25. Juli 2026
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Kontaktlinsen statt Brille:

Was, wenn die Augen austrocknen?

Ob es um Korrekturmodelle oder schicke Sonnenbrillen geht: Die Zeit beeinflusst, welche Brillengestelle man trägt. Heutzutage manchmal überhaupt keine. Als Brillen-Alternative bieten Kontaktlinsen in vielen Situationen Vorteile – so beispielsweise beim Sport. Trotz ihrer Vorzüge können Linsen gerade im Winter zu trockenen Augen führen. Wie kommt es zu Beschwerden und wie lassen sie sich vermeiden?

Augentrockenheit bei Kontaktlinsen: Wer besonders gefährdet ist

Ein Gefühl wie Sandpapier: Weil Kontaktlinsen anders als Brillen direkt auf dem Auge aufliegen, können sie bei widrigen Umweltbedingungen den Tränenfilm stören. Vor allem trockene Heizungsluft und kaltes Winterwetter gelten als Risikofaktoren. Falsch gewählte Modelle erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Augen in diesem Fall beschweren. Je empfindlicher die Sehorgane, desto schneller treten Beschwerden wie Juckreiz, Rötungen, Lichtempfindlichkeit und störendes Brennen auf. Auch Fremdkörpergefühle, vermehrter Tränenfluss und geschwollene Lider kommen vor. Extra für trockene Augen entwickelte Kontaktlinsen wirken dem mit Eigenschaften wie Sauerstoffdurchlässigkeit entgegen. Absolut ungeeignet sind bei einer Tendenz zur Augentrockenheit Linsen, die sich aufgrund ihrer Materialien zu sehr am Auge festsaugen. Besonders wichtig ist die richtige Linsenwahl für Menschen, die

  • an Allergien wie Heuschnupfen leiden
  • altersbedingt einen Rückgang ihrer Tränenproduktion beobachten
  • Augenoperationen hinter sich haben
  • vermehrt am Bildschirm arbeiten
  • von Krankheiten wie Diabetes oder Rheuma betroffen sind
  • hormonelle Veränderungen durchmachen, beispielsweise in der Schwangerschaft
  • Medikamente wie Psychopharmaka, Betablocker oder die Pille einnehmen.
  • Vitamin-A-Mangelerscheinungen haben
  • rauchen

Achtung: Augentrockenheit kann im Extremfall chronisch werden, der Hornhaut schaden und das Risiko für Infektionen erhöhen. Deshalb ist es wichtig, Kontaktlinsen bei entsprechender Disposition nicht wahllos zu verwenden. Die falschen Materialien entziehen den Augen noch mehr Flüssigkeit. Silikon-Hydrogel-Linsen sind in diesem Fall beispielsweise besser geeignet als reine Hydrogel-Linsen, deren Flüssigkeit schnell verdampft. Doch auch abgesehen von der richtigen Materialauswahl gibt es für Kontaktlinsenträger einige Wege, ihre Augentrockenheit zu reduzieren.

Wie Sie Augentrockenheit entgegenwirken

Je heftiger und häufiger trockene Augen auftreten, desto wichtiger ist der Gang zum Augenarzt. Schwerwiegende Erkrankungen lassen sich nur durch den Experten ausschließen. Auch die Therapie gelingt nach der Konsultation eines Facharztes leichter. In den meisten Fällen erhalten Patienten zur Linderung zunächst Augentropfen. Jene wirken wie künstliche Tränen. Bei quantitativen, also mengenbedingten Störungen soll die Gabe die Menge der Tränenflüssigkeit erhöhen. Liegen hingegen qualitative Störungen der Tränenfilmzusammensetzung vor, geht es eher um eine Stabilisierung. Falls die Ursache für das Problem Allgemeinerkrankungen wie Diabetes, Rheuma oder hormonelle Störungen sind, legen sich die Beschwerden mit der Behandlung der Grunderkrankung. Sofern der Patient keine zusätzlichen Krankheiten hat, reichen oft kleinste Umstellungen zur Linderung von Augentrockenheit aus. Dabei geht es speziell darum, die Umweltbedingungen für die Augen zu verbessern. Beispielsweise durch

  1. eine Reduktion der Bildschirmzeit
  2. regelmäßige Ruhepausen für die Augen
  3. Luftbefeuchter auf Heizungen
  4. regelmäßiges Lüften in geschlossenen Räumen
  5. ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
  6. bewusstes Blinzeln
  7. passende Lichtverhältnisse
  8. die Reduktion von Zugluft
  9. den Verzicht auf Klimaanlagen
  10. augenfreundliche Ernährung

Expertentipp: Tränenfilmanalyse

Bei jeder Art der Augentrockenheit ist der Tränenfilm aus dem Gleichgewicht. Entweder produzieren die Augen zu wenig Flüssigkeit (quantitativer Mangel) oder die Trockenheit liegt an der Struktur des Tränenfilms (qualitativer Mangel). Augenärzte können mittels Analyse herausfinden, was im Einzelfall zutrifft. Beim Schirmer-Test wird mit saugfähigem Filterpapier im Bindehautsack beispielsweise die Produktionsmenge geprüft. Die Qualität der Flüssigkeit lässt sich mit eingetropftem Fluoreszin überprüfen. Je mehr zur Ursache bekannt ist, desto leichter fällt die Behandlung.

Kann Augentrockenheit den Einsatz von Kontaktlinsen verbieten?

Dass Menschen mit trockenen Augen keinerlei Kontaktlinsen tragen können, kommt eher selten vor. Mit der richtigen Modellwahl, Pflege und Einpassung spricht in einer Mehrzahl aller Fälle nichts gegen die Verwendung der alternativen Sehhilfen. Obwohl Augenärzte Linsen meist nicht generell verbieten, raten sie bei empfindlichen Augen oftmals zu begrenzten Tragezeiten. Die jeweils empfohlene Tragedauer unterscheidet sich je nach Material. Hydrogel-Linsen trägt man beispielsweise nicht länger als acht Stunden. Silikon-Hydrogel-Linsen dagegen bis zu 16 Stunden. Diese allgemeinen Empfehlungen können sich für Menschen mit trockenen Augen verkürzen. Wer von einer dahingehenden Neigung weiß, hat am besten stets eine Brille mit dabei. So können sie bei zunehmenden Beschwerden jederzeit kurzfristig wechseln. Bei lange anhaltender Augentrockenheit werden oft auch Linsenpausen für mehrere Tage oder Wochen empfohlen. In dieser Zeit können sich die gereizten Augen erholen, bis die Beschwerden vollständig abklingen. Ignorieren sollte man die Symptome trockener Augen beim Tragen von Kontaktlinsen niemals. Im Extremfall führt die Augentrockenheit sonst auf lange Sicht zu einer grundsätzlichen Unverträglichkeit im Hinblick auf Kontaktlinsen.

Abschluss-Tipp gegen Augentrockenheit bei Kontaktlinsenträgern

Um zusätzliche Reizungen der Augen zu vermeiden, achten Kontaktlinsenträger mit Augentrockenheit am besten auf die richtigen Pflegemittel. Insbesondere Allergiker profitieren von Sorten, die ohne Konservierungsstoffe auskommen. Als gänzlich konservierungsstofffreie Produkte gibt es beispielsweise Peroxid-Systeme. Dasselbe gilt für Kochsalzlösungen und Nachbenetzungstropfen.

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