Ferienwohnungen in den Küstenorten Ostholsteins sind wichtig; sie machen einen großen Teil des Wohnraums aus. Doch einige Orte entwickeln sich zu reinen Urlaubsdestinationen; das ist auch nicht Sinn der Sache. Die Fehler von vor einigen Jahrzehnten sollten möglichst nicht wiederholt werden. In den 70er Jahren entstanden überall an der Küste Betonburgen mit Ferienwohnungen, zum Beispiel in Grömitz.
Dieses Jahr hat ganz deutlich gemacht, dass immer mehr Ferienwohnungen nachgefragt werden. Andererseits sind auch Einheimische auf der Suche nach bezahlbaren Wohnungen. Nicht zuletzt strömen Best Ager aus den Großstädten der Umgebung an die Ostsee, um ihren Lebensabend im Urlaubsparadies zu verbringen. Nicht nur in Grömitz, auch in Timmendorfer Strand, Scharbeutz und auf Fehmarn wird es eng mit Wohnraum. Den Bedarf zu regulieren versuchen Gemeinden und Städte über Bebauungspläne und Veränderungssperren.
„Wir haben das Thema als Problem auf Fehmarn identifiziert und für den Ortsteil Burg bereits eine Erhaltungssatzung in Aufstellung. Damit können wir kurzfristig reagieren“, sagt Benjamin May, Bauamtsleiter der Stadt Fehmarn. „Langfristig wollen wir das in unseren über 40 Ortslagen über die Bauleitplanung steuern.“ Laut Melderegisterdaten von 2019 gebe es auf ganz Fehmarn knapp 55 Prozent Dauerwohner, rund 37 Prozent Ferien- und acht Prozent Zweitwohnungen.
Ein gesundes Mischungsverhältnis zu finden hat Priorität – überall an der Küste. Schließlich wolle man nicht reine Urlaubsresorts mit vielen Jobpendlern, wie sie sich auf Sylt abzeichnen.
© Foto: Tourismus-Service Grömitz