zum Wohl der Artenvielfalt
Man muss keine Biologin sein, um zu bemerken, dass es weniger Insekten und Schmetterlinge in unseren Gärten gibt. Auf der Website des NABU ist zu lesen: „Eine Million Tier- und Pflanzenarten sind laut Weltbiodiversitätsrat vom Aussterben bedroht.“
Wer seinen Garten oder die Natur bei einem Spaziergang durch Feld, Wald und Wiesen genau beobachtet, entdeckt vielleicht nur noch drei Schmetterlingsarten und dem fällt auf, dass es im Frühjahr viel weniger Wildbienen gibt. Das Aussterben vieler Arten hat weitreichende Folgen. Es bedroht u. a. die Bestäubung von Pflanzen und nimmt z. B. Vögeln die Nahrungsgrundlage.
Doch die gute Nachricht ist, dass jeder in seinem Umfeld etwas tun kann. Dazu müssen Sie keinen Garten von einem halben Hektar haben, ein paar Quadratmeter reichen schon. Tatsächlich ist ein Naturgarten kein Garten für „Faule“, er wird ebenso wie andere Gärten gepflegt, hat aber viele Vorteile. Er ist trockenheitsresistent und ausgesprochen nützlich. Gift und Dünger brauchen Sie nicht.

Ganz wichtig für einen naturnahen Insektengarten sind regionale blühende Wildpflanzen, die es leider nicht überall zu kaufen gibt. Ein Schmetterling kommt nicht als erwachsener Falter auf die Welt und stürzt sich auf unsere Blühpflanzen. Insekten brauchen wie alle Lebewesen eine Kinderstube. Schmetterlingseier, -raupen und -puppen oder andere Insektenlarven brauchen als Nahrung Pflanzenstängel, Totholz und Blätter einheimischer Wildkräuter und Wildblumen! Eine Wildbiene zum Beispiel braucht für ihren kleinen Rüssel eine Wildblume. So eine Kinderstube lässt sich in jedem Garten einfach einrichten, indem Sie „wilde“ Ecken mit Giersch, Brennnessel und Knoblauchrauke gedeihen lassen. So kommen die kleinen Raupen an ihren Blätterbrei aus Wildpflanzen. Ein Totholzhaufen, eine Trockenmauer und Wasserstellen sowie ein Komposthaufen sind ebenfalls wichtig.
Pflanzen gibt es zum Beispiel in der Gärtnerei Ringelblume in Bliestorf. Natursaaten erhalten Sie bei Rieger Hofmann und Blütenmeer. Wer mehr über Wildpflanzen erfahren möchte, kann sich die kostenlose App Flora Incognita herunterladen. Die App Natura DB hilft beim Gestalten des naturnahen Gartens. Sie möchten mal sehen, wie so ein naturnaher Garten aussehen kann, dann fahren Sie nach Sereetz in die Schwartauer Straße 39. Der Garten dort ist frei begehbar und Starthilfe zum zum insektenfreundlichen Gärtnern gibt es auch. Infos erhalten Sie per Mail unter baltic-beauty@freenet.de.
Für den Austausch und zum Vernetzen gibt es außerdem Facebook-Gruppen. Eine bunte, vielfältige Lebenswelt macht uns alle reicher.

