Um gesellschaftlich hoch brisante Themen geht es im Jahr 2022 in den Häusern der LÜBECKER MUSEEN, wo die Schlagworte „Gender – Race – Climate“ in verschiedenen Ausstellungen thematisiert und aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet werden sollen.
Ein großes Thema wird im Jahr 2022 „Afrika“ sein. Um Tiere in der afrikanischen Kunst geht es zum Auftakt im und gemeinsam mit dem Museum für Natur und Umwelt ab 14. Januar unter dem Titel „Macht und Magie – Tiere in den afrikanischen Kulturen“. Religiöse Kunst steht ab 23. April bei „Du sollst dir kein Bildnis machen“ im St. Annen-Museum im Vordergrund. Die in diesem Zusammenhang zentrale Kolonialismusdebatte stellt ab dem Herbst das Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk bei seiner Suche nach afrikanischen Spuren in Lübeck („Afrika in Lübeck“) noch einmal gesondert in den Mittelpunkt. Im Zentrum aller drei Teilausstellungen stehen die afrikanischen Kunstwerke aus der Nachlassschenkung Muhlack, die die Völkerkundesammlung zu Beginn des vergangenen Jahres erhielt. Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Häuser des Museumsverbundes ermöglicht hierbei eine Betrachtung der Kunstwerke aus verschiedenen Blickwinkeln.
Das Günter Grass-Haus hat zum Jahresauftakt gleich zwei Eisen im Feuer: Voraussichtlich im Februar wird die neue Dauerausstellung eröffnet, die völlig neu und modern konzipiert in die Welt und die verschiedenen Lebensstationen von Günter Grass einlädt und dabei mit vielen originalen Exponaten des Literaturnobelpreisträgers punktet. Ab 6. März nimmt das Museum zudem in einer Sonderausstellung rund um die finnische Malerin, Karikaturistin und Schriftstellerin Tove Jansson, bekannt durch die Mumins, eine starke Frau in den Blick. Im Oktober kooperiert das Museum im Rahmen der Ausstellung „Indienbilder“ mit der Völkerkundesammlung. Darin geht es um die Darstellung Indiens im Werk von Günter Grass und anderer Reisender im Lauf der Jahrhunderte.
Um selbstbestimmte Frauen und ihre künstlerischen Perspektiven geht es ab dem 19. März in der Kunsthalle St. Annen. Der Fokus ist auf Modefotografinnen von der Moderne bis heute gelegt. Gibt es einen spezifisch weiblichen Blick auf Mode und Frauen? Fragen wie dieser geht die Schau nach. Dabei sollen unter anderem queere und feministische Identitätsentwürfe ebenso Teil der Ausstellung sein wie die heutige Selbstinszenierung junger Frauen unter dem Einfluss der sozialen Medien.
Einen spektakulären Blick wirft der Museumsverbund ab dem 20. Mai auf das Wahrzeichen Lübecks, wenn vor dem Holstentor eine begehbare Camera Obscura des Künstlers Martin Streit aufgebaut wird, die das Bauwerk buchstäblich „auf dem Kopf“ stehen lässt. Nach dem Kölner Dom ist das Holstentor das zweite große Wahrzeichen, das mit einer Camera Obscura auf diese Art neu erlebbar gemacht wird. Kunst mit einem anderen Augenmerk gibt es ab dem 24. Juli dagegen in der Kunsthalle St. Annen zu sehen: Unter dem Titel „Farbe im Kopf“ werden die Arbeiten der in Utrecht lebenden Künstlerin Marliz Frencken rund um den menschlichen Körper, Weiblichkeit, Mutterschaft und die psychische Situation des Individuums in der Gesellschaft präsentiert.
Um Insekten und ihre immense ökologische Bedeutung geht es ab dem Sommer in der Ausstellung „Facettenreiche Insekten – Vielfalt, Gefährdung, Schutz“ im Museum für Natur und Umwelt. Die große interaktive Wanderausstellung weckt das Interesse an den faszinierenden Sechsbeinern, klärt über ihren Rückgang auf und berichtet über mögliche Lösungsansätze. Seien Sie außerdem gespannt auf weitere Ausstellungen, bei denen es u. a. im Oktober um das Alltagsgetränk Tee geht. Alles Weitere finden Sie unter www.die-luebecker-museen.de.
© Foto: Alberto Ghizzi Panizza