Theodor Storm nannte sie die „schwimmenden Träume“ – die weltweit einzigartigen Halligen. Schon während der Überfahrt vom Festland nach Langeneß, der größten der zehn Halligen, stellt sich der Körper auf Entschleunigung ein. Inmitten des UNESCO Weltnaturerbes Wattenmeer spürt man mit jeder gefahrenen Seemeile etwas mehr von der Ruhe und Gelassenheit, die einem während des Aufenthalts erwarten. Auch der Rest des Gesamtpakets ist nicht ohne: Meeresrauschen, salzige Luft, leichter Wind, stimmungsvolle Farbenspiele, die Gezeiten des Meeres und die Freiheit der Vögel. Es sind die kleinen Dinge des Lebens, die einen Urlaub auf der Hallig so erholsam und vor allem unbeschwert machen. Eine komfortable Unterkunft, leckeres Essen, ein Spaziergang durchs Watt, eine Radtour über das Eiland oder das Beobachten der Vogelwelt – perfekt.


Im nordfriesischen Wattenmeer an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins reihen sich rund um die Insel Pellworm die noch existierenden Halligen. Ihr Steckbrief ist eine Geschichte vom Spiel der Gezeiten und verheerenden Sturmfluten. Am bekanntesten wurde das „Land unter“ im Jahr 1362. Die „große Mandränke“, gilt als Geburtsstunde der Halligen. Denn damals rissen die Wellen Landstücke und Teile des Bodens mit sich. Was dem Land genommen wurde, lagerte sich an anderer Stelle im Meer als Sedimet wieder ab. Meter für Meter sind daraus die Halligen als kleine Marschinseln gewachsen. Einst soll es rund 100 Halligen gegeben haben, davon sind heute aber noch zehn übrig. Sie heißen Langeneß, Hooge, Nordstrandischmoor, Oland, Gröde, Habel, Norderoog, Süderoog, Südfall und Hamburger Hallig. Davon sind sieben sind ständig bewohnt. Darunter auch die Älteste – Oland. Sie wurde bei der „großen Mandränke“ zu einer Hallig. Um die Gebäude, Mensch und Tier bei den regelmäßigen Sturmfluten zu schützen, bauen die Bewohner ihre Häuser auf Erdhügel – die Warften.
Die Hamburger Hallig liegt mitten im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer. Mit nur vier km Entfernung zum Festland ist sie problemlos zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto zu erreichen. Ein Restaurant thront als einsames Gebäude auf dem kleinen Eiland, ansonsten lockt Natur pur.
Die Hallig Nordstrandischmoor, die von den Nordfriesen auch „Lüttmoor“ genannt wird, ist die jüngste Hallig. Sie hat ihren ganz eigenen Charme: Nur wenige Kilometer entfernt vom Festland und doch eine eigene Welt für sich. Verschlungen von der Nordsee ist Nordstrandischmoor jetzt noch 175 Hektar groß. Und so wird die Nordsee-Hallig wohl auch bleiben, denn inzwischen bewahrt eine Steinkante die Halligbewohner vor weiteren Landverlusten.
Die Älteste ist Oland hier spielt sich das Leben der 20 Einwohner auf einer Warft ab. Die Hallig erstreckt sich über rund zwei Quadratkilometer. Das kleine Oland wird von den Fährschiffen nur unregelmäßig angefahren. Deshalb ist es durch einen Lorendamm mit dem Festland bei Dagebüll und Langeneß verbunden.
Die Hallig Langeneß ist die Größte der kleinen Marschinseln. Auf den knapp zehn Quadratkilometern befinden sich 18 Warften, drei Cafés, ein Hofladen, ein Kiosk, ein Direktvermarkter sowie zwei Hotels – und jede Menge Meeresvögel.
„Leinen los!“ heißt es im Hafen von Schlüttsiel, dem Tor zu den Halligen. Während sich die „MS Hilligenlei“, begleitet vom Kreischen einer Schar neugieriger Möwen, in der markierten Fahrrinne mit 10 Knoten ihren Weg durch die Nordseewellen zum zweistündigen Halligtörn bahnt.
Gleich neben dem Fähranleger können die Tagesgäste zur Inselerkundung ein Fahrrad anmieten. Weniger sportliche Naturen erfahren die Hallig mit dem „NordseEmobil“ oder erkunden diese bei einer Rundfahrt im legendären „HalligExpress“. Bei dieser Tour steht auch der Besuch der Halligkirche und das Kapitän-Tadsen-Museum auf dem Programm. Das Kapitänshaus aus dem Jahre 1741 mit halligtypischem Schweifgiebel und den über 1.600 holländischen Wandfliesen wurde aufwendig restauriert und gibt jetzt einen Einblick in das Leben auf einer Hallig von damals.
Wer nicht nur einen Tag im Meer verbringen möchte, der findet auf einer der 18 kleinen Warften, die sich wie Perlen an der Schnur über das zehn Kilometer lange Atoll erstrecken, zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten.
Aber nicht nur Besucher wissen die Ruhe und entspannte Leben auf der Hallig zu schätzen. Auf den saftig grünen Salzwiesen weiden Schafe, welche ihren „Sommerurlaub“ hier verbringen. Doch sie sind nicht allein. Zig Möwen leisten den wolligen Vierbeinern Gesellschaft.

Wer träumt nicht davon, ein paar Tage ausspannen, ausschlafen und erholt das Frühstück zu genießen, um dann gestärkt in Gummistiefeln durch die Priele zu waten, traumhafte Halligimpressionen zu sammeln oder mit dem Rad die Natur zu erkunden und vielleicht eine Flaschenpost zu verschicken?
Noch mehr Infos zu den Halligen gibt es auf www.nordseetourismus.de