das Programm heißt nicht umsonst „Der Teufel trägt Rollstuhl“: Es wird bissiger, schärfer, aber immer auf Augenhöhe. Ich erzähle Alltagszeug, das jeder kennt – nur manchmal mit etwas mehr Barrieren, Situationskomik und es wird auch ein bisschen politisch. Ich freue mich schon sehr darauf und ich sag’s euch: auch im Publikum ist die Gagdichte hoch.