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Reisetipp – Der unbekannte Nordosten von Hellas

Fotos: Marinos Kaloglou

Griechenland ist mehr als nur Athen und Inseln wie Kreta und Rhodos. Eher unbekannt ist der Nordosten des Landes. Dort wartet das smaragdgrüne Eiland Thassos genauso darauf entdeckt zu werden wie die beiden Städte Kavala und Xanthi.

Ob es die Aussicht ist oder die Originalzutaten – griechischer Joghurt mit Honig und Walnüssen ist auf Thassos einfach ein Gedicht. Wirt Kostas wird schon langsam unruhig. Der dritte Tag in Folge, dass ich den liebevoll angerichteten Frühstückstisch in seiner Taverne direkt am Wasser verschmähe und mich an diese Götterspeise halte. Der Joghurt, weiß wie die Schaumkronen des Meeres, der Honig golden, wie die Sonnenuntergänge, die ich an keinem Spätnachmittag verpasse. „Alles lokale Produkte“, schwärmt Kostas. „Der Honig und die Walnüsse stammen von der Insel, nur der Joghurt kommt vom Festland.“ Er legt mir ans Herz, doch mal einen oder zwei Tagesausflüge zu unternehmen, mit der Fähre rüberzusetzen und ein Stück unbekanntes Griechenland kennenzulernen.
Der Nordosten Griechenlands ist für viele Deutsche touristisches Neuland. Wer in Deutschland Urlaub auf Thassos bucht, landet zwar auf dem Festland, doch vom Flughafen Kavala geht es nach einem kurzen Transfer mit dem Bus rauf auf die Fähre und in einer halben Stunde ist man schon auf der Insel.
Die Fähre vom Hafenstädtchen Prinos, leicht mit dem Bus zu erreichen, bringt die Gäste runter von der Insel und in gut zwei Stunden mitten ins Zentrum von Kavala. Schon vom Wasser aus erinnert die Stadt mit ihrem Häusermeer, das sich die Berghänge hochzieht, an ein antikes griechisches Theater. Wer bequeme Schuhe trägt, ist jetzt im Vorteil, denn sämtliche Sehenswürdigkeiten Kavalas sind gut zu Fuß zu erreichen. Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück, hier betrat zum Beispiel Apostel Paulus zum ersten Mal europäischen Boden. Ein Must-see ist die Altstadt Panagia mit ihren engen Gassen, über die eine mächtige Burg thront. Wer nicht mit dem Auto unterwegs ist, sollte in eine der vielen Tsipouradika, kleine Tavernen in denen Tresterschnaps und Vorspeisen serviert werden, einkehren. Wer lieber Fisch mag, der findet direkt an der Hafenpromenade zahlreiche Fischtavernen.

Nicht zu übersehen ist das mächtige Aquädukt „Kamares“, das früher die Altstadt mit Wasser versorgte. Auffällig sind auch die vielen neoklassizistischen Villen in Kavala. Allesamt stammen aus der Zeit, als die Stadt mit dem Tabakhandel viel Geld machte.
Tabakbaronen verdankt auch die Altstadt von Xanthi ihr historisches Flair. Mit den restaurierten Herrenhäusern und den üppig blühenden Gärten lockt das Viertel viele Besucher an. Für den zweiten Tipp von Wirt Kostas sollte man sich einen Mietwagen nehmen und von Thassos-Stadt nach Keramoti rübersetzen. Die Fähre braucht eine halbe Stunde, danach ist man nach 45 Minuten in der Universitätsstadt. Ein Hauch von Orient schwebt über den Bazar, der jeden Samstag stattfindet und wo man das Gefühl hat, dass die ganze Stadt und der Landkreis deswegen auf den Beinen ist. Weit aus ruhiger ist es in einem der unzähligen Cafés, die ganze Straßenzüge säumen. Ein kleiner Zwischenstopp für einen Kaffee Frappé, das aufgeschäumte Kaltgetränk und ein Stück Bougatsa, ein Blätterteiggebäck, das es als süße oder herzhafte Variante gibt. Frisch gestärkt geht es wieder zurück nach Thassos.
Die dichtbewaldete Insel besticht durch ihre kilometerlangen Sandstrände, die kleinen versteckten Buchten, die alten Olivenhaine und ihre pittoresken Dörfer. Ein Besuch des Bergdorfs Panagia muss genauso auf der Must-see-Liste stehen wie ein Abstecher in die Inselhauptstadt Thassos-Stadt oder Limenas, wie die Einheimischen ihre Kapitale nennen. Diese hat mit dem Archäologischen Museum und den alten Hafen zwei wunderschöne Sehenswürdigkeiten zu bieten. Und wo geht man auf Thassos schwimmen? „Es kommt darauf an, welche Wasserfarbe Sie morgens bevorzugen“, schmunzelt Kostas, der mit seinen Tipps bislang immer goldrichtig lag, und ergänzt: „Sie haben die Wahl zwischen Türkis, Dunkelblau oder Smaragdgrün. Mein Favorit: Die „Golden Beach“ zu Füßen des Bergdorfs Panagia. Kilometerlanger gelber Sand und ein Meer, das alle paar Meter die Farbe wechselt.

Preisbeispiel:
1 Woche im ****+ Alexandra Beach Hotel in Thassos ist z. B. im Mai 2020 ab 249,50 Euro pro Person im in einem Doppelzimmer mit Balkon/ Terrasse inkl. Halbpension bei Attika Reisen buchbar. Infos unter www.attika.de

Noch mehr Infos zu Griechenland und dem Norden gibt es unter www.discovergreece.com.

Fotos: Marinos Kaloglou

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