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Interview – Im Gespräch mit Marc Marshall

© Foto: Tobias Wirth

Als musikalischer Kopf des Duos Marshall & Alexander geht Marc Marshall zwischendurch auch gerne seine eigenen Wege. So hat er in Baden-Baden ein eigenes Jazzfestival ins Leben gerufen oder drei Jahre lang eine Fernsehsendung beim SWR moderiert. Am 7. Dezember gibt er das diesjährige Weihnachtskonzert in der Timmendorfer Trinkkurhalle und wird zusammen mit der Sopranistin Nicole Mühle als Special Guest gesangliches Christmasfeeling an unsere Küste bringen…

Guten Tag Herr Marshall. Sind Sie schon in Weihnachtsstimmung?

Wenn es darum geht, Liebe, Frieden und Respekt zu leben und uns allen immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dann bin ich das ganze Jahr in Weihnachtsstimmung!

Viele nehmen sich jetzt Zeit für sich und beschäftigen sich mit der Frage: Stimmt die Richtung noch? Wie sieht es bei Ihnen aus?

Die Kommerzialität von Weihnachten überstrahlt alles andere. Sich dem zu entziehen, ist in unserem Kulturkreis nahezu unmöglich. Darum versuche ich für mich, wie schon bei der ersten Frage beschrieben, die Werte die Weihnachten in sich trägt, immer bewusst in mir zu haben. Zeit spielt dabei eine wichtige Rolle.

Sie sagten einmal, dass neben der Arbeit im Duo zwischen Ihnen und Alexander jeder seine Welt hat, in der er sich weiterentwickeln kann.
So haben Sie etwa zusammen mit Thomas D. musiziert. Jetzt mal unter uns: Fühlt es sich wie Fremdgehen an? (Augenzwinkern)

Ich habe sicher kein schlechtes Gewissen. Ich bin ein Sänger, der sich immer weiterentwickeln möchte. Durch Begegnungen mit Kollegen aus vielen verschiedenen Genres gelingt mir das auch sehr gut. Das inspiriert, motiviert und macht Freude.

Ein Zitat von Ihnen lautet „Wer sich auf mich einlässt, wird mit mir lachen und weinen“. Weinen doch hoffentlich nur vor Rührung aufgrund ihrer Stimme, oder?

Es geht darum loszulassen. Wie sich das anfühlt und warum man das tut, bleibt jedem überlassen. Ich habe für mich gelernt, dass es mir guttut, auch den Schmerz, nicht nur die Freude zuzulassen. Mich befreit das. Musik und gerade die menschliche Stimme können hier helfen, Gefühle zu zeigen, die Kontrolle für einen Moment zu verlieren, um sich zu spüren. Sich spüren, bedeutet, mir bewusst zu sein. Bin sehr gespannt, was in Timmendorfer Strand passiert. Freue mich darauf!

In Interviews erwähnen Sie öfters eine Begegnung mit Harry Belafonte. Diese scheint ein sehr prägendes Zusammentreffen gewesen zu sein?

Darüber könnte ich ein Buch schreiben. Harry ist für mich als Sänger und Mensch ein großes Vorbild. Er setzt seinen Ruhm bis heute für die Gerechtigkeit auf diesem Planeten ein. Er ist für mich einer der, wenn nicht die größte Persönlichkeit, der ich je begegnen durfte.

Auch haben Sie zusammen mit Aretha Franklin Musik gemacht. Wie war das für Sie?

Das war ganz schlicht und einfach DER HAMMER! Ich fühle mich so beschenkt. Es war und ist einer meiner großen Herzschlag-Momente. Gänsehaut! 11. August 1996 im National Building Museum in Washington D.C. PUNKT!

Sie sind stets auf der Suche nach neuen künstlerischen Herausforderungen. Wie sieht denn die nächste Herausforderung aus?

Ich habe bis zum Ende des Jahres noch einige sehr unterschiedliche Konzerte. Und da ist die größte Herausforderung, meinem Anspruch gerecht zu werden, gesund zu bleiben und dann auch die Begegnungen mit wunderbaren Kollegen genießen zu können. Es findet keine bewusste Suche statt. Durch meine vielen Aktivitäten werde ich inspiriert und so kommen dann immer neue Aufgaben auf mich zu.

Was gibt es beim Weihnachtskonzert in der Timmendorfer Trinkkurhalle zusammen mit der Sopranistin Nicole Mühle zu hören?

Das wird eine Überraschung. Ich freue mich sehr, dass die unvergleichliche Rotraud Schwarz diese Idee hatte. Nicole und ich werden uns demnächst mal verständigen und dann dürfen sich alle auf ein gemeinsames Duett von uns und natürlich auch auf Nicole als Solistin freuen.

Ihre Musik kommt in Pop, Jazz und Klassik gleichermaßen daher. Gibt es für Sie eine Richtung, in die Sie tendieren?

Ich bin ein Sänger. Schubladendenken bedeutet Einschränkung und genau das möchte ich nicht. Ich widme mich immer mit großer Leidenschaft der Musik, die ich gerade mache. Insofern fühle ich mich privilegiert und denke in dem Moment gar nicht an andere Stile…

Wir danken Ihnen für das angenehme Gespräch und freuen uns auf einen stimmgewaltigen 7. Dezember!

Foto: © Foto: Tobias Wirth

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