Eigentlich wollte der Künstler Christo den Pariser Arc de Triomphe schon 2020 verhüllen, doch er starb im letzten Jahr mit 84 Jahren und das Projekt wurde verschoben – wie schon einige Male zuvor. Jetzt soll es aber wirklich losgehen und der Triumphbogen Mitte September mit 25.000 Quadratmetern Polypropylen und 3.000 Meter Seil eingepackt werden. Dann strahlt das Bauwerk silberblau glänzend, aber nur für zwei Wochen. Am 18. September findet die Einweihung statt, zu sehen in einem Video im Livestream auf der Homepage des Künstlerehepaares. Entfernt werden die gewaltigen Stoffbahnen ab dem 3. Oktober.
Hier kommt die Hansestadt ins Spiel. Die Lübecker Firma „geo – die Luftwerker“ hat die Stoffbahnen für „Arc de Triomphe, wrapped“ hergestellt. Schon einige Mal zuvor haben sie mit Christo zusammengearbeitet, zum Beispiel bei den Floating Piers auf dem Iseosee in Italien. Jetzt lagern die unterschiedlichen Bahnen an Stoff aufgewickelt auf Papprollen in einer Halle in Greven und warten darauf, entfaltet zu werden. Bevor sie mit Tiefladern nach Paris gebracht werden, um dort erneut abgerollt und mit den Seilen am Triumphbogen befestigt zu werden. 20 Tonnen Material hat das Bauwerk dann zu tragen. Der Geschäftsführer der Luftwerker Robert Meyknecht hat Christo persönlich kennengelernt und sagt: „Es war spannend, ihn als Mensch zu erleben.“ Nichts an Christos Arbeiten sei zufällig gewesen, kein Faltenwurf und kein Knoten. Solche Projekte umzusetzen, ist gar nicht so einfach, wie man sich es vorstellt.
Die Statik und Konstruktion müssen berechnet werden, was eine Berliner Firma übernommen hat. Die Seile kommen aus der Slowakei, der Stoff aus Münster. Er wurde in Süddeutschland mit Aluminium beschichtet und schließlich in Lübeck sowie Greven genäht. Wenn Sie sich im September die Nachrichten zum Thema anschauen, wissen Sie jetzt ungefähr, was hinter der Geschichte steckt. Wenn Sie noch mehr erfahren möchten, schauen Sie sich das Video des Künstlerehepaares an.
© Foto: Christo and Jeanne-Claude Foundation