Religiöse Vielfalt in Afrika
Die LÜBECKER MUSEEN locken mit einer Vielzahl stets wechselnder Sonderausstellungen, die Sie bei öffentlichen Führungen, Workshops und anderen Events zusätzlich erleben können.
Noch bis 17. Juli können Sie im St. Annen-Museum eine Ausstellung der Völkerkundesammlung anschauen: In diesem Jahr stehen die LÜBECKER MUSEEN mit gleich drei Ausstellungen ganz im Zeichen von Afrika. Am 22. April eröffnete die zweite Teilausstellung der Völkerkundesammlung im St. Annen-Museum.
Die Fülle religiöser Traditionen Afrikas ist ein kultureller Reichtum, der angesichts immer neuer Nachrichten über Armut, Seuchen, Kriege und Terrorismus oft übersehen wird. Neben Zeugnissen von Maskentanz, Reliquienkult, Geisterglaube und Ahnenverehrung bietet die Ausstellung Einblicke in islamische und jüdische Traditionen. Ihre gemeinsamen Wurzeln sind weniger in der offiziellen Lehre, aber umso mehr in heiligen Zeichen und volksreligiösen Praktiken bis heute gut erkennbar. Auch das Christentum wurde nicht erst durch den Kolonialismus nach Afrika gebracht, sondern blickt in Äthiopien auf eine 1.700-jährige eigenständige Geschichte zurück.
Nicht nur wegen ihrer großen spirituellen Macht sind Ritualobjekte höchst brisant. So werfen die ältesten Stücke der Völkerkundesammlung, die im 19. Jh. von Missionaren in unsere Stadt gebracht wurden Fragen nach der Rolle Lübecks im Kolonialismus auf. Die spannende Schau ist sehr zu empfehlen.
©Völkerkundesammlung Lübeck Foto Michael Haydn