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Pflanzentipp – Die Prärielilie (Camassia)

Text/Foto Wolfgang Assmann

Die Prärielilie oder Camassia gehört zur Familie der Agavengewächse und teilt sich in ca. sechs Unterarten auf. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Prärielilie liegt in Nordamerika, wo sie auf feuchten Wiesen in Höhenlagen bis zu 2400 m wächst.

Die Zwiebel der Camassia Quamash ist essbar und war lange Zeit ein wichtiges Nahrungsmittel für die indigenen Völker an der Westküste Nordamerikas. Sie wurde von ihnen gesammelt, gedörrt, geröstet, gedünstet oder gekocht. Der Name Quamash stammt aus der Sprache der Nez Perce Indianer und bedeutet “essbare Zwiebel“. Sie diente nicht nur als Nahrungsmittel, sondern stellte auch ein wichtiges Handelsgut zwischen den einzelnen Stämmen der kanadischen „First Nations“ dar. Die Prärielilie ist hierzulande nur wenigen Gartenliebhabern bekannt. Mit ihren trauben- und sternförmigen Blütenständen, die von leuchtenden Blautönen bis hin zu weißen, cremefarbenen oder auch violetten Blüten reichen, erinnert sie an Hyazinthen. Besonders in Massen auf Wiesen gepflanzt, bildet sie eindrucksvoll ein wahres Blütenmeer, welches mit gelben Narzissen eine schöne Farbkombination darstellt.

Wenn die äußeren Bedingungen stimmen, können manche Arten bis zu einem Meter hoch werden. Aufgrund ihres schlanken und filigranen Wuchses ergeben sich vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Man kann sie vor Sträuchern oder Bäumen in Horsten pflanzen oder mit anderen Frühlingsblühern wie Tulpen, Narzissen oder Tränendes Herz kombinieren. Auch zwischen Farnen und Funkien, sowie an feuchten Ufern von Teichen, gibt die Camassia einen wunderschönen Blickfang ab. Sie ist robust und winterhart und eignet sich hervorragend für einen wilden Naturgarten. Die Blüten der Camassia sitzen sehr locker an den Trauben. Aus diesem Grund sollte man einen vor Sturm und Starkregen geschützten Standort wählen, der jedoch in der Sonne oder im Halbschatten liegt und dafür sorgt, dass sie uns lange mit ihrer vollen Blütenpracht erfreuen kann. Ein lehmiger, humusreicher und feuchter Boden mit einem leicht saueren pH-Wert wäre ideal. Die Zwiebeln werden im Herbst ca. 10 bis 15 cm tief gepflanzt und in Regionen mit starkem Frost durch Abdeckung geschützt. Zum Frühlingsbeginn bis zur Blüte wird regelmäßig gewässert, bis die Camassia verblüht ist, danach stoppt man die Wasserzufuhr.

Überlässt man die Prärielilie sich selbst, breitet sie sich über Samen mit der Zeit weitläufig aus und ist daher perfekt zur Verwilderung im Naturgarten geeignet. Zu erwähnen bleibt noch, dass auch Bienen die Prärielilien lieben, obwohl diese nicht heimischen Ursprungs sind.

Text/Foto Wolfgang Assmann

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